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	<title>Deutsches Kolleg &#187; Ergänzungstexte</title>
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		<title>Einleitung zum Hegelseminar 2002</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Mar 2002 17:19:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ergänzungstexte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Horst Mahler]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Hoffnungen der richtig Denkenden sind erfüllbar, die der Unverständigen unerfüllbar. Keine Kunst, keine Wissenschaft ist erreichbar ohne Lernen. Viel Denken, nicht viel Wissen ist zu pflegen.

Alle politischen Umwälzungen, die Weltgeschichte geschrieben haben, waren geistige Revolutionen (Reformationen).

Bis in ...


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<li><a href='http://www.reich4.de/1998/08/bemerkungen-zum-deutschen-idealismus/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Bemerkungen zum  Deutschen Idealismus'>Bemerkungen zum  Deutschen Idealismus</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die Hoffnungen der richtig Denkenden sind erfüllbar, die der Unverständigen unerfüllbar. Keine Kunst, keine Wissenschaft ist erreichbar ohne Lernen. Viel Denken, nicht viel Wissen ist zu pflegen.<br />
<em>[Demokrit aus Abdera (um 460 v. Chr. - um 370 v.Chr.): Fragmente, Diels-Vorsokr. Bd. 2, S. 75]</em></p></blockquote>
<p>Alle politischen Umwälzungen, die Weltgeschichte geschrieben haben, waren geistige Revolutionen (Reformationen).</p>
<p>Bis in das späte 18. Jahrhundert ist der subjektive Geist („der Mensch“) über den naiven Realismus des verständigen Denkens, dessen Prinzip die Trennung von Subjekt und Objekt ist, nicht hinausgelangt.</p>
<p>Es war der Deutsche Philosoph Immanuel Kant, der mit seiner „Kritik der reinen Vernunft“ dieses Denken in die absolute Verzweiflung stürzte und zugleich ein für allemal die Trennwand zwischen Subjekt und Objekt eingerissen hat, indem er im reinen Denken nachwies, daß die Objekte unserer Wahrnehmung vom Denken erzeugt sind. Er konnte auch zeigen, daß sich das Nachdenken über Gott und die Welt unausweichlich in Widersprüche verwickelt. Aber er blieb auf merkwürdige Weise noch „Realist“, indem er das „Ding an sich“ (Gott) für nicht erkennbar erklärte und die Ansicht vertrat, daß der Mensch nur „Erscheinungen“ wahrnehmen könne. Er ist so der eigentliche Begründer des Agnostizismus als Reich des Verstandes, das gegenwärtig seine Vollendung im Nihilismus erreicht.</p>
<p>Kant hoffte, den Glauben vor den Anmaßungen des Verstandes retten zu können. Daß der mitteleuropäische Mensch aber nicht mehr gegen den Verstand anglauben konnte, wußte er noch nicht. Das ist erst unsere Erfahrung.</p>
<p>Sein Versuch, den Glauben an Gott gegen die Angriffe des Rationalismus zu verteidigen, geriet ihm zur tiefsten Erniedrigung des Menschen. Unfreiwillig und ohne Selbstbewußtsein wurde er zum Erzengel des Zeitgeistes,- aber zugleich zeugte er im Geiste – wiederum ohne Bewußtsein darüber – den Überwinder des Zeitgeistes.</p>
<p>Sein Samen ging im Denken Georg Friedrich Wilhelm Hegels auf. Dieser öffnete das Tor zum Reich der Vernunft, indem er erkannte, daß der Widerspruch das Zeichen der Wahrheit ist und die Widerspruchsfreiheit das Zeichen der Unwahrheit (These 1 seiner Habilitationsschrift).</p>
<p>Damit steht Hegel am Anfang einer Reformation, die alles überragt, was sich in der Weltgeschichte bisher gezeigt hat.</p>
<p>Wir sind durch den Verstand blind geworden für die weltliche Wirklichkeit des absoluten Geistes (Gottes). Wir erkennen in der Wucht des Geschehens nicht mehr seine absolute Macht. Die Entartung des Krieges zur Vernichtung menschlicher Biomasse und der mörderische Freihandel, der die Menschheit buchstäblich aushungert, erscheinen uns als Machwerk des Menschen. Der verendende Glaube an Gott schleudert mit seiner letzten Zuckung den Bannfluch gegen jene, die auch noch im 20. Jahrhundert mit seinen mehr als hundert Millionen Gewaltopfern den lebendigen Gott erkennen: Diejenigen – so heißt es &#8211; die nach dem Gulag, nach Dresden und Hiroshima, angesichts der Hekatomben auf den Schlachtfeldern von Verdun, Stalingrad, Indochina und Irak behaupten, da sei ein Gott – allmächtig, unendlich, allwissend und allgütig &#8211; seien Gotteslästerer.</p>
<p>Es ist diese Blindheit, die uns resignieren läßt, die uns mut- und kraftlos macht. Wir fühlen uns verlassen. Meinen gar, nicht über die Mittel zu verfügen, mit denen wir den übermächtigen Feind bezwingen könnten.</p>
<p>Wir verstehen nicht, daß es unsere geistige Schwäche ist, die den Feind stark erscheinen läßt. Wir erkennen nicht die Hinfälligkeit des Feindes, weil wir unsere Kraft im Geiste nicht mehr fühlen. Diese Kraft erwächst aber unwiderstehlich aus dem Geist, in dem der Verstand zur Vernunft gebracht ist. Das war die Tat Hegels.</p>
<p>Die politischen Umwälzungen, die sich jetzt daraus ergeben, kann nur der abschätzen, der sich in Hegels Denkwelt einhaust, denn in ihr ist die Ungereimtheit (Aporie) der Kant’schen Philosophie in der Erkenntnis überwunden, daß das Denken nicht eine Äußerung unserer Subjektivität ist, sondern die Bewegung der Sache selbst, des &#8220;Dinges an sich&#8221; (Gottes), ist.</p>
<p>Die Todesnot der Menschenwelt, die uns anspringt, wenn wir die Nachricht hinter den Nachrichten vernehmen, ist in das zu wenden, was seit etwa 150 Jahren in den blutigen Wehen des Geistes sein Kommen ankündigt: die selbstbewußte Volksgemeinschaft, wie sie Hegel als sittlicher Staat gedacht hat, und die im vorauseilenden Daseinsgefühl das Deutsche Volk zu jenen Wundern befähigte, von denen die Welt spricht. Als Spätkömmling im Konzert der europäischen Mächte haben die Deutschen, ohne über Raubgold und gewaltsam annektierte Rohstoffquellen zu verfügen, sich in nur 2 Jahrzehnten zur führenden Industriemacht entwickelt. Dem Versuch des Britischen Weltreichs, im Bündnis mit Frankreich, Rußland und Italien das Deutsche Reich zu zerschlagen, hat dieses bis zum Eingreifen einer raumfremden Macht, der Vereinigten Staaten von Amerika, erfolgreich standgehalten. Der Willkür seiner siegreichen Feinde trotzend hat sich das Deutsche Volk 1933 erhoben, das Versailler Diktat zerrissen, um seine Ehre mit dem Degen wiederherzustellen. Aus dem Zustand totaler Entwaffnung ist es innerhalb von nur 5 Jahren als stärkste Militärmacht der Welt auf die Bühne der Geschichte zurückgekehrt. In einem 6 jährigen grauenvollen Krieg hat es von 1939 bis 1943 durch glänzend siegreiche Feldzüge die Welt in Staunen versetzt, bis seine militärische Kraft und sein Kampfgeist an der von den USA mit Waffen, Munition und Gerät ausgerüsteten Ostfront brachen.</p>
<p>Doch auch nach der innerhalb eines halben Jahrhunderts erlittenen zweiten totalen militärischen Niederlage hat sich die Volkskraft der Deutschen abermals gezeigt. In nur 15 Jahren ist es – ungeachtet der Dezimierung seines Bestandes sowie der Abtrennung eines Viertels seines Heimatbodens &#8211; aus Trümmern wieder zu einer Industrie- und Handelsmacht erster Ordnung aufgestiegen.</p>
<p>Wer meint, diese Leistung sei aus der „Materie“ und nicht aus dem Geist erwachsen, der ist auf dem Holzwege.</p>
<p>Dieses Volk ist zu weiteren Großtaten berufen. In ihm schlummern alle Fähigkeiten, um der Welt den Weg aus der Katastrophe zu zeigen. Es ist sein Geist, der die Rettung bringt. Er wird seine Kraft abermals zeigen, wenn er jetzt zu sich findet. Im Hegelschen Denken ist er zwar schon bei sich. Aber er ist so der Geist einer neuen Ordnung erst an sich. Er hat sich noch nicht als eine Neue Welt auseinandergelegt, in der er erst auch für sich wird. Aber erst als Welt bezwingt der Geist den Zeitgeist.</p>
<p>Es ist nun eine Vorstellung von dem zu geben, worum es geht und was die Seminaristen erwartet. Ausgangspunkt ist etwas Vertrautes: das Bewußtsein nämlich, daß unser Zeitalter von der Aufklärung geprägt ist.</p>
<p><strong>Prinzip der Aufklärung</strong>: Rechtfertigung aller Existenzen des Geisterreiches vor der<strong> Vernunft</strong> als Bedingung der Freiheit.</p>
<p>Kriterium der Rechtfertigung: Descartes’ <strong>„cogito ergo sum“</strong> als erste und absolute Gewißheit, in die die Welt, wenn sie ist, einzubeziehen ist; aber die dann als Wahnvorstellung abgetan werden muß, wenn sie sich nicht in dieser Weise einbeziehen läßt.</p>
<p>Die Welt, Gott und damit das Verhältnis des endlichen Geistes zum unendlichen Geist (Religion) war im Zweifel untergegangen. Geblieben war nur das Denken als solches. Dieses ließ sich nicht im Zweifel ertränken. Denn der Zweifel selbst ist Denken. Dieses erhält sich in ihm.</p>
<p>In jenem Satze des Descartes ist nur erst das Denken überhaupt als Rechtfertigung des Seins ausgesprochen. Dieses ist in den einen Punkt, der ICH ist, zurückgenommen. Ob daraus eine Welt entsteht, ist hier noch eine offene<br />
Frage. Der Unterschied und Gegensatz des Verstandes als des endlichen Denkens zum unendlichen, der Vernunft, ist – obwohl schon vorhanden &#8211; in ihm noch verhüllt.</p>
<p>Es wird sich zeigen, daß die französischen Rationalisten das Programm der Aufklärung nicht verwirklichen konnten, weil sie den Alltagsverstand, also das naive Denken, wie wir es alle kennen, für das Höchste hielten und mit der Vernunft, die noch ein ganz anderes Denken ist, noch keine Bekanntschaft gemacht hatten.</p>
<p>Das verständige Denken, das sich in der Betrachtung der Natur als „nur Natur“ im Sinne des Inbegriffs aller endlichen Dinge bildete, verendet den Geist, damit den Menschen als geistiges Wesen.</p>
<p><strong>Der Verstand rechtfertigt nicht, er vernichtet die Welt des Geistes.</strong></p>
<p>Das verständige Denken ist das <strong>Wesen der Unfreiheit</strong> und zugleich der Wegbereiter der Befreiung: Das Selbstbewußtsein der Vernunft (absolutes Wissen) tritt erst ein, wenn der Verstand sein Reich vollendet hat und eben darum seine Einseitigkeit erkennt.</p>
<p>Hatte der europäische Mensch vor der Thronbesteigung des Verstandes auf den Barrikaden von Paris im Glauben an Gott durchaus ein geistiges Leben, so wurde er nun von der Aufklärung mit dem Besen des einseitigen Denkens auf den Misthaufen „des selbstmörderischen Nihilismus“ (Nietzsche) gekehrt. Von dort aufersteht das gekreuzigte Individuum jetzt in der Deutschen Volksgemeinschaft als Person.</p>
<p>Die französische Aufklärung ist gescheitert am endlichen Denken. Sie erfährt jetzt ihre Rechtfertigung im praktischen Vollzug des unendlichen Denkens der deutschen idealistischen Philosophie. Seine Gestalt ist der Befreiungskampf des Deutschen Volkes gegen einen Feind, der in ein und derselben Rücksicht sowohl äußerer als auch innerer Feind ist.</p>
<p>Dieser Feind ist eine Gestalt des Geistes, deren äußeres Dasein uns gegenwärtig als die Globalmacht des Geldes entgegentritt, dessen inneres Dasein das System der zeitgeistlichen Dogmen ist, das unser Bewußtsein zum Götzendiener Mammons degradiert.</p>
<p>Der Deutsche Befreiungskrieg ist die Fortsetzung der Lutherischen Reformation und seinem Wesen nach nichts anderes als die Rechtfertigung des Glaubens an Gott durch die Vernunft.</p>
<p>In diesem Befreiungskrieg steht das Deutsche Kolleg auf dem wissenschaftlichen Standpunkt: „<strong>Mein</strong> Wissen soll mein Handeln bestimmen. Nichts Geistiges soll gelten, das ich nicht einsehe, denn nur das, was ich einsehe, anerkenne ich als mein <strong>Wissen</strong> .“</p>
<p>Wir lehren also nicht auf Glauben hin, daß die Welt, der Staat, das Volk, die Nation so oder anders beschaffen seien, oder gar wie sie beschaffen sein sollten. Wir vermitteln in erster Linie nur Kenntnisse über unser Denken. Diese mag man annehmen oder auch nicht. Es sind dann diese Kenntnisse über unser Denken, die nach entsprechender Einübung uns in die Lage versetzen, Gegenstände wie ICH, Gott, Volk, Staat , Nation, Geschichte und Politik sowie deren notwendige – d.h. innere – Beziehung und Bewegung zu erkennen, oder genauer: die unsere Vorstellungen, die wir von diesen Gegenständen schon immer haben, als abzulegende Vorurteile erweisen, &#8211; Vorurteile die unser Denken in Fallen locken und unser Handeln – insbesondere im politischen Raum – fruchtlos machen.</p>
<p>Es sind also <strong>nicht Resultate</strong> die wir lehren. Und wir fordern nicht die Annahme von Lehrinhalten aufgrund von Autorität oder Glaubensgebot.</p>
<p><strong>Wir führen auf Denkwege.</strong></p>
<p><strong></strong>An deren Ende finden wir zu Resultaten, die den gewählten Ausgangspunkt und jeden Schritt, den wir getan haben, im Denken rechtfertigen.</p>
<p>So werden die Ergebnisse zu desjenigen eigenem Wissen, der im eigenen Denken den Weg zu ihnen zurückgelegt hat. Seine Überzeugung beruht dann nicht mehr auf Glauben oder Erfahrung und Wahrscheinlichkeitsrechnungen, sondern ist von der Art, auf die Cartesius zuerst aufmerksam gemacht hat. Sein Satz „cogito (ergo) sum“ ist die sich selbst offenbare Wahrheit (absolutes Wissen), der erste Gedanke Gottes.</p>
<p>Die Wanderung des Denkens durch sich selbst hindurch ist Verrückung unseres Bewußtseins aus seinem zeitgeistlichen Ort auf die Ebene des Erkennens der absoluten Wahrheit. Platon hat in seinem Höhlengleichnis unter dem Eindruck von Sokrates’ Ermordung die Gefährlichkeit dieser Ortsveränderung aufgezeigt. Jeder, der die Verrückung mit sich vollzieht und dadurch anderen als „verrückt“ erscheint, begibt sich deshalb in Lebensgefahr. Aber die Verrückten werden sich durchsetzen, weil sie in Wahrheit leben und die Wahrheit unsterblich und die Macht ist, sich selbst zu verwirklichen, d.h. sich als Welt zu setzen.</p>
<p><strong>Wovon also ist die Rede?</strong></p>
<p><strong></strong>Jeder Mensch denkt. Denken macht das Tier zum Menschen. Aber weiß jeder Mensch darum schon „wie Denken funktioniert“? Jedem Menschen ist sein Denken bekannt, aber was bekannt ist, ist darum noch nicht erkannt.</p>
<p>Jeder Mensch nimmt aus der Umwelt Nahrung auf, verdaut sie und erhält sich so am Leben, ohne die Gesetzmäßigkeiten des Stoffwechsels studiert zu haben. Gleichwohl unterhält die Gemeinschaft teure Einrichtungen, die das Studium der Medizin und damit der Stoffwechselphysiologie ermöglichen, fördern und vermitteln. Das alles nicht nur, um menschlichen Wissensdrang zu befriedigen, sondern um Ärzte zu haben, die stoffwechselbedingte – sehr oft lebensbedrohende – Krankheiten heilen können.</p>
<p>Vor dem Bauch gehen wir demütig in die Knie: studieren die Eingeweide, analysieren die Säfte, damit uns die Behandlung einer Verstopfung nicht zur Mißhandlung des Körpers gerate.</p>
<p>Dem, was uns am vertrautesten ist, dem Denken, lassen wir diese Ehre nicht angedeihen. Da wird nicht analysiert, nicht differenziert und nicht integriert, sondern einfach drauflosgedacht, als ob uns Weisheit im Schlafe gegeben worden wäre. So räsonniert in Staatsdingen ein jeder wild drauf los, wie es ihm gerade einfällt. Und wehe, man versäumt es, dem meinungspluralistischen Quark, der dabei herauskommt, mit ernster Miene seine Reverenz zu erweisen! Sofort wird man als eingebildeter Meinungsdiktator angegriffen.</p>
<p>Gerade dieser Tage hat die Deutsche Stimme (Nr. 3/2002 S. 5) wieder einmal einen Cocktail aus Aristoteles, Thomas Hobbes und Georg Wilhelm Friedrich Hegel kredenzt, geradeso als könnten die sich vertragen. Aristoteles und Hegel als Doppelpack könnten wir uns noch gefallen lassen. Aber Hobbes und seine Vertragstheorie der freiwilligen Unterwerfung unter einen Despoten (Leviathan) ist der Selbstmord der Freiheit im räuberischen Geiste des angelsächsischen Nützlichkeitsdenkens. Wenn im sogenannten Nationalen Lager noch nicht einmal ein Bewußtsein davon vorhanden ist, daß die Denkwelt des Thomas Hobbes das Abbild der bürgerlichen (liberal-kapitalistischen) Gesellschaft ist, die zur politischen Aktion zum Zwecke ihrer Überwindung herausfordert, dann ist das das deutlichste Zeichen des manifesten Hirntods dieses „Lagers“.</p>
<p>Gegen dieses Übel ist zuallererst die Zucht des Denkens in Stellung zu bringen.</p>
<p><strong>Was erwartet uns?</strong></p>
<p>Reinhold Oberlercher wird uns einen hochverdichteten Extrakt des Hegelschen Systems, voran der logischen Idee, einflößen.</p>
<p>Niemand sollte den Anspruch an sich stellen, zu verstehen, was er vorträgt. Wer sich so einstellt, wird schon nach wenigen Sätzen fluchend den Seminarraum verlassen – und nie wiederkehren, sondern auf dem Marktplatz der Meinungen die „Erfahrung“ feilbieten, daß Oberlercher und seine Freunde übergeschnappt seien.</p>
<p>Am besten kehren wir in unser Beispiel aus dem Bereich der Medizin zurück. Bevor der Student der Medizin ein Bild vom Ganzen des lebenden Körpers erlangen kann, schneidet er Leichen auf, um die vielen verschiedenen Knochen, ihre Beschaffenheit und Lage kennenzulernen. Langsam entsteht in ihm die Vorstellung von einem Skelett. Und er befühlt die sich um die Knochen windenden Muskelstränge, verfolgt im Muskelgewebe den Lauf der Blutgefäße usw. bis er schließlich den Anblick eines lebenden Körpers mit seinem geistigen Auge zu durchdringen und alle gesehenen oder nur gewußten Teile zu einem pulsierenden Organismus zusammenzufügen vermag.</p>
<p>Auf dem Wege zu diesem Können muß der Student sich die Formen und Namen von mehreren Hundert Knochen einprägen, von Tausenden von Muskelsträngen und Blutgefäßen usw. Er muß gleichzeitig die Funktionen dieser Köperteile und ihr Zusammenspiel vor sein geistiges Auge bringen. Vor allem: Um die erforderliche Sicherheit und Freiheit seiner Gedankenarbeit zu erlangen, muß er immer und immer wieder memorieren und anhand von gestellten Aufgaben üben, üben und nochmals üben.</p>
<p>Nicht anders ist es im Reich der spekulativen Philosophie. Sie will gründlich gelernt sein. Die Bekanntschaft mit ihr reicht uns nicht. Sie muß, wenn wir schöpferisch mit ihr umgehen wollen, völlig mit unserem Denken verschmelzen.</p>
<p>Das spekulative Denken, wie es Hegel als die eigene Tätigkeit des Geistes entdeckt hat, ist nicht auf Anhieb zu verstehen. Wohl lassen sich die zuerst von Hegel in einen inneren Zusammenhang gebrachten Denkbestimmungen in der richtigen Reihenfolge aufzählen. An einigen Stellen wird es vielleicht sogar gelingen, eine Vorstellung davon zu geben, daß und vor allem wie die Denkbestimmungen ein Eigenleben führen und – einem Trieb folgend – sich fortzeugen (Das ist jetzt keine Metapher, sondern eine exakte Beschreibung des spekulativen Prozesses.). Aber über eine allgemeine Bekanntheit mit dem Stoff werden wir am Anfang nicht hinausgelangen. Und was erst bekannt ist, ist noch lange nicht erkannt.</p>
<p>Die fortgesetzte Beschäftigung mit den Werken Hegels – unverzichtbar ist das Studium der Originaltexte – führt dann von der Bekanntheit zur Vertrautheit mit dem Stoff. Schließlich gelingen sporadische Einbrüche in seine Gedankengänge, bis sich allmählich ein Gefühl der Erleuchtung hinzugesellt, das dann zu einem nie versagenden Antrieb wird, tiefer und immer tiefer denkend in den Geist einzudringen. Das Studium der spekulativen Logik wird unversehens zum Gottesdienst. Das Bewußtsein weitet sich. ICH verändert sich, indem es sich erfährt als Eins mit der kosmischen Seele, der selbstbewußten Vernunft. Es erkennt sein Sein als Aufruf zur Gehilfenschaft Gottes in dessen Qual der Selbsterkennung.</p>
<p>Schließlich weiß ICH sich als unsterbliche Idee. Der Tod ist begriffen als Ende der Endlichkeit des Subjekts, als Durchgangspunkt zum ewigen Leben, welches der absolute Geist ist. Erkannt und deshalb erlebbar ist die Wahrheit des Bibelverses (1. Kor. 15,55) „Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“ Das spekulativ geläuterte Bewußtsein fürchtet weder Tod noch Teufel. Seine Zuversicht reicht über den eigenen Tod hinaus in der absoluten Überzeugung, daß die Geschichte der eigene Lebensprozeß des Geistes ist, der an sich festhält und mit Notwendigkeit das wird, was er immer schon war. Sein Reich wird kommen, im Himmel wie auch auf Erden. <strong>Amen.</strong></p>
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		<title>Der Begriff des Krieges</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 1999 19:36:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ergänzungstexte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Der <em>Krieg</em> ist die wechselseitige Anwendung von Gewaltmitteln durch Gewaltt&auml;ter zur Durchsetzung einander ausschlie&szlig;ender Zwecke. &#8220;Der Krieg&#8221;, schreibt Carl von Clausewitz, &#8220;ist also ein Akt der Gewalt, um den Gegner zur Erf&uuml;llung unseres Willens zu zwingen.&#8221; Bei den Zwecken kann es sich sowohl um reine Naturalien als auch um soziable Naturalien handeln. Der Zweck des Krieges kann also ein naturaler oder ein politischer sein, auch wenn er als Wirtschaftskrieg oder als geistiger Krieg gef&uuml;hrt wird, wobei der Marktwirtschaftskrieg und der Meinungskampf dem politischen Krieg im milit&auml;rischen Bereich entsprechen, ihre kategoriale Form ist die der Politik und des Rechts. Die dem Zwecke untergeordneten Gewaltziele der wechselseitig angewandten Gewaltmittel sind die gegnerischen Gewaltt&auml;ter und ihre Mittel. Aber auch der Krieg als ganzer mu&szlig; als Mittel, als ein und das selbe Mittel zweier Subjekte zur Verfolgung entgegengesetzter Zwecke betrachtet werden. </p>
<p><em>Krieg ist die Fortsetzung der Bildung unter Einmischung antip&auml;dagogischer Mittel</em>. Antip&auml;dagogische Mittel sind alle Gewaltmittel, die nicht auf die Erzeugung menschlicher Handlungs- und Arbeitskraft abzielen, sondern auf ihre teilweise oder g&auml;nzliche Vernichtung. Bildung ist also Produktion der menschlichen Arbeitskraft, Tatkraft oder Kompetenz, Krieg aber ihre wechselseitige Destruktion. Nicht das Gewaltverh&auml;ltnis an sich zwischen tatkr&auml;ftigen Menschen oder Gemeinschaften ist antip&auml;dagogisch, sondern sein kraftzerst&ouml;rendes Ziel. Nicht das Mittel, sondern das Ziel bestimmt das Wesen des Vorganges.&nbsp; </p>
<p>Im <em>P&auml;dagogismus</em>, in der Sph&auml;re ihrer Produktion, erwartet die Arbeitskraft Schutz, F&ouml;rderung und Langeweile; im <em>Bellizismus</em>, ihrer Destruktionssph&auml;re hingegen, findet die zur Streitkraft vollendete Arbeitskraft Gefahr, Zerst&ouml;rung und &auml;u&szlig;erste Erregung, weil Sieg oder Niederlage. Deswegen sind die Schulen h&auml;ufig die &Ouml;dnis der Nation, ist die Armee ihre eigentliche Schule und der Krieg den V&ouml;lkern eine wahre Lehre. </p>
<p>Das absolute Mittel ist jenes, welches niemals Ziel werden kann, also die Gewalt schlechthin. Sie ist immer reine Gewalttat, unerachtet der Gewaltmittel, die der Gewaltt&auml;ter zwischen sich, seine Tat und deren Gegenstand gegebenenfalls einf&uuml;gt. Ist der Gegenstand der mittel- oder unmittelbaren Gewalttat eine andere und gegnerische Gewalttat, hei&szlig;en beide Gewalttaten zusammen ein <em>Kampf</em>, die darin verwendeten Mittel seine <em>Waffen</em>. </p>
<p>Die Waffen eines Kampfes sind die Werkzeuge der wechselseitigen Destruktion und grunds&auml;tzlich nicht anderer Natur als die Arbeitsmittel der einseitigen Produktion. Allerdings ist die durch das K&auml;mpfen gewonnene Welterkenntnis gesellschaftsn&auml;her und also wirklichkeitshaltiger als die durch Arbeit erworbene. Deswegen gilt<em>: Der Krieg ist die Krone der menschlichen Erkenntnis</em>. Disziplin, Arbeit, Mechanik, Chemie, Biologie, G&uuml;ter, Geist und Bildung hingegen sind dienende Zur&uuml;stungen und Erkenntnisweisen der Menschen als K&auml;mpfer. &#8220;Die Gewalt r&uuml;stet sich mit den Erfindungen der K&uuml;nste und Wissenschaften aus, um der Gewalt zu begegnen.&#8221; (Carl von Clausewitz)&nbsp; </p>
<p>Der Begriff des Krieges ist universell. So ist der <em>Krieg der Worte</em> die wirkliche Anwendung von Wortgewalt durch Wortgewaltige (oder auch durch Wortergreifer) zur Durchsetzung einander ausschlie&szlig;ender Zwecke der Worte, d.h. ihrer Bed&uuml;rfnisbezeichnungen. Der regul&auml;re Krieg der Worte vollzieht sich zwischen Wortgewaltigen oder Wortgewalthabern, der irregul&auml;re Krieg ist ein Angriffskrieg der zun&auml;chst wortlosen Wortergreifer gegen die Wortgewaltigen, um diese zu entworten und um selber wortm&auml;chtig zu werden. Ist der Zweck dieses Krieges ein politischer, dann haben die Worte au&szlig;er ihrem naturalen noch einen abstrakten Wert und zu dem Gegenstand oder Bed&uuml;rfnis, das die Worte bezeichnen, tritt eine gesellschaftliche Bedeutung und gar ein Sinn als Bedeutungszuwachs hinzu, so da&szlig; die umk&auml;mpften Worte zu <em>Meinungen</em> werden, also zu Gesinnungsrechten. Die Gewaltmittel im Wortgefecht sind sich kreuzende Bed&uuml;rfnisbezeichnungen, die Gewalttat, die das Gewaltmittel als Wortwaffe f&uuml;hrt, ereignet sich in der Deutung und Neudeutung der Worte als Begriffszeichen, um den gegnerischen Wortwaffenf&uuml;hrer zu entworten und also zu entwaffnen, zumindest seine Wortstreitmacht zu schw&auml;chen oder ihn gleich totzureden, also sprachlos und mundtot zu machen. </p>
<p>Eines jeden Krieges Kern ist der Kampf. Jede Art von Krieg ist ein Kr&auml;ftemessen, ein Ringen. In der milit&auml;rischen Art des Krieges wirken die k&ouml;rperlichen Kr&auml;fte unmittelbar, die geistig-seelischen Kr&auml;fte aber mittelbar &#8211; durch die k&ouml;rperlichen &#8211; auf die gegnerischen Kr&auml;fte ein. Im geistigen Krieg wirken umgekehrt die k&ouml;rperlichen Kr&auml;fte nur mittelbar, nur durch die geistigen Kr&auml;fte. Der Kampf, ob unmittelbar k&ouml;rperlich oder unmittelbar geistig, ist als elementares Kr&auml;ftemessen immer ein Ringen. Der k&ouml;rperliche Ringkampf ist der Urbegriff des Kampfes schlechthin. Der Gegner selber wird ergriffen und bei &Uuml;berwindung seines Widerstandes und seiner Gegengriffe und Gegenw&uuml;rfe auf den R&uuml;cken geworfen, wird wehrlos gemacht und durch Niederwerfung in die Niederlage gebracht. Dies geschieht unter Aufbietung des gesamten Gewichtes des K&ouml;rpers und der ganzen Kraft aller seiner Gliedma&szlig;en. </p>
<p>Ist das Ringen der Inbegriff des reinen, mittellosen Kampfes als des k&ouml;rperlichen Kr&auml;ftemessens, so beginnt im Faustkampf die Instrumentalisierung von K&ouml;rperteilen, die an sich schon innerhalb der Kraft jedes K&auml;mpfers gegeben ist, denn im k&ouml;rperlichen Kampf war die K&ouml;rperkraft ausf&uuml;hrendes Werkzeug der geistigen Kraft, und im geistigen Kampf entfaltet sich die K&ouml;rperkraft nur mittelbar, nur durch die Geisteskraft. Eine erfolgreiche Wortergreifung ist auch nur ein mittelbares Ereignis f&uuml;r eine physische Machtergreifung, der einfachste Soldat bedarf einer gewissen Geisteskraft, um nennenswerte physische Kampfkraft zu entfalten. </p>
<p>Der <em>Naturalismus</em> des Krieges ist die spezifische Disziplin des K&auml;mpfers, die seinen nat&uuml;rlichen Fluchtinstinkt hemmt, den Totstellreflex der bedr&auml;ngten Kreatur aufhebt und durch die verschiedenen Arten der Selbstbeherrschung den <em>Aktionismus</em> der besonderen Kampfhandlungen begr&uuml;ndet. Benutzen die K&auml;mpfenden bestimmte Instrumente als Waffen, beginnt mit deren wechselseitigen Wirkungen der bellizistische <em>Mechanismus</em>. </p>
<p>Der Faustkampf erzeugt mit der Faust, dem leeren Griff der Hand, eine erste, noch k&ouml;rpereigene Schlag- und Sto&szlig;waffe. Wird die Faust mit dem Griff einer k&ouml;rperfremden Hieb- oder Stichwaffe gef&uuml;llt, ist der &Uuml;bergang vom Aktionismus des Kampfes zu seinem Mechanismus vollzogen, aus Schlag und Sto&szlig; ist Hieb und Stich geworden und das weite Feld der physikalischen Kriegf&uuml;hrung er&ouml;ffnet.&nbsp; </p>
<p>Auf dem Gebiet der mechanischen Kriegf&uuml;hrung entwickelt sich zun&auml;chst das <em>Handgefecht</em> und die lange Kette der Spezialisierung der <em>Handwaffen</em>, deren wichtigste Unterscheidung die von Angriffs- und Verteidigungswaffen (Schwert und Schild) ist und sich zu entsprechenden Waffengattungen (Schwert- und Schildstreitkr&auml;fte) entfaltet.&nbsp; </p>
<p>Schon im Altertum traten neben die Handwaffen die Kriegsmaschinen in Gestalt des schweren Belagerungsger&auml;tes. Dessen unmittelbarer Nachfolger ist die Artillerie. Mit der Durchsetzung des <em>Feuergefechts</em> und der <em>Feuerwaffen</em> vollzog sich in der Gefechtsf&uuml;hrung der &Uuml;bergang vom Mechanismus zum <em>Chemismus</em>. Die chemische Waffe kann n&auml;mlich als Gift oder Propaganda direkt gegen die physische oder geistig-seelische Kraft des Gegners gewendet werden, oder aber indirekt wie bei der Handfeuerwaffe als chemischer Antrieb der Sto&szlig;kraft des Geschosses und obendrein des Lade- und Schu&szlig;ausl&ouml;sungsvorganges verwendet werden. Nicht erst das Maschinengewehr, sondern auch schon der Vorderlader ist eine Kriegsmaschine, und zwar eine Sto&szlig;- oder Stechmaschine mit chemischem Antrieb und mechanischer Gescho&szlig;f&uuml;hrung. Deswegen unterscheidet Clausewitz richtig das Handgefecht vom Feuergefecht. </p>
<p>Der <em>Biologismus</em> ist der Kriegf&uuml;hrung von jeher angemessen, denn die biologische Waffe ist ein Organismus, der geeignet ist, die als Organismus daseiende Kraft des Feindes auf der H&ouml;he dieser Daseinsform zu vernichten, weswegen diese Waffe schon in der ersten Natur, in der vor-instrumentellen Daseinsweise des Naturalismus gegenw&auml;rtig war und in Gestalt von Seuchen gewaltige Zerst&ouml;rungskraft entwickelt hat. Fr&uuml;h schon sind Krankheitserreger auch als Kampfinstrumente eingesetzt worden, aber ebenso geh&ouml;ren die Wanderungswaffe, die Rassenwaffe, die Vergewaltigungskampagne und der Abtreibungsfeldzug zur biologischen Kriegf&uuml;hrung. Der bellizistische <em>Finalismus</em> endlich ist die Bewaffnung mit dem Ziel des Waffenganges, wobei sowohl das eigene wie das gegnerische Kriegsziel als vorwiegend moralische Waffen dienen k&ouml;nnen. Am einfachsten ist die Anwendung der finalistischen Waffen beim Landesverteidigungskrieg eines friedfertigen Volkes, weil das Kriegsziel des Verteidigers wie dasjenige des Angreifers gleicherma&szlig;en vom Verteidiger als geistige R&uuml;stungs- und Kraftmaximierungsmittel gebraucht werden k&ouml;nnen, wohingegen der Offensivfeldzug gegen Aggressionsv&ouml;lker diese schnell demoralisiert (Polen 1939, Frankreich 1940).&nbsp; </p>
<p>Wenn die Ziele der Feldz&uuml;ge und der Zweck des ganzen Krieges zum R&uuml;stungsgut desselben und also zur moralischen Hauptwaffe geworden sind, m&uuml;ssen sie auch vollst&auml;ndig eingesetzt werden. Hat dies zum Sieg und zum gew&uuml;nschten Erfolg gef&uuml;hrt, dann ist das eigene Kriegsziel erreicht und das des Gegners vereitelt durch gegl&uuml;ckte Finalisierung beider Ziele. Der Finalismus hat dem gedient, der ihn aus subjektiven wie aus objektiven Gr&uuml;nden richtig einzusetzen wu&szlig;te, er hat sein Finale erreicht. Damit ist der Finalismus verbraucht, der Sieger sollte Frieden schlie&szlig;en, zur Festigung seiner Lage zum <em>Infinitismus</em> &uuml;bergehen und sich mit unverbrauchlich gebrauchbaren Waffen r&uuml;sten, also mit Geist.&nbsp; </p>
<p>Geistige G&uuml;ter sind unendlich und ewig. Als Resultate des Denkens sind sie Gedanken, die in Tatgedanken (Ideen) und Denkgedanken, letztere noch in Denkgegenst&auml;nde (Probleme) und Denkwerkzeuge (Begriffe) zu unterscheiden sind. Anders als materielle G&uuml;ter sind geistige G&uuml;ter unmittelbar, ohne jede Form&auml;nderung, als Waffen verwendbar. Als rein geistiger Vorgang ist das Gefecht zweier Begriffe, die gleichsam als Klingen gekreuzt werden, sofort entschieden, weil je nach Problemlage entweder der umfassendere Begriff den beschr&auml;nkteren sich einverleibt und also erobert oder umgekehrt der speziellere Begriff den abstrakteren in viele besondere Teile zerspringen l&auml;&szlig;t. Begrifflosigkeit bedeutet im geistigen Kampf stets Wehrlosigkeit. Der Sieger des geistigen Kampfes behauptet das Gefechtsfeld des Begreiflichen, der Verlierer zieht sich in das Hinterland des Handgreiflichen zur&uuml;ck.&nbsp; </p>
<p>Im Reiche des Gottes Mars, in den Kriegen der k&ouml;rperlichen Kr&auml;fte, sind die geistigen Waffen den moralisch-seelischen, die aus der Erfassung des Kriegszieles munitioniert werden, bei ansonsten gleichgro&szlig;en Kr&auml;ften immer &uuml;berlegen. So ist es m&ouml;glich gewesen, da&szlig; an Zahl kleine und finalistisch benachteiligte Eroberer, die aber geistig &uuml;berlegen waren und damit auch technisch, taktisch und strategisch in der Vorhand, ganze Welten erobert haben. Gegen solche Siege des Infinitismus hilft der bellizistische <em>P&auml;dagogismus</em>, der den Geist in erster Linie nicht in Kriegstechnik, sondern in Krieger investiert, in ihnen den Geist massenhaft lebendig macht und zu entscheidungsf&auml;higen K&auml;mpfern mit Auftragstaktik ausbildet. Dies ergab die gebildeten Massenheere europ&auml;ischer Kulturv&ouml;lker. Der <em>reine Bellizismus</em> unterwirft diese V&ouml;lker dann den strengsten Pr&uuml;fungen, erteilt ihnen die h&ouml;chsten Lehren und f&uuml;hrt sie durch das Gegenextrem des Pazifismus hindurch zum <em>politischen Begriff des Krieges als konfligierender Rechtserzwingungen</em> und damit zur Friedensf&auml;higkeit, dem Begriffe des Rechts, und zum <em>politischen Frieden als unstrittigem Rechtszustand</em>. <br />&nbsp; <br />&nbsp; </p>
<p><strong>D</strong>ie Arbeit ist die bestimmte Negation der Natur. Die Mechanik wiederum negiert die Arbeit bestimmt, sie stellt das Arbeitsmittel in den Mittelpunkt ihrer Entwicklung von der klassischen bis zur Quantenmechanik. Die Chemie negiert die ganze Mechanik oder Physik auf ihre ganz bestimmte Weise, indem sie das Arbeitsmittel zur Randbedingung herabsetzt und den Arbeitsgegenstand in das Zentrum r&uuml;ckt, der als chemischer Proze&szlig; immer ein Reaktionsautomat ist. Die Biologie verwirft alle Momente des Arbeitsprozesses durch ihren speziellen Betrachtungsgegenstand, den Proze&szlig; als ganzen oder das Leben selber, einen Gestaltenkreislauf, worein menschliche Arbeit nur als Bestellung und Ernte eingreift. Die Frage nach der Ernte, nach ihrem endlichen Was und Wozu, negiert bestimmt das biologistische Proze&szlig;denken zugunsten der philosophischen Resultatsfrage im Stile einer aristotelischen Metaphysik der G&uuml;ter. Diese wird gekr&ouml;nt und &uuml;berwunden vom Ideal des theoretischen Lebens, von der Metaphysik der Gedanken als der unverbrauchlich gebrauchbaren G&uuml;ter, und in der Tat ist der Gedanke die g&auml;nzlich bestimmte Negation aller materiellen G&uuml;ter. Der unendliche und ewige Gedanke wird als Lehrinhalt wieder herabgesetzt zum blo&szlig;en Bildungsmittel der endlichen und sterblichen Arbeitskraft, dies ist die didaktische Negation der geistigen Produktion oder des Infinitismus. Lehrinhalte sind der Gehalt aller erkenntnistheoretischen Stufen bis hin zum P&auml;dagogismus selber und &uuml;ber ihn hinaus zum Anti-P&auml;dagogismus, dem Bellizismus, der alle Erkenntnisstufen aus Lehrinhalten in Waffengattungen verwandelt. Die Lehrinhalte als Arbeitsmittel der Arbeitskraftproduktion (Qualifikation) werden zu Waffengattungen als den Mitteln der Arbeitskraftdestruktion (Dequalifikation) bestimmt negiert. </p>
<p>&#8220;Der Tod&#8221;, schreibt Hegel 1806 in Jena unter dem Eindruck der nahen Schlacht, &#8220;ist das Furchtbarste, und das Tote festzuhalten, das, was die gr&ouml;&szlig;te Kraft erfordert. Die kraftlose Sch&ouml;nheit ha&szlig;t den Verstand, weil er ihr dies zumutet, was sie nicht vermag. Aber nicht das Leben, das sich vor dem Tode scheut und von der Verw&uuml;stung rein bewahrt, sondern das ihn ertr&auml;gt und in ihm sich erh&auml;lt, ist das Leben des Geistes.&#8221; Der Krieg ist das verst&auml;ndige Mittel der Gemeinschaften, ihre Kraft zur Gewalttat zum &Auml;u&szlig;ersten anzuspannen und im Kampf mit fremden Gemeinschaften Gewaltkraft aufzuopfern und der Zerst&ouml;rung anheimzugeben, um sich zu erhalten, zu st&auml;hlen und zu entfalten.&nbsp; </p>
<p>Die Clausewitzschen Bestimmungen des Krieges hinsichtlich seines praktisch-friktionellen und nichtideellen Charakters und der &uuml;berragenden Bedeutung der Kriegsgewohnheit des Heeres im wirklichen Kriege der milit&auml;rischen Art bedarf keiner philosophischen Aktualisierung: &#8220;Gewohnheit st&auml;rkt den K&ouml;rper in gro&szlig;en Anstrengungen, die Seele in gro&szlig;en Gefahren, das Urteil gegen den ersten Eindruck.&#8221;&nbsp; </p>
<p>Den Begriff des Politischen hat Clausewitz mit der Gegebenheit kriegf&uuml;hrender Staaten vorausgesetzt, aber nicht abgeleitet, weshalb er keine Rechtsanalyse liefern und also den Unterschied von naturalen und soziablen Kriegszielen nicht fassen konnte. Dies haben wir oben nachgeliefert, ebenso die Einf&uuml;gung der Philosophie der Waffengattungen in die reine Kriegstheorie als Selbstentfaltung des Kriegsbegriffes durch Zuweisung eines epistemologischen Ortes. Darzustellen bleiben jetzt au&szlig;er einem formalen Res&uuml;mee der Clausewitzschen Axiome des Kampfes und seiner Gesetze des Krieges noch eine spezielle Methodik desselben, die durch unsere Epistemologie der Waffengattungen, bei der es sich gleichsam um die Didaktik der Anti-P&auml;dagogik handelt, erforderlich wird. Jetzt schon aber ist deutlich, was es hei&szlig;t, von der Ebene des Bellizismus auf die des P&auml;dagogismus hinuntergesto&szlig;en und zum Objekt einer P&auml;dagogik der Sieger (Umerziehung) zu werden. Die Zerst&ouml;rung der Kriegsf&auml;higkeit ist die denkbar gr&ouml;&szlig;te Dequalifizierung eines Volkes, ist ein unvergleichlich schlimmerer Kraftverlust als alle Kriegsverluste zusammen.&nbsp; </p>
<p>Die <em>Pr&auml;missen des Kampfes</em> sind die folgenden:</p>
<ol>
<li id="li"> Arbeit, Tat, Handlung ist die Selbstvernichtung von Arbeitskraft, Tatkraft, Handlungskraft.&nbsp;</li>
<li id="li"> Arbeit, Tat, Handlung ist in der Regel mit Sachvernichtung und G&uuml;terverbrauch verbunden.</li>
<li id="li"> Arbeit, die fremde Arbeitskraft verbraucht, ist Kraftvernichtung.</li>
<li id="li"> Vernichtungsarbeit ist die Einheit von Sach- und Kraftvernichtung.&nbsp;</li>
<li id="li"> Streitkraft ist zur Vernichtungsarbeit bef&auml;higte Menschenkraft.&nbsp;</li>
</ol>
<p> Unter diesen Voraussetzungen gelten (frei nach Clausewitz) die <strong>Axiome des Kampfes:</strong></p>
<ol>
<li id="li"> <em>Gewalttat</em> ist die Vernichtung von Streitkraft.</li>
<li id="li"> Gewalttat ist Einheit von <em>Angriff</em> und <em>Verteidigung</em>.</li>
<li id="li"> <em>Kampf</em> ist die polare Einheit der Gewalttaten zweier Gewaltt&auml;ter.</li>
<li id="li"> Die K&auml;mpfenden sind in <em>Polarit&auml;t</em>, weil jeder die Niederlage f&uuml;rchtet und den Sieg will.</li>
<li id="li"> <em>Kampfvoraussetzung</em> ist der Angriff, <em>Kampfbeginn</em> die Verteidigung.&nbsp;</li>
<li id="li"> Jeder <em>Krieg</em> ist in seinem Wesen ein gro&szlig;er Kampf.</li>
<li id="li"> Kriege werden von den Verteidigern begonnen, sie tragen immer die <em>Kriegsschuld</em>. ((Die absurde Konsequenz, daß der Verteidigter immer die Kriegsschuld trägt, folgt zwingend aus der Verknüpfung der Begriffe Krieg und Schuld. Völkerrechtssubjekte haben sowohl das Recht zum Kriege (weil die Pflicht zur außenpolitischen Rechtserzwingung) als auch Rechte im Kriege. Die Verbindung von Krieg mit rechtlicher Schuld ist also sinnwidrig, nicht aber die mit naturaler Schuld verstanden als Wirkursache.))</li>
</ol>
<p> Der Angreifer will keinen Krieg. Er will noch nicht einmal ein Gefecht oder sonst einen Kampf, und er will schon garnicht, da&szlig; auf Gewalt mit Gewalt geantwortet wird und die Gewalttaten sich aufschaukeln. Der Angreifer ist friedliebend. Der Angegriffene hat es in der Hand, den Krieg zu verhindern. Die sicherste Kriegsverhinderung ist die Unterwerfung. Wird in Friedensdiktaten die Feststellung getroffen, da&szlig; der Besiegte die Schuld am Kriege trage, dann wird gesagt, da&szlig; der Verlierer der Verteidiger war.&nbsp; </p>
<p>Hat der Krieg trotzdem begonnen, gelten die folgenden <strong>Gesetze des Krieges:</strong></p>
<ol>
<li id="li"> Der Krieg hat eine Ausdehnung in Raum und Zeit, hat <em>Schauplatz</em> und <em>Dauer</em>.</li>
<li id="li"> Der Krieg ist <em>konfligierende Gesetzgebung</em>, die K&auml;mpfenden geben sich gegenseitig das Gesetz ihres Handelns und das Ma&szlig; ihrer Ma&szlig;nahmen, die bei laufendem Kampf sich durchkreuzen.</li>
<li id="li"> Bei entschiedenem Kampf ist der <em>Sieg</em> die Eroberung des Kampfplatzes, die <em>Niederlage</em> seine R&auml;umung. (Gleiches gilt f&uuml;r die gr&ouml;&szlig;eren K&auml;mpfe eines Krieges, f&uuml;r Gefechte, Treffen, Schlachten und Feldz&uuml;ge.)</li>
<li id="li"> Der <em>Erfolg</em> (Gewinn) eines Sieges au&szlig;erhalb des Kampfplatzes oder Gefechtsfeldes erh&auml;lt sein Ma&szlig; durch den Preis, den der Sieger mit eigener Streitkraft gezahlt hat.</li>
<li id="li"> Der Krieg hat verschiedene <em>Gr&ouml;&szlig;en</em>: den Schauplatz oder das Kriegstheater und seine Beschaffenheiten, die Streitkr&auml;fte der kriegf&uuml;hrenden Parteien, die Dauer, die Destruktivkr&auml;fte der fechtenden Gewaltakte und ihre Intensit&auml;ten, d.h. die Verausgabung von Streitkraft in einer gegebenen Streitzeit.&nbsp;</li>
<li id="li"> Sind alle Gr&ouml;&szlig;en gleich, geh&ouml;rt der Sieg dem Verteidiger und die Niederlage dem Angreifer, weil die <em>Kampfst&auml;rke</em> der Verteidigung gr&ouml;&szlig;er ist als die des Angriffs.</li>
<li id="li"> Der <em>Angriffssieg</em> erfordert das &Uuml;bergewicht des Angreifers in den Gr&ouml;&szlig;en.</li>
<li id="li"> Die <em>Zielst&auml;rke</em> des Angriffs ist absolut, weil er allein ein positives Ziel hat, die Verteidigung aber blo&szlig; ein negatives in der Vereitelung des Angriffs.&nbsp;</li>
<li id="li"> <em>Extremismus</em> ist das Prinzip des Krieges, weil in ihm jede Gr&ouml;&szlig;e durch eine gr&ouml;&szlig;ere Gegengr&ouml;&szlig;e besiegt werden mu&szlig; und positive Ziele nur zu erreichen sind durch viel gr&ouml;&szlig;ere Gr&ouml;&szlig;en, die den Kampfst&auml;rkenvorteil der Verteidigung &uuml;berwinden k&ouml;nnen; deshalb f&uuml;hrt dem Begriffe des Krieges nach die Anwendung der Gewalt zum &Auml;u&szlig;ersten, zum Extrem.&nbsp;</li>
<li id="li"> <em>Taktik</em> lehrt den Gebrauch der Mittel im Gefecht (Treffen, Schlacht, Feldzug), <em>Strategie</em> lehrt den Gebrauch der Gefechte zum Ziel des Krieges, dem Sieg, und der <em>Kriegsplan</em> entwirft den Gebrauch des Krieges als Mittel zu seinem Zwecke, der Rechtserzwingung und des politischen Friedens oder der Besitzerzwingung und des naturalen Friedens.</li>
<li id="li"> Das <em>Lager</em> ist die schlachtfertige Aufstellung einer Streitkraft oder die bewegungsbereite Lagerung einer politischen Bewegung usw. und als solches eine taktische Ma&szlig;nahme, der <em>Marsch</em> einer Bewegung oder Armee ist eine strategische Handlung, eine Anordnung von einzunehmende Lagern und auszuf&uuml;hrenden Gefechten. In geschichtlich bewegten Zeiten befindet ein wehrhaftes Volk sich auf dem politischen Marsch oder im Lager.</li>
<li id="li"> <em>Quartiere</em> dienen der Erholung der Streitkraft, sie sind &#8220;der Lage und Ausdehnung nach strategische, der auf die Gefechtsbereitschaft gerichteten inneren Einrichtung nach taktische Gegenst&auml;nde&#8221; (Clausewitz). Einem verteidigungsbereiten Volk ist in geschichtlich beruhigten Zeiten sein Land das Quartier, es ist Gegenstand und Ma&szlig;nahme seiner Deckung.&nbsp;</li>
</ol>
<p><strong>D</strong>ie Erzeugung einer Streitkraft ist von ihrem Gebrauche, ihre einseitige Produktion sowie ihre laufende Unterhaltung in Krieg und Frieden von ihrer wechselseitigen Destruktion im Gefecht zu unterscheiden, weswegen Logistik weder zum Krieg noch zum Handel im genauen Sinne, weder zur Logik noch zur Philosophie geh&ouml;rt. Die Ausr&uuml;stung und Ausbildung von Streitkr&auml;ften f&auml;llt unter materielle, geistige und p&auml;dagogische Produktion, nicht unter k&auml;mpferische Destruktion und Erkenntniskr&ouml;nung im Bellizismus. Als Bildung hat sie Naturbedingungen (Begabungsvoraus- setzungen) und Arbeitsresultate (Lern- und &Uuml;bungsergebnisse), sie kennt eine Didaktik der Waffengattungen und eine Methodik des Waffengebrauchs. Die Taktik im genauen Sinne, als Gebrauch vorausgesetzter Mittel im Gefecht, ist bellizistische Methodik; sie lehrt, wie verschiedene Handhabungen des Mittels dessen Zerst&ouml;rungskraft (als Gewaltdestruktivit&auml;t wie als Gewaltintensit&auml;t) an den ihr bestimmten Gegenstand, die lebendige Kraft des Gegners und ersatzweise dessen Waffen, zu bringen verm&ouml;gen. </p>
<p>Rekrutierungs- wie Kriegsformen sind abh&auml;ngig von der Verfassung des Gemeinwesens. Regime des Freihandels f&uuml;hren Kriege in Freifeuerzonen, um die Grenzen, die freie V&ouml;lker und eigensinnige Staaten ziehen, zu zerst&ouml;ren. <em>Raumgerechte Volkswirtschaften</em> reeller Nationen hingegen werden immer eine <em>Raumdeckende Verteidigung</em> aufbauen und das Land selber zur hochdifferenzierten Waffe aller seiner Leute entwickeln. Im Gegensatz zu den Kriegen, in die ganze V&ouml;lker involviert sind, haben die hochbewaffneten Pazifizierungsinvasionen der liberalistischen Regime eine schnell schrumpfende Basis, ihr Kriegsgeist erstirbt allm&auml;hlich zur blo&szlig; milit&auml;rischen Demonstration. Seit dem Vietnamkrieg wird die neo-absolutistische Kriegsmaschinerie immer h&auml;ufiger von nationalen Befreiungsk&auml;mpfern gedem&uuml;tigt. </p>
<p>Der Kriegsgeist der Staaten steht heute weltweit auf derart niedrigem Niveau, da&szlig; praktisch nur noch globale Polizeiaktionen, aber keine klassischen Staatenkriege und schon gar kein Weltkrieg mehr vorstellbar erscheinen. Das l&auml;&szlig;t nicht auf das Ende der Kriege hoffen, sondern macht lediglich den baldigen Abgang des globalen Kapitalabsolutismus wahrscheinlich. Sto&szlig;en erst die souver&auml;nen und bewaffneten V&ouml;lker aneinander, werden klassischer Duellkrieg und die kriegerischen Volksgeister rasch wiederauferstehen. Der Kriegsgeist der V&ouml;lker wie der milit&auml;rische Genius ihrer gro&szlig;en Feldherren bildet sich sehr schnell, weil der Krieg nur in der Wirklichkeit dank st&auml;ndiger Friktionen so schwer ist, in seiner Theorie aber &auml;u&szlig;erst einfach.&nbsp; </p>
<p>Solange der Kriegsgeist und die Souver&auml;nit&auml;t der V&ouml;lker nicht wiederhergestellt sind und ihre Majest&auml;t ungestraft beleidigt werden kann, m&uuml;ssen sie st&auml;ndig Belehrungen &uuml;ber sich ergehen lassen, was sie gef&auml;lligst zu tun und wie sie ihre L&auml;nder einzurichten, wen sie bei sich zu dulden haben, wollen sie nicht wirtschaftliche oder milit&auml;rische Sanktionen auf sich ziehen. Subjekten von Ehre Belehrungen zu erteilen, zieht unter edlen M&auml;nnern ein Duell nach sich und ist unter freien V&ouml;lkern eigentlich ein Kriegsgrund. Nicht die Weltkriege, sondern die Umerziehungen &#8211; totalit&auml;r in kapitalistischer und partikul&auml;r in kommunistischer Variante &#8211; waren der Schrecken des 20. Jahrhunderts.&nbsp; </p>
<p>Mit Clausewitzens Werk &#8220;Vom Kriege&#8221; (1832) ist der Deutsche Idealismus in der gesellschaftlichen Wirklichkeit des Milit&auml;rischen angekommen. In diesem Werk ist auch schon ausgesprochen, da&szlig; der Krieg es mit der &Ouml;konomie der Kr&auml;fte und der Zeit zu tun und mit dem Handel die gr&ouml;&szlig;te &Auml;hnlichkeit hat. Folglich durchdrang das n&auml;chste gro&szlig;e Werk des Deutschen Idealismus die gesellschaftliche Wirklichkeit des &Ouml;konomischen; es erschien in der zweiten H&auml;lfte des 19. Jahrhunderts und trug den Titel &#8220;Das Kapital&#8221;. Beiden Werken ist gemeinsam eine v&ouml;llig unverbrauchte Jugendfrische, beide haben auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts nichts von ihrer Wahrheit eingeb&uuml;&szlig;t. Es hat sich gezeigt, da&szlig; die Grundbegriffe beider Werke systematisch miteinander verkn&uuml;pft werden k&ouml;nnen. Aber auch jeder Grundbegriff f&uuml;r sich ist weiterer Entfaltung und Pr&auml;zisierung f&auml;hig, was hier am Kriegsbegriff zu demonstrieren war. Freilich sind der Krieg und die Erkenntnisstufe des Bellizismus nicht das letzte Wort der V&ouml;lker, sondern die Geschichte, der Gang Gottes auf Erden, und der Historismus als Erkenntnisweise relativieren zuguterletzt alles. </p>
<p><div align=right><strong>Reinhold Oberlercher</strong> <br />(Januar 1999)</div>
<p>&nbsp; <br /><strong>Glossar:</strong> </p>
<p><font id="go">G<sub>v</sub></font> <font id="be">Arbeitskraft, Tatkraft, Handlungsf&auml;higkeit, Kompetenz.</font> <br /> <font id="sy">&ordm;</font><font id="be">Selbheit (Identit&auml;t).</font> <br /> <font id="go"><strike>G</strike><sub>v</sub></font> <font id="sy">&ordm;</font> <font id="go">/<sub>v</sub> </font> <font id="sy">&ordm;</font> <font id="go">K</font> <font id="be">Arbeit, Tat, Handlung, kompetentes Tun. (Kraftverbrauch).</font> <br /> <font id="go">K(/<sub>r</sub></font><sub><font id="sy">&sup1;</font><font id="go"> v</font></sub><font id="go">) </font><font id="sy">&ordm;</font><font id="go"> K(<strike>G</strike>) </font><font id="be">Arbeit als Verbrauch von G&uuml;tern (Sachvernichtung).</font> <br /> <font id="go">K(/<sub>v</sub>) </font><font id="sy">&ordm;</font><font id="go"> K(<strike>G</strike><sub>v</sub>)</font> <font id="be">Kraftvernichtung (Menschenverbrauch).</font> <br /> <font id="go">K(/) </font><font id="be">Vernichtungsarbeit.</font> </p>
<p><font id="go">G<sub>v</sub>(/) </font><font id="be">Streitkraft.</font> <br /> <font id="go"><sub><font size=-1>1</font></sub>G<sub>v</sub>(/)</font> <font id="be">Streitkraft 1 (Links).</font> <br /> <font id="go"><sub><font size=-1>2</font></sub>G<sub>v</sub>(/)</font> <font id="be">Streitkraft 2 (Rechts).</font> <br /><font id="go"><sub><font size=-1>1</font></sub>w<sub><font size=-1>2</font></sub></font> <font id="be">Aufmarsch der Streitkr&auml;fte 1 und 2 (Links gegen Rechts).</font> </p>
<p><font id="go"><sub><font size=-1>1</font></sub>/</font> <font id="be">Streitkraft 1 (Links).</font> <br /> <font id="go">\<sub><font size=-1>2</font></sub></font> <font id="be">Streitkraft 2 (Rechts).</font> <br /> <font id="go"><sub><font size=-1>1</font></sub>/</font> <font id="go">\<sub><font size=-1>2</font></sub></font> <font id="be">Aufmarsch der Streitkr&auml;fte 1 und 2 (Links gegen Rechts).&nbsp;</font> </p>
<p><font id="go"><sub><font size=-1>1</font></sub>X<sub><font size=-1>2</font></sub></font> <font id="be">Gefecht zwischen Links und Rechts. Treffen. Schlacht. Krieg.</font> <br /> <font id="go"><SUB><font size=-1>1</font></SUB><font id="sy">&Auml;</font><SUB><font size=-1>2</font></SUB></font> <font id="be">Gefecht im Gefechtsfeld zwischen Links und Rechts.</font> <br /> <font id="go">.</font><font id="sy">&Aring;</font> <font id="be">Entscheidung im Gefechtsfeld f&uuml;r Links (Sieg 1).</font> <br /> <font id="sy">&Aring;</font><font id="go">.</font> <font id="be">Entscheidung im Gefechtsfeld f&uuml;r Rechts (Sieg 2).</font> <br /> <font id="go">.+<sup>&#8230;</sup></font> <font id="be">Erfolg des Sieges 1 au&szlig;erhalb des Gefechtsfeldes (dreifach).</font> <br /> <font id="go"><sup>..</sup>+.</font> <font id="be">Erfolg des Sieges 2 au&szlig;erhalb des Gefechtsfeldes (doppelt).</font> </p>
<p> <font id="go"><em><strike>N</strike></em></font> <font id="be">Gewalttat als Einheit von Angriff A und Verteidigung V: AV.</font> <br /> <font id="go"><sub><font size=-1>1</font></sub><strike>G</strike><sub><font size=-1>v</font></sub>(/)</font> <font id="sy">&ordm;</font><font id="go"> <sub><font size=-1>1</font></sub><em><strike>N</strike></em></font> <font id="be">Verbrauch von Streitkraft 1 als Gewalttat 1.</font> <br /> <font id="go"><sub><font size=-1>1</font></sub><em><strike>NN</strike></em><font size=-1><sub>2</sub></font></font> <font id="be">Kampf als Einheit der Gewalttaten 1 und 2 mit dem Kampfbeginn durch die Verteidigung. Waffenloser Kampf. Ringen.</font> <br /> <font id="go">V(<sub><font size=-1>1</font></sub><em><strike>N</strike></em>) </font><font id="sy">></font><font id="go"> A(<sub><font size=-1>1</font></sub><em><strike>N</strike></em>)</font> <font id="be">Verteidigung st&auml;rker als Angriff.</font> <br /> <font id="go">(<sub><font size=-1>1</font></sub>/ = \</font><font id="go"><sub><font size=-1>2</font></sub>) &amp;<sub><font size=-1> 1</font></sub></font><font id="sy">&Auml;</font><sub><font id="go"><font size=-1>2</font></font></sub> <font id="go">&amp;<font size=-1> <sub>1</sub></font>V &amp; A<sub><font size=-1>2</font></sub> </font><font id="sy">&reg;</font><font id="go">.</font><font id="sy">&Aring;</font></font> <font id="be">Sieg des Verteidigers.</font> </p>
<p><font id="go"><sub><font size=-1>1</font></sub><em><strike>N</strike></em>X<em><strike>N</strike></em><font size=-1><sub>2</sub></font></font> <font id="be">Gefecht. Bewaffneter Kampf. Handgefecht.</font> <br /> <font id="go"><sub><font size=-1>1</font></sub><em><strike>N</strike></em> = <em><strike>N</strike></em><font size=-1><sub>2</sub></font></font> <font id="be">Kriegerisches Gleichgewicht.</font> <br /> <TABLE CELLPADDING=2 CELLSPACING=0 BORDER=0> <TR> 	<TD><IMG SRC="bilder/der_begriff_des_krieges-01.gif" nosave WIDTH=198 HEIGHT=22 BORDER=0></TD> 	<TD><font id="be">Handgefecht mit Schu&szlig;wechsel.</font></TD> </TR> <TR> 	<TD VALIGN="TOP"><IMG SRC="bilder/der_begriff_des_krieges-02.gif" nosave WIDTH=225 HEIGHT=23 BORDER=0></TD> 	<TD><font id="be">Feuergefecht<br />(Maschinenschu&szlig;wechsel).</font> </TD> </TR> </TABLE></p>
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		<title>Karl Marx und die deutsche Philosophie</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Aug 1998 10:44:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DK</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die in der <i><u>Aula</i></u> gef&uuml;hrte Debatte &uuml;ber Karl Marx zwischen den Standpunkten der Autoren L&ouml;w/Romig (5/97), Girtler (9/97) und Golowitsch (12/97) hat sich auf die Pers&ouml;nlichkeit Marxens kapriziert und v&ouml;llig vermieden, das Hauptwerk des Theoretikers Marx auch nur zu ber&uuml;hren. Damit hat man sich selber vom Verst&auml;ndnis des Grundes der gegenw&auml;rtigen Marx-Renaissance abgeschnitten, die sich allein auf <i><u>Das Kapital</i></u> st&uuml;tzen kann.&nbsp;</p>
<p>Au&szlig;erdem hat die Debatte den Sozial-Antisemitismus des Juden Marx gegen ihn selber als zu erhebenden oder zu entkr&auml;ftenden Vorwurf instrumentiert und daher die gegenw&auml;rtig herrschenden Denktabus und Kritikschablonen verst&auml;rkt, anstatt sich &uuml;ber sie souver&auml;n hinwegzusetzen. Weil es heutzutage keine &ouml;ffentlichen Judenfeinde geben darf, gibt es in Wahrheit auch keine Judenfreunde. Wer den Ha&szlig; verbietet, der hat die Freiheit nicht weniger unterdr&uuml;ckt, als wer die Liebe &auml;chtet.&nbsp;</p>
<p>Selbstredend war Marx ein kulturdeutscher Antisemit, aber eben auch ein Blutsjude, der alttestamentarisch hassen konnte und z.B. &Ouml;sterreich ganz besonders &uuml;ble Finanzjuden an den Hals gew&uuml;nscht hat. Die Menschen allgemein sind widerspr&uuml;chliche Wesen, und Marx war es in au&szlig;ergew&ouml;hnlichem Ma&szlig;e: Als systematischer Theoretiker war er ein deutscher Philosoph, als Praktiker und Programmatiker dagegen ein j&uuml;discher Gewalt- und Machtideologe der besonders staatsfeindlichen und antipolitischen Art. Der Marxismus als j&uuml;dische Gewaltideologie ist in Ru&szlig;land und ganz Osteuropa blamabel gescheitert, und zwar zuguterletzt an der mitteldeutschen Einigungsbewegung von 1989; der Marxismus als deutsch-systematische Theorie des Kapitalismus hingegen ist durch den Triumph der kapitalistischen Plutokratie des Westens &uuml;ber die kommunistische Despotie in Osteuropa gl&auml;nzend best&auml;tigt worden. Der deutsche Marx hat recht behalten, der Kapitalismus war die Weltrevolution, die alle vorkapitalistischen und reaktion&auml;r-antikapitalistischen Gesellschaftsformen hinweggefegt hat. Dieser Erfolg als Theoretiker war Marx beschieden, weil er sich zur deutschen Philosophie und ganz besonders zum Deutschen Idealismus streng epigonal verhielt und sich jede origin&auml;r j&uuml;dische Gedankenzutat (au&szlig;er dem Ausrutscher der &#8220;Expropriation der Expropriateure&#8221; im 23. Kapitel des ersten <i><u>Kapital</i></u>-Bandes) verkniff. Die Sieben gegen Theben waren zwar originell, aber erst ihre Epigonen auch erfolgreich.</p>
<p>Karl Marx war ein j&uuml;discher Verbrecher <u>und</u> ein deutsches Genie. Dem Genie ist die deutsche Treue zu halten, die literarischen Verbrechen des j&uuml;dischen Ideologen aber sind verj&auml;hrt. Die konservativen Sch&auml;tzungen der russischen Regierung &uuml;ber die Zahl der Menschenopfer, die in Anwendung der j&uuml;disch-marxistischen Gewaltideologie in der Sowjetunion gebracht wurden, belaufen sich auf sechzig Millionen. Dieses Verbrechen &uuml;bertrifft noch das des Mongolensturms und ist damit singul&auml;r in der Weltgeschichte &uuml;berhaupt. Es h&auml;tte ohne die willige Hilfe des ganzen Weltjudentums nicht ausgef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen.</p>
<p>Als deutsches Genie hat Karl Marx den ganzen Deutschen Idealismus beerbt und mit dem <i><u>Kapital</i></u>, seinem Hauptwerk, den letzten und ausgereiftesten Systementwurf der idealistischen Bewegung vorgelegt. Schon seinen systembegr&uuml;ndenden Begriff der Ware als Einheit eines Gebrauchswertes (oder -gegenstandes) mit seinem Tauschwert hat er getreulich aus Hegels <i><u>Rechtsphilosophie</i></u> (1821) abgekupfert, wo in &sect; 40 das Recht als Einheit eines Besitzes mit seinem Eigentum bestimmt wird. Weil jedes Recht auch eine Ware und jede Ware auch ein Recht ist, hat Marx eine grundlegende &Uuml;bersetzungsarbeit des juridischen in den polit&ouml;konomischen Grundbegriff geleistet, aus dessen Selbstbewegungen er sein System aufbaut und in seiner reflexionslogischen Wertformenlehre &uuml;ber Hegel hinausf&uuml;hrende Resultate in Gestalt einer exakten Gelddeduktion erh&auml;lt, die ihm die genaue Unterscheidung zwischen Wesen und Funktion (Erscheinung) des Geldes gestattet und das Kapital als selbstbez&uuml;gliche Geldfunktion demonstriert. Implizit hat Marx mit seiner Gelddeduktion aus der Warenwelt auch die Ableitung des &ouml;ffentlichen Rechts aus der Welt der Rechte und die Staatsdeduktion aus der Welt der juristischen Personen geliefert, obwohl er keine Staatstheorie verfa&szlig;t hat. Von Hegel hat Marx auch die Theorie der Verelendung in der b&uuml;rgerlichen Gesellschaft &uuml;bernommen, nicht aber das Konzept des Staates als Wirklichkeit der sittlichen Idee, als Dasein Gottes auf Erden.&nbsp;</p>
<p>Die Autoren L&ouml;w/Romig meinen, Marxens &ouml;konomische Theorie lie&szlig;e sich mit einem legeren Verweis auf die herrschende Meinung der Universit&auml;ts&ouml;konomie erledigen. Die Qualit&auml;t der schul&ouml;konomischen Marx-Rezeption ist aber unter aller Kritik. So etwa kann man folgenden Vollunfug lesen: &#8220;Die Ware Arbeit ist nun nach Marx die einzige, bei der Gebrauchs- und Tauschwert voneinander abweichen k&ouml;nnen, und zwar &uuml;bersteigt der Gebrauchswert den Tauschwert der Arbeit.&#8221; (Klassiker des &ouml;konomischen Denkens. II. Von Marx bis Keynes, ed. Starbatty, M&uuml;nchen 1989) Das bedeutet, da&szlig; die Universit&auml;ts&ouml;konomie noch nicht einmal das erste Kapitel des <i><u>Kapitals</i></u> versteht. Sie kann es nicht verstehen, weil ihr die philosophische Allgemeinbildung mangelt, die sie erkennen lie&szlig;e, da&szlig; <i><u>Das Kapital</i></u> steht und f&auml;llt mit dem Begriffskonzept des Deutschen Idealismus im besonderen und dem krafttheoretischen Denken der deutschen Philosophie im allgemeinen. Den einzigen Schwachpunkt in Marxens System hat die Universit&auml;ts&ouml;konomie nat&uuml;rlich auch nicht entdeckt. Er besteht darin, da&szlig; beim Wert der Arbeitskraft nicht die Arbeitswerttheorie angewandt, sondern der Preis der Konsumtionsmittel als Wertbestimmer unterstellt worden ist. In Korrektur dieser Inkonsequenz habe ich den dritten, arbeitskraftproduzierenden Sektor in die Kritik der politischen &Ouml;konomie eingef&uuml;hrt und die darin m&ouml;gliche Mehrarbeit, deren p&auml;dagogisches Mehrprodukt unter Umst&auml;nden auch als Lohnzuwachs realisierbar ist, als Kosumtionsrente, die nicht mit Alfred Marshalls Konsumentenrente zu verwechseln ist, postuliert (<i><u>Das Gesetz des Gesamtnutzens</i></u>, 1981).</p>
<p>Kants Generalfrage lautet: &#8220;Wie sind synthetische Urteile a priori m&ouml;glich?&#8221; (KdrV,B19) Man urteilt Begriffe analytisch, wenn lediglich die mit ihnen schon gegebenen Bestandteile aufgedeckt werden, und man urteilt den Begriff synthetisch, wenn mehr als das mit ihm Gegebene herauskommt, also ein Mehrwissen entsteht. Bei aposteriorisch-synthetischen Urteilen unterstellt Kant die Herkunft dieses Mehrwissens aus der Erfahrung, bei apriorisch-synthetischen Urteilen aber komme das Mehrwissen &#8211; das geistige Mehrprodukt des Erkenntnisprozesses &#8211; aus dem Erkenntnisverm&ouml;gen. Das Erkenntnisverm&ouml;gen als geistige Arbeitskraft ist dem Erkennen, der geistigen Arbeit, transzendental, aber nicht transzendent, also nicht jenseits von Raum und Zeit.&nbsp;</p>
<p>Das Mehrwissen oder der Erkenntniszuwachs aus Erkenntnisprozessen, die zu synthetischen Urteilen a priori f&uuml;hren, hat bei Kant also seine Quelle im Erkenntnisverm&ouml;gen. Marx verallgemeinert das Transzendentalapriori aus Kants <i><u>Kritik der reinen Vernunft</i></u> in seiner <i><u>Kritik der politischen &Ouml;konomie</i></u> auf alle Arbeitsprozesse und die in ihnen m&ouml;gliche Mehrarbeit, die sich in einem Mehrprodukt mit einem Mehrwert vergegenst&auml;ndlicht, der sich am Markt als Geldpreis realisieren mu&szlig;. Das Transzendentalapriori der Marxschen &Ouml;konomie ist die menschliche Arbeitskraft &uuml;berhaupt. Wer die Marxsche Mehrwerttheorie angreifen will, der mu&szlig; Kants synthetische Urteile a priori aushebeln, oder uns zumindest vorf&uuml;hren, wie er das Ding-an-sich erkennt. Fichte wollte Kantianer ohne das Ding-an-sich sein, hat sich den Atheismus-Vorwurf zugezogen und war ein beinharter Sozialist, Nationalist und Arbeitstheoretiker, der Eigentum nur als Arbeitsmonopol, nicht aber als Besitzmonopol, anerkannte. Von Schelling hat Marx die Naturtheorie und von Hegel auch noch die Dialektik &uuml;bernommen. Wer sich theoretisch mit dem <i><u>Kapital</i></u> anlegt, steht nicht nur gegen den ganzen Deutschen Idealismus, sondern mindestens noch gegen die Leibnizsche <i><u>Monadologie</i></u>.</p>
<p>Kapitalismus heute funktioniert wie im <i><u>Kapital</i></u> dargestellt. Die Alte Linke, in Deutschland 1933 besiegt, hatte die Arbeiter in der gro&szlig;en Industrie f&uuml;r das revolution&auml;re Subjekt gehalten. Die Neue Linke, die 1968 in Erscheinung trat, ging in ihrer Strategie von der arbeitslosen Produktion in der vollautomatischen Fabrik, also vom Ende der Wertsch&ouml;pfung und der kapitalistischen Warenproduktion aus und setzte ihre Hoffnung in jene Massen, die von den Herrschenden ern&auml;hrt werden m&uuml;ssen. Bei f&uuml;nf Millionen offiziellen und acht Millionen reellen Arbeitslosen allein in der vereinigten Besatzungszone Deutschlands kein unrealistischer Ansatz.</p>
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		<title>Vorherrschaft und Vorknechtschaft</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Aug 1998 10:02:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Veranstalter der Sommeruniversität haben mir ein riskantes Thema gestellt: "Deutschland als Hegemonialmacht - warum nicht?" Dieses "warum nicht?" hat einen doppelten Sinn, einen biederen und einen trotzigen. Im biedermännischen Sinne ist das "warum nicht?" die Aufforderung zur Aufzählung der Gründe, die gegen eine deutsche Hegemonie in Europa sprechen. Im trotzigen Sinne, der nationalbewußten ...


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Veranstalter der Sommeruniversität haben mir ein riskantes Thema gestellt: &#8220;Deutschland als Hegemonialmacht &#8211; warum nicht?&#8221; Dieses &#8220;warum nicht?&#8221; hat einen doppelten Sinn, einen biederen und einen trotzigen. Im biedermännischen Sinne ist das &#8220;warum nicht?&#8221; die Aufforderung zur Aufzählung der Gründe, die gegen eine deutsche Hegemonie in Europa sprechen. Im trotzigen Sinne, der nationalbewußten Deutschen einfallen mag, bedeutet die Frage ein rhetorisches &#8220;ja warum denn eigentlich nicht!&#8221;, &#8211; nicht mit Frage-, sondern mit Ausrufezeichen. &#8211; Vorsicht ist bei diesem Thema also angebracht. Dieser Vorsicht wegen sollen die Gründe für beide Lesarten des Titels aufgezählt werden, diese gegen und jene für eine Hegemonialmacht Deutschland.</p>
<p>Der erste Grund, warum Deutschland keine Vorherrschaft in Europa innehaben soll, ist der, daß es eine derzeit viel wichtigere, der europäischen Gesamtlage angemessene Rolle tatsächlich ausfüllt: die Vorknechtschaft. Deutschland hat gegenwärtig keine Zeit, den Vorherrn Europas zu spielen, weil es sein Vorknecht ist. Seit 1945 ist Europa der Knecht außereuropäischer Mächte. Deutschland mußte nicht nur zwei Weltkriege und viele Millionen Menschen (allein sechs Millionen Tote noch nach dem 8. Mai 1945) verlieren und eines Drittels seines Staatsgebietes beraubt werden, um überhaupt in die engen Stiefel des europäischen Vorknechtes hineinzupassen. Darüberhinaus wurde der von Deutschen bewohnbare Landesrest noch dreigeteilt, um je einen Vorknecht für das westliche, das östliche und das neutralisierte Europa zu stellen.</p>
<p>Der zweite Grund, der gegen eine Vorherrschaft Deutschlands in Europa spricht und der in der offiziellen Propaganda ständig wiederholt wird, ist das Jahrfünft der wirtschaftlichen, ideologischen und technisch-kulturellen Dominanz Deutschlands von 1933-1938 sowie die anschließenden Jahre militärischer Initiativen (1939-43). Das übrige Europa hat diese kurze deutsche Hegemonie nicht honoriert, sondern sanktioniert. Weil sich schon im ersten Weltkrieg gezeigt hatte, daß keine europäische Koalition stark genug war, Deutschland in die Knie zu zwingen, gelang die Enthegemonisierung Deutschlands nur durch Verbrüderung mit außereuropäischen Mächten. Damit war Europa aufgegeben und geriet in die Knechtschaft der USA (und ihres Hilfspolizisten UdSSR). Europa, das Deutschlands Vorherrschaft nicht ertragen wollte, sah sich nun deutscher Vorknechtschaft unterworfen, einer ihrer Natur nach viel kleinlicheren Angelegenheit.</p>
<p>Der dritte Grund gegen die Vorherrschaft Deutschlands in Europa folgt aus den ersten beiden. Weil Deutschland heute ein bloßer Vorknecht ist und nicht einmal sein eigener Herr, ist an eine Vorherrschaft nicht zu denken. Und der Rest von Europas Staaten ist nicht nur keiner deutschen Vorherrschaft würdig, sondern überhaupt keiner, denn diese Staaten sind ebenfalls keine Herren, sondern bloße Unterknechte. Die Aufgabe der geschichtlichen Stunde ist also nicht die Anerkennung einer Vorherrschaft über die europäischen Herrschaften, sondern die Befreiung aller Europäer aus der US-Gesamtknechtschaft.</p>
<p>Zwecks Lageanalyse Europas, also einer theoretischen Zerlegung, die zur praktischen Zerlegung der europäischen Niederlage von 1945 führen soll, muß der Charakter unserer US-Gesamtknechtschaft näher betrachtet und das Wesen der USA skizziert werden.</p>
<p>Amerika ist der Abfall von Europa. Dieser Abfall Europas ist eine gefährliche Macht, weil eine utopische, eine entortete Macht. Deren Ideologie ist der Immigrationismus. Die Bevölkerung der USA besteht aus einer Summe von Sozialatomen, aus einer Ansammlung von Individuen, die sich selbst entwurzelt und die freiwillige Entvaterlandung zum Naturrecht jedes Einzelnen erklärt haben (Kongreßakt vom 27.7.1868).</p>
<p>Weil Amerika von europäischem Völkerabfall gegründet wurde, ist es weniger als ein europäischer Knecht. Amerika ist zur Knechtschaft unfähig wie zur Herrschaft. Durch Selbstnomadisierung ist Amerika zur globalen Pastoralmacht geworden, hat es aber nie zur Herrschaftsmacht oder gar zur Vorherrschaftsmacht, also zur Hegemonie im europäischen Sinne, gebracht. Amerika übt Macht aus über unzählige, zumeist dunkle Wege, aber findet eigentlich keinen Gehorsam in der Welt, sondern getriebene Furcht und renitente Getriebenheit. Denn Amerika versteht nicht, zu herrschen. Es findet nicht den Befehlston des Herrn gegenüber dem Knecht und hört nicht das Echo der Verantwortung, das vom Knecht auf den Herrn zurückgeworfen wird. Amerika ist Cowboy, also eine Viehtreibermacht: ein Völkerhetzer, ein Völkerscherer und ein Völkerschächter. Dies ist Amerika schon allein dadurch, daß es Erfinder der formellen Nation oder bloßen Staatsnation ist. Amerika ist Einzelwillensnation statt reelle Nation; es ist kein wirklicher, von einem Volk getragener Nationalstaat, denn die Amerikaner sind kein Volk, sondern das Gegenteil: eine Bevölkerung.</p>
<p>Amerika ist Einwanderungsland und überzieht die Welt mit seiner Ideologie des Immigrationismus, dem ein Emigrationismus entspricht, der das globale Naturrecht auf Expatriierung postuliert. Die mit der Auswanderung vollzogene Entvaterlandung der atomisierten Einzelwillen führt zu bleibender Entwurzelung im Einwanderungsland. Der amerikanische Typus ist der umherziehende Jobber mit Wohnwagen: der kapitalistische Börsenjobber wie der proletarische Gelegenheitsjobber. Der amerikanische Typus ist der Nomade der Moderne, d.h. der Nomade im Zeitalter des siegreichen Nomadismus.</p>
<p>Nomadisierende entwurzelte Bauernvölker bringen es aber meist nur zu einem seelisch verelendeten Sekundärnomadismus. Der souveräne Primärnomadismus dagegen ist eine erfolgreiche Emanzipation der Hirten von den Bauern, ihren Herren. Diesen siegreichen Hirten gegenüber ist der aus Zwängen und Hoffnungen geborene Sekundärnomadismus entwurzelter Bauern unterlegen, denn die Hirten haben eine anti-neolithische Konterrevolution auf ihrer Seite. Dies ist einer der Gründe, daß die Yankees unter die Fuchtel der Juden geraten sind. Ein anderer Grund ist die Alttestamenterei des puritanischen Biblismus, der schon aus den amerikanischen Pilgervätern Ideologie-Juden gemacht hatte. Der Sieg des Nomadismus in Amerika zwang der Welt die Moderne auf. Sicherlich trug dazu auch der angelsächsische Freibeutergeist, der ganz leicht in gewöhnliche Piraterie und in Schiffs- und Kapitalnomadismus umschlägt, seinen Teil bei.</p>
<p>In den USA müssen Völkerkämpfe bislang in der Form zivilgesellschaftlichen Verbändekampfes &#8211; von pressure groups &#8211; ausgetragen werden. Durch Mancur Olson wissen wir (The Logic of Collective Action. Public Goods and the Theory of Groups, Cambridge/Mass. 1965), daß in einem gesellschaftlichen Kampf die kleine Gruppe taktisch-organisatorische Vorteile gegenüber der großen hat. Wo, wie in Amerika, Völkerschaften sich als zivilgesellschaftliche Interessengruppen gegenübertreten müssen, siegt immer das Kleine Volk über das Große Volk. Das Große Volk der USA aber sind mit einer Kopfzahl von 60 Millionen die Deutschen. Ihnen gebührt rechtens die Vorherrschaft innerhalb der  USA, welche die Juden usurpiert haben.</p>
<p>Dieser etwas schärfere Blick auf Amerika hat uns von der schönfärberischen Illusion befreit, die europäischen Völker seien die Knechte der USA. Die Völker Europas sind die getriebenen Herden der kapitalistischen Pastoralmacht: nicht Treiber, sondern Getriebene, unbeherrscht blökenden Schafsnaturen ähnlicher als edlen Knechten. Herrschaft und Knechtschaft wiederzufinden ist Waffe des Befreiungskampfes der Völker, denn die Germanen wurden, wie Hegel sagte, nicht von der Knechtschaft befreit, sondern durch sie. Nicht nur Europa muß von raumfremden Treibern befreit werden, sondern auch Amerika selber von seiner Pastoralmacht. Sein Hirt-Vieh-Verhältnis ist zu brechen und zum Herr-Knecht-Verhältnis emporzuheben. Die Befreiung der europäischen Völker ist ihre Selbstentviehung. Europa ist unter amerikanischer Pastoralmacht zum Gegenstand globaler Spekulation, zur Ressource geworden, auf deren Gebiet europäische wie exotische Völkerherden geweidet, geschoren und geschächtet werden von den Treibern der Globalfinanz.</p>
<p>Jede Befreiung von etwas ist gleichzeitig eine Befreiung zu etwas. Die Befreiung der Völker Europas von der Amerikanisierung ist die Befreiung der amerikanischen Völkerschaften europäischer Abstammung zu ihrer Re-Europäisierung. Das Hirten-Herden-Verhältnis zu zerbrechen, Abels Anmaßung wieder abzustrafen und Kains Herrschaft über Boden und Blut wieder herzustellen sind gemeinsame Mittel des nordatlantischen Befreiungskampfes. Freiheit gibt es also nicht in der demokratisierten und kapitalisierten Masse, welche immer eine Herde ist und zu eigner Tatmacht außer Stande, sondern immer nur im Stande von Herrschaft und Knechtschaft.</p>
<p>Herrschaft ist das Verhältnis von Befehl und Gehorsam zwischen Menschen, zwischen Menschengemeinschaften und innerhalb eines Menschen. Herrschaft ist also dasselbe wie Knechtschaft. Jener Mensch, der seinen Leib unter die Herrschaft seiner Seele und seine Seele in die Knechtschaft seines Geistes zwingt, ist innerlich frei und hat dadurch die Möglichkeit, sich von äußerer Unfreiheit zu befreien. Nur derjenige, der sich selber zum Knecht machen und die jeweils niederen Schichten seines Selbst zum Gehorsam gegen die höheren zwingen kann, wird Herr seiner selbst. Die Herr-Knecht-Verhältnisse innerhalb des Menschen schaffen seine Person und ihr Bewußtsein, also die Freiheit des Einzelnen; die Herr-Knecht-Verhältnisse zwischen den Einzelnen schaffen die freien Gemeinschaften; und die Herr-Knecht-Verhältnisse zwischen den Gemeinschaften schaffen die höheren Gemeinwesen bis hin zu staatlich verfaßten Völkern (reellen Nationen) und außenpolitisch verfaßten Völkerfamilien und -sippen, d.h. völkerrechtlichen Großraumordnungen oder Nationenreichen.</p>
<p>Ideologen des Nomadismus wollen immer &#8220;die Herrschaft von Menschen über Menschen aufheben&#8221;, um dann die Geschichte vom guten Hirten und seiner Herde zu erzählen und uns die Schafsnatur einzureden. Die europäischen Völker können sich nicht von der Schafsnatur befreien, ohne die Hirten und ihre pecunia, die Kapitalherden, wieder in die Knechtschaft der Höfe zu nehmen. Das heißt, das Kapital muß aus einem Spekulationsgegenstand wieder zu einem Unternehmensmittel gemacht und die Dynamik der Märkte in das Joch der völkischen Eigenwirtschaften gespannt werden. Die Souveränität jedes Volkes muß nicht nur geistig und rechtlich (als Volksgeist und als Völkerrechtssubjekt), sondern auch ökonomisch (als Volkswirtschaft) anerkannt werden. Man darf Demokratie weder mit Volksherrschaft noch mit Volkssouveränität verwechseln. Demokratie ist politischer Kapitalismus. Amerika zwingt der Welt mit der Demokratie den Kapitalismus auf. Ein souveränes Volk ist frei, über seine geistige, seine politische und seine wirtschaftliche Verfassung selbst zu bestimmen. Ausländische Unterstützung der &#8220;demokratischen Kräfte&#8221; in einem Land ist Einmischung in seine inneren Angelegenheiten und heißt, die Käuflichen zu kaufen und die Entscheidung des Volkes über seine politische und wirtschaftliche Ordnung von außen zu manipulieren.</p>
<p>Man hüte sich vor dem falschen Souveränitätsbegriff, der Souveränität mit völliger Unabhängigkeit gleichsetzt. Schon aus dem Grunde der bekannten Herr-Knecht-Dialektik, wonach der größte Herr am abhängigsten ist, weil er die Arbeit besonders vieler Knechte nötig hat, ist nicht souverän, wer völlig unabhängig ist. Der Unabhängige braucht nicht den Gehorsam der anderen, weiß aber auch nichts zu befehlen; er muß selber niemandem gehorchen und erringt daher nur schwer die Herrschaft über sich selbst. Souveränität ist Selbstverantwortung. Souverän ist jede Entscheidung, die nur vor Gott, nicht aber vor einer irdischen Instanz verantwortet werden muß.</p>
<p>Der Befreiungskampf der Völker wird in der Neuen Welt die USA und Kanada abwickeln und neue, exklusive Volksstaaten schaffen, die, wenn es gut läuft, mit ihren europäischen Stammvölkern liiert sind. In Europa werden die imperialistischen Reichsersatzmächte Großbritannien und Frankreich auseinanderfallen, weil sie Ethnozid-Staaten sind. Es gibt nämlich Franzosen und Großbriten sowenig wie es Sowjetmenschen gab oder EU-Menschen geben wird. In der Alten wie in der Neuen Welt wird auseinanderfallen, was nicht zusammengehört. Die europäischen Völker werden die nichteuropäischen sozial von sich abtun und aus ihren Gebieten ausweisen. Die formellen Nationen, die mit ihren widernatürlichen Staatsgrenzen die Siedlungsräume der Völker, also der reellen Nationen, durchschneiden, werden sich auflösen. Andrerseits wird auch weiterhin zusammenwachsen, was zusammengehört.</p>
<p>Der transatlantische Befreiungskampf der Völker wird das Nationalstaatsprinzip Ein-Volk-ein-Staat in der Neuen Welt erst durchsetzen und in der Alten Welt erneuern. Die völkischen Selbstbehauptungskriege in Ex-Jugoslawien, die erst durch den Humanismus der äußeren Einmischung und seine Taten der ethnischen Verschmutzung bestialische Begleiterscheinungen hervortrieben, könnten durchaus das Muster künftiger Erbauseinandersetzungen unter Europas Völkern abgeben. Die Abwicklung Frankreichs und Großbritanniens kann also sehr leicht noch blutiger werden. Das völkische Prinzip der ex-jugoslawischen Kriege ist das zukünftige europäische Gemeinschaftsprinzip, das Konflikte sowohl austragen als auch beenden kann. Im übrigen ist die Balkan-Politik aller europäischen Mächte einschließlich Rußlands heute schon viel richtiger, als allgemein behauptet, weil sie die Konsolidierung eines islamischen Staates in Europa verhindert. Ob Serbien oder Kroatien das bosniakische Autonomiegebiet angehängt bekommt, ist der einzig ernsthafte Streitpunkt.</p>
<p>Die staatsgeborenen Papiervölker Amerikas, Kanadas, Frankreichs und Großbritanniens werden untergehen und als viele natürliche Völker wiederauferstehen und sich ihre volksgeborenen Staaten schaffen: reelle Nationen als Nationalstaaten, die die formellen Nationen als Staatsnationen neben sich zwar dulden, aber nicht als gleichrangig anerkennen können, wodurch das Verhältnis von Herrschaft und Vorherrschaft wieder ins Blickfeld tritt. Sobald der homogene Volksstaat von Seattle bis Miami und von Brest über Lemberg bis Wladiwostok nicht nur politische Ideal-, sondern auch Normalverfassung der indogermanischen Völker sein wird, kann die Frage nach Deutschland als Hegemonialmacht neu gestellt werden und schlösse auch grundsätzlich die Möglichkeit ihrer Bejahung ein.</p>
<p>Jetzt erst, nach vollzogenener völkischer Revolution in Amerika und Europa, ist der Frage nach der Grundlage einer Hegemonialmacht Deutschland in Gestalt einer Betrachtung der geschichtlichen Resultate näherzutreten. Es erübrigt sich daher eigentlich die Feststellung, daß ich eine Hegemonie der BRD und ihres ochlokratischen Leitungspersonals weder für wünschenswert noch für möglich halte. Unter der ökonomischen Gesellschaftsformation des global abgrasenden Finanz- und Monopolkapitals können sich weder Herrschafts- noch Vorherrschaftsverhältnisse und damit überhaupt keine geordneten Verhältnisse herausbilden.</p>
<p>Ich unterstelle Rußland als reelle europäische Nation, wodurch der Siedlungsraum der europäischen Völker von den Bretonen in Brest bis zu den Russen in Wladiwostok reicht. Ich verwerfe die Idee des Eurasischen Reiches, weil es unvölkisch gedacht ist und die Russen zum bloßen Bollwerk gegen chinesische, indische und muslimischen Bevölkerungsmassen funktionalisiert und daher degradiert, nicht aber als europäisches Volk, nicht als Selbstzweck anerkennt. Überhaupt ist es eine dem gottlosen Systemdenken verfallene Redeweise, den Völkern Aufgaben zuzuweisen, die ihnen einen außerhalb ihrer selbst liegenden Daseinszweck andichten. Völker sind Weltansichten Gottes und jeder Volksgeist ist eine eigene Weise, Gott anzuschauen. Nur auf Grundlage solch einer minimalen Völkertheologie kommen wir zur Frage der völkerrechtlichen Großräume Europa und Nordamerika und ihrer inneren Vorherrschaften als einer Reichsfrage, also einer Frage der politischen Theologie. Dabei ist zu beachten: Vorherrschaft ist weniger als Herrschaft. Vorherrschaft ist bloß eine Rangordnung zwischen selbständigen Herrschaften, die freie Gefolgschaft der anerkannten Führerschaft. Und alle Herrschaft auf Erden ist unmittelbar zu Gott, ganz wie die Knechtschaft.</p>
<p>Mächte, die nicht auf der Grundlage Ein-Volk-ein-Staat errichtet sind, werden nicht nur politisch-historisch defizient sein, sondern auch theologisch, wodurch sie vom Heil immer weiter abkommen. Sie erreichen kein Jenseitiges und Wesentliches, also keine Reichsfähigkeit.</p>
<p>Die Aufteilung Nordamerikas in reelle Nationalstaaten wird Deutschamerika als größte Macht im Zentrum des Halbkontinents verorten. Weil das Wesen des deutschen Volkstums das Gemeingermanische ist, wird auch ein großer Teil der germanischen Bevölkerung Nordamerikas, der nicht von deutschen Einwanderern abstammt, sich als Deutschamerikaner naturalisieren. Deutschamerika wird also der Zentralstaat und die natürliche Vormacht in Nordamerika sein.</p>
<p>Europa insgesamt wird nach einer völkischen Revolution von außereuropäischen Landnehmern befreit sein. Die Staatsgrenzen innerhalb des Kontinents werden an den Rändern der rechtmäßigen Siedlungsräume seiner Völker verlaufen. Das Königreich Schottland und das Fürstentum Wales werden restituiert, das Königreich beider Sizilien mit dem italo-orientalischen Volk, die römische Republik der lateinischen Italiener in Mittelitalien und das dem Deutschen Reich zugewandte, durch Langobarden und Ostgoten germanisierte Norditalien als Volksstaaten wiedererstehen. Von Frankreich werden ein größerer gallo-romanischer und einige kleinere Nationalstaaten übrigbleiben. Wiederauferstehen werden das normannische, das bretonische, das okzitanische, das westgotische, das baskische, das westfränkische und das burgundische Volk und jedes seinen eigenen Nationalstaat schaffen. Je nach eigener Art und Zugehörigkeit werden sich die befreiten, vielgestaltigen Völker Europas der romanischen oder der germanischen Völkerfamilie zuordnen und engere oder weitere Reichsgenossenschaften bilden. Die sondergermanischen skandinavischen Volksstaaten werden als einzige unverändert fortbestehen.</p>
<p>Die deutschen Staaten werden zu einem einheitlichen, gemeingermanischen Reich aller deutschen Stämme verschmelzen und erstmals in der Geschichte den gesamtdeutschen Nationalstaat verwirklichen. Die von antieuropäischen Mächten angefachten Weltkriege werden durch die Friedenserklärung nach dem status quo ante von 1914 beendet. Den innereuropäischen Motiven der Weltkriege wird durch die völkische Reform der völkerrechtlichen Verhältnisse in Europa Rechnung getragen. Das gesamte deutsche Siedlungsgebiet in Böhmen und Mähren fällt an das Deutsche Reich.</p>
<p>Kongreßpolen wird als Königreich wiederhergestellt und als russische Sicherheitszone völkerrechtlich anerkannt sein. Die fremdvölkischen Siedlungsgebiete innerhalb der Nationalstaaten (nach dem Stand von 1914) werden entweder garantiert oder durch vereinbarten Gebiets- und Bevölkerungsaustausch beseitigt. Das europäische Realvölkerrecht im allgemeinen und die Reichsgenossenschaftsordnungen (Reichsvölkerrecht) im besonderen werden Vertreibungen militärisch sanktionieren und rückgängig machen, vereinbarte ethnische Entmischungen dagegen völkerrechtlich schützen und ethnische Verschmutzung unter kategorischen Prohibitiv (&#8220;Bilde kein Völkergemisch und verwerfe jedes Völkergemisch als Unnation!&#8221;) stellen. Als Leitstern wird über den befreiten Völkern der Sandersche Nationale Imperativ stehen: Sei  Nation und anerkenne jedes andere Volk als Nation!</p>
<p>Die künftige europäische Hegemonialfrage ist damit noch nicht gelöst. Frankreich und Großbritannien kommen für eine Hegemonie in Europa nach der völkischen Revolution nicht in Frage, weil es sie nicht mehr geben wird. Ob England überhaupt eine eigenständige Macht  bleibt, ist nicht gewiß; vielleicht wird es wieder zur niedersächsischen Westmark. Ein polnisch-russisches Vorherrschaftsbündnis ist nach der völkischen Revolution ausgeschlossen, weil Kongreßpolen als russischer Partner zu schwach und ansonsten sowieso als russische Sicherheitszone anerkannt sein wird. Gegenwärtig wäre ein polnisch-russisches Hegemoniebündnis durchaus möglich. Es hätte die Revitalisierung der Nato und die Wiedererrichtung des Eisernen Vorhanges an der Oder-Neiße-Linie zur Folge. Ich glaube, daß es vor der völkischen Revolution überhaupt keine politische, d.h. anerkannte Vorherrschaft in Europa geben wird, sondern nur politische Verlogenheit (siehe die Balkan-Kriege) und massenpsychologischen Herdentrieb.</p>
<p>Nach der transatlantisch-völkischen Revolution sind anerkannte Vorherrschaften auf eigentlich allen Tätigkeitsgebieten eines jeden indogermanischen Volkes möglich. Betrachtet nach Maßstäben des europäischen Herkommens, so sind die Russen als das größte europäische Volk der prädestinierte Hegemon der Alten Welt. Als nächster Kandidat kämen dann die Deutschen als zweitgrößtes europäisches Volk in Frage. Sind die künftigen Leistungen der großen europäischen Völker annähernd gleich, dann wäre Rußland der geborene Hegemon; sollte Deutschland auf allen Gebieten überragende Leistungen erbringen, dann käme eine deutsche Hegemonie in Frage. In beiden Fällen wäre ein deutsch-russischer Rückversicherungsvertrag das Rückrat der jeweiligen Vorherrschaft.</p>
<p>Die Annahme einer völkischen Revolution und daraus entstehender transatlantischer Doppelnationen wie z.B. Deutschland-Deutschamerika oder England-Neuengland verschiebt die Hegemonialchancen nach Westen, in erster Linie nach Deutschland. Aber alle europäischen Nationen wären dann transatlantische Spangenvölker. Wenn das Deutsche Reich in Europa mit den sondergermanischen Völkern eine enge Genossenschaft der germanischen Völkerfamilie bildet, dann wird entsprechend Deutschamerika eine solche germanische Reichsgenossenschaft in der Neuen Welt gründen. Jedes Volk wird ein transatlantisches Spangenvolk sein und die atlantisch-germanische Reichsgenossenschaft ein völkisches Spangenbündel darstellen.</p>
<p>Weil die gemeingermanische transatlantische Volkstumsspange, verstärkt durch die sondergermanischen Doppelvölker, die stärkste homogene Machtanhäufung darstellen wird, ist sie zur Vormacht vorbestimmt. Gleichwohl dürfte diese Machtballung zu schwach sein, um den russischen Siedlungsraum bis zum Pazifik hin zu dominieren. So stark also die europäisch-nordamerikanischen Germanenvölker auch sein mögen, &#8211; zur Vorherrschaft über den eurasischen Geamtsiedlungsraum der indogermanischen Völker brauchen sie das existentielle Bündnis mit den Russen. Dies wirft aber die Frage nach dem Europäertum der Russen und damit nach dem Wesen Europas auf.</p>
<p>Europa als Zentrum der Weltgeschichte gibt es seit der sog. Völkerwanderung, als germanische Heeresgruppen, die Stämme, das weströmische Reich überrannten und der germanischen Land- und Herrschaftsnahme öffneten. Sie ersetzten die antike Form des Gemeinwesens durch die höhere germanische Form; damit beendeten sie die antike Welt und eröffneten die germanische Welt mit ihren unvergleichlichen Leistungen in Mittelalter und Neuzeit. Die antike Welt war eine solche der germanischen Initiative auf orientalischen Grundlagen, also ein Intermundium von orientalischer und germanischer Welt. Europa vom Atlantik bis zum Pazifik, später in seinen Volkskolonien rund um den Globus, ist also die Welt der Germanen auf germanischer Grundlage.</p>
<p>Die Germanen sind die Schöpfer der sog. Arier, also der indogermanischen Völker, die durch germanische Hegemonie und Blutsmischung mit einer kulturtragenden Grundbevölkerung entstanden. So wurden die Hochkulturen im Orient, der Sumerer, der wedischen Inder, der Hethiter, der Mitanni, der Frühgriechen und der Perser geschaffen (ca. 2500-1700 v.Chr.). Mit dem Angriff der &#8220;Seevölker&#8221; auf Ägypten am Ende des 13. Jahrhunderts v. Chr. und der &#8220;dorischen Wanderung&#8221; nach Griechenland (Hakenkreuzzüge) begründeten die Germanen die Hochkultur der klassischen Antike; nebenbei verwandelten die Germanen Kanaan (Palästina) in &#8220;das Land, wo Milch und Honig fließt&#8221;, was prompt die Begehrlichkeit der Hebräer weckte. Die Kulturhöhe des klassischen Griechenlands wurde erst im 13. Jahrhundert n.Chr. vom Ersten Deutschen Reich überboten. Das ging wieder mit Kriegszügen nach Palästina einher (Kreuzzüge).</p>
<p>Die germanische Überwindung Westroms führte zur Begründung Europas als geschichtlichem Begriff. Europa, das ist die Errichtung der germanischen Welt, die auf der Freiheit jedes Einzelnen und seines Eigentums beruht. Geostrategisch möglich wurde die germanische Eroberung und Umformung des weströmischen Reiches nur durch das Stillhalteabkommen (Rückversicherungsvertrag) mit Ostrom und den dadurch ermöglichten vollen Einsatz aller germanischen Stämme einschließlich derjenigen aus dem russischen und dem balkanischen Raum. Eine Folge dieser Ausgangslage Europas war, daß die an der Westfront eingesetzten Germanen die Erben des ersten Rom wurden und schließlich das Heilige Römische Reich gründeten, die Ostgermanen aber die Dauerverbündeten von Byzanz, des zweiten Rom, wurden und nach dem Untergang des Byzantinischen Reiches ihr drittes Rom (Moskau) errichteten. Seitdem hängt das Schicksal der germanischen Welt  Europas am Rückversicherungsvertrag.</p>
<p>Die sog. Slawen und insonderheit die Russen sind wahrscheinlich nicht die Nachkommen der Bewohner der Pripet-Sümpfe, sondern durch steppennomadische Reitervölker (Skythen, Hunnen, Awaren, Madjaren,  Mongolen, Türken) überlagerte und blutsmäßig eingemischte Ostgermanen, die seit Kyrill und Method auch noch sprachlich überformt wurden. Mit der warägischen Aufnordnung Ostgermaniens im 9. Jahrhundert entstand das Kiewer Reich und damit die Staatsgeschichte Rußlands als einer Sonderentwicklung der germanischen Welt, die nicht nur die zwei Jahrhunderte Mongolenherrschaft überstand, sondern auch in ihrer tausendjährigen Geschichte einen ständigen Zustrom von Deutschen verbuchte, was den russischen und den deutschen Geist einander immer mehr annäherte. Während der bolschewistischen Fremdherrschaft wurde die germanische biologische Substanz Rußlands zielbewußt dezimiert und die germanische Produktionsweise durch die asiatische gewaltsam verdrängt. Der gegenwärtige Kampf um Rußland  entscheidet, ob die germanisch-bäuerliche oder die asiatisch-nomadische Linie siegt. Die nomadische Linie wird nicht nur von den Kapitalnomaden des Kleinen Volkes favorisiert, sondern auch von den Goldenen (Finanz-)Horden aus Fernost wie aus Fernwest. Verlieren sie den Kampf um Rußland, dann hat die völkische Revolution in Nordamerika wie in West- und Mitteleuropa sehr gute Aussichten auf einen vollständigen Sieg.</p>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 1998 23:29:11 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Was für eine Philosophie man wähle, hängt &#8230; davon ab, was man für ein Mensch ist: denn ein philosophisches System ist nicht ein toter Hausrat, den man ablegen oder annehmen könnte, wie es uns beliebte, sondern es ist beseelt durch die Seele des Menschen, der es hat. Ein von Natur schlaffer oder durch Geistesknechtschaft, gelehrten Luxus, und Eitelkeit erschlaffter, und gekrümmter Charakter wird sich nie zum Idealismus erheben.&#8221;</strong><br />
<em>Johann Gottlieb FICHTE, 1797</em></p>
<p>Der Deutsche Idealismus, so wird in gängigen Geschichten der Philosophie erzählt, habe von Kant bis Hegel sich munter entfaltet als kritischer (Kant), subjektiver (Fichte), objektiver (Schelling) und absoluter (Hegel) Idealismus, sei eine Weile preußische Staatsphilosophie gewesen und dann um die Mitte des 19. Jahrhunderts, als der späte Schelling in Berlin keinen Anklang mehr fand, zusammengebrochen. In dieser Sichtweise hat auch das eigentliche 19. Jahrhundert in seinen Siegeszügen von Naturwissenschaft und Technik erst mit Hegels und Goethes Tod Anfang der 30er Jahre begonnen.</p>
<p>Dieses vertraute Bild ist im entscheidenden Punkt, nämlich im Endpunkt, zu korrigieren: Der letzte Systementwurf des Deutschen Idealismus ist nicht die Endfassung des Hegelschen Systems, die <em>Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften</em> von 1830, sondern <em>Das Kapital</em> (1867,-85,-94) von Marx und Engels. Der Deutsche Idealismus, so meine These, brachte also am Ende des 19. Jahrhunderts in England seinen letzten und ausgereiftesten Systementwurf hervor.</p>
<p>Dieser Auffassung widersprechen Ideenhistoriker, die das Materialismus-Argument beim jungen Marx besonders ernst nehmen, also kommunistische Parteigeister und konservative ebenso. Besonders letzteren ist am Materialismus bei Marx viel gelegen, weil an einem handfesten Feind im geistigen Bürgerkrieg.</p>
<p>Wer die Kräfte eines Volkes auf ein Gemeinschaftsziel hin bündeln will, muß zuvor den geistigen Klassenkampf entschärfen, indem er die Kampfparteien zu notwendigen Momenten eines dialektischen Gegensatzes herabsetzt und damit den Kampf als ganzen in einen Motor für die Bewegungen des Volksgeistes verwandelt. Die These vom idealistisch-materialistischen Antagonismus in der Philosophiegeschichte möchte ich daher am Beispiel des Deutschen Idealismus relativieren und vielmehr zeigen,</p>
<ol>
<li>daß der Unterschied von Idee und Tat der von Tatgedanke und Gedankentat ist,</li>
<li>daß das Ideal und das Real einander normierende Normen sind, und</li>
<li>daß der Materialismus die Allgemeinheit, der Immaterialismus aber die Besonderheit und die Einzelheit im Denken des Deutschen Idealismus ausmacht.</li>
</ol>
<p>Das materialistische Argument selber in seiner dialektisch-tätigen Gestalt, in der auf die Spontaneität der menschlichen Arbeitskraft (und damit auch ihres Erkenntnisvermögens) abgehoben wird, bildet den denkerischen Ausgangspunkt der idealistischen Bewegung bei Kant. Der Sattlersohn Immanuel Kant weiß natürlich, daß die Arbeitskraft das Apriori einer jeden Arbeit und das Erkenntnisvermögen zum Inventar der Arbeitskraft und zum Apriori eines jeden Erkennens gehört. Und Johann Gottlieb Fichte, der Sohn eines armen Leinenbandwirkers aus der Lausitz, weiß, daß es auf die wirkliche &#8220;Thathandlung&#8221; ankommt, mit der das Ich das Nicht-Ich, also den Rest der Welt insgesamt, erobert. Vom materiellen Arbeitsprozeß, vom lebendigen Stoffwechsel des Menschen mit der Natur, hat der Deutsche Idealismus seinen Ausgang genommen. Dieser bot ihm den Anfang, die abstrakte Allgemeinheit der Bestimmungen des geistigen Arbeitsprozesses, also des Erkennens, das von Schelling und Hegel, den Sprößlingen des schwäbischen Pastorenadels, auf die Gedanken Gottes vor und nach der Erschaffung der Welt, also auf Logik, Natur und Geist, ausgedehnt wurde. &#8211; Idealistische Philosophie ist Philosophie der Arbeit, ist das System der Ideen als der Tatgedanken, die auf die Tathandlungen als den wahren Gedankentaten gerichtet sind. Der Deutsche Idealismus ist das Denken des Apriori von Arbeitskraft zum Arbeitsprozeß, ist das Gebundensein allen Erkennens an Arbeit und ihren Primat der Idee, so daß die Differenz von Idee und Tat nur als Unterschied von Tatgedanke und Gedankentat erscheinen muß.</p>
<p>Idealistisch ist schon der rein materielle Arbeitsprozeß, weil in jeder Arbeit der Gedanke vor der Tat kommt. Aber freilich ist so mancher Arbeitsprozeß gedankenschwer und tatenarm, wenn zur Herstellung der endgültigen Idee, dem unmittelbaren Tatgedanken, viele mittelbare Gedanken als Denkgegenstände (Probleme), Denkwerkzeuge (Begriffe), Denkmaschinen (Gedankensysteme, Theorien) und Denkautomaten (Theoriensysteme) nötig sind. In den industriell-materiellen Arbeitsprozessen der Gegenwart erscheint die dingliche Herstellung der Produkte oft nur als Schlußpunkt zum aufwendigen Entwicklungsgang einer ausführbaren Idee. Die Idee ist unter den ewigen Gütern das endlich ausführbare; sie ist das Konsumgut der geistigen Produktion. Das Ideal ist die Idee, wie sie sein soll; das Ideal ist die normierte Idee. Idealismus ist das System der Tatgedanken, wie sie sein sollen, und Deutscher Idealismus ist das System der deutschen Solltatgedanken.</p>
<p>Wenn die Idee in die Tat umgesetzt wird und ihr Ideal als ihr Real erscheinen muß, dann zeigt sich gewöhnlich, daß das Real das Ideal nicht erreicht. Das tatsächliche, das aus der Tat zur Sache gewordene Reale führt jetzt zur sog. praktischen Überprüfung des Ideals und der darin genormten Idee selber. Das nichtideale Real wirkt als Veränderungsnorm auf künftige Realisierungen der Idee und auch als Korrektiv auf die Idee selber und ihre Norm, das Ideal. Das Real ist zwar das Tatsächliche und daher selten ideal, normiert aber die Idee und ihr Ideal gleichermaßen. Das Sollen ist das ideale Wollen oder die Willensnorm. Denn der freie Mensch will tun, was er soll, und zugleich soll er wollen, was er kann, und was er kann, das will er auch sollen. Der freie Mensch als Person, als Pflichten- und Rechtesubjekt, verlangt nach dem sittlichen Leben. Die Abweichung vom Ideal und damit die Verfehlung der Norm wird zum Normgeber für die Entwicklung der menschlichen Arbeitsprozesse oder Tathandlungen einschließlich ihres Ideensystems und seiner Idealisierungen. &#8211; In dieser systematischen Sicht ist Deutscher Idealismus deutsches Denken überhaupt. Jetzt aber wollen wir ihn im eingeschränkt historisierten Sinne betrachten und die eingangs erwähnte Sinnerweiterung etwas verständlicher begründen.</p>
<p>Leibniz als Vorfahre der idealistischen Bewegung in Deutschland hat für die Materie als res extensa mit seiner <em>Monadologie</em> (1714) energisch Platz geschaffen, indem er der Natur allen Platz überhaupt, also Raum und Zeit insgesamt, einräumt. Die Monade muß dann sowohl unräumlich (also unteilbar und fensterlos) als auch ewig (also unsterblich und unzerstörbar) sein, weil nicht in der Zeit geschaffen, sondern mit ihr. Die Monaden werden am Ende dieses Weltalters ihr Außer-Gott-Sein, ihre prästabilierte Harmonie in der besten aller möglichen Welten beenden und in Gott zurückkehren. Gott selber aber hört auf, oberste Zentralmonade und daher Gott zu sein, wenn die von ihm geschaffenen Monaden zu ihm heimkehren und wieder absoluter Geist, wieder raumlos-zeitlose Vollkommenheit sind. Leibnizens Monadologie sieht den sinnlich-übersinnlichen, den zeitlich-ewigen Doppelcharakter aller natürlichen Dinge wie später Kant den empirisch-überempirischen Doppelcharakter aller unserer Erkenntnis und noch später Hegel den Doppelcharakter des Rechts als Besitz und Eigentum und schlußendlich Marx den Doppelcharakter der Ware als Gebrauchswert und Tauschwert.</p>
<p>Die Monade ist das Seelenatom, sie enthält ein Bild des Alls und erzeugt ständig Vorstellungen (Perzeptionen) oder sogar bewußte Vorstellungen (Apperzeptionen) im Falle des Menschen. Jede Monade ist ein der Handlung fähiges Sein, also eine Seele oder Kraft. Jede Monade ist einmalige Individualität und somit unverwechselbare Unteilbarkeit. Höhere Individualitäten werden als Herrschaftsverbände vieler verschiedenartiger Monaden unter einer Zentralmonade gebildet, letztlich aber unter Gott. Alle Monaden sind seelische Atome und eine Kraft, die spontan (also frei) tätig ist, indem sie Vorstellungen aus ihrem jeweils eigenen Spiegelbild des Alls heraus erzeugt. Die Vorstellungen sind die Tätigkeiten der Monaden, die sich unterscheiden in mehr oder weniger deutliche, wobei ganz deutliche Vorstellungen nur die göttliche Monade hat und entsprechend ungehemmte Tätigkeit ist, während verworrene Vorstellungen nur gehemmte Tätigkeiten sind. Gott hat die Monaden in prästabilierter Harmonie zueinander und damit die beste aller möglichen Welten geschaffen. Weil Gott die Monaden nicht in der Welt, sondern mit der Welt geschaffen, sind sie unsterblich. Die Monaden sind die Seele oder unsterbliche Kraft in jedem Weltwesen, und als Monade ist auch Gott in seiner selbstgeschaffenen Welt.</p>
<p>Leibnizens Monadologie gewährt beseelte Selbheit noch dem winzigsten Staubkörnchen im All, sie ist eine völlig kommunikationslose, gesellschaftsfreie und marktferne Metaphysik, die ein jegliches Ordnungs- und Hierarchiedenken und damit die Gemeinschaften philosophisch und nicht etwa bloß biologisch begründen kann. Über- und Unterordnungen in den Vergemeinschaftungen der Monaden und also ihre Herrschaft regelt sich durch die Deutlichkeit ihrer Vorstellungen und nicht etwa durch Befehl und Gehorsam. Die so gebildeten Gemeinschaften sind als Seelen (res cogitans) völlig autark und autonom; ihre Vorstellungen als ihre Handlungen bedürfen keiner gesellschaftlichen Arbeitsteilung, denn sie sind eine vollendet betriebliche. Hingegen als Körper (res extensa) sind die so gebildeten Gemeinschaften dann höchst kommunikations- und gesellschaftsfähig, so wie Leibniz selber es war. Seine Monadologie gestattet es, das Gemeinschafts- und Gesellschaftsdenken auch in vorbiologische Daseinsformen, deren Zentralmonaden Individualität (Unteilbarkeit) und Identität (Selbheit) und damit auch Spontaneität als Vorformen der Freiheit haben, hineinzutragen.</p>
<p>Leibniz bietet die Grundlage für eine sozialwissenschaftliche Betrachtung der Natur. Und er konzipiert Gott und die Welt auf urdeutsche Weise, nämlich krafttheoretisch, wie es schon Nikolaus von Kues im 15. Jahrhundert mit seinem Seinkönnen (possest) und Meister Eckhart im 14. Jahrhundert mit dem Fünklein vom Geiste Gottes in der Seele des Menschen getan. Nach Leibniz haben wir bei Kant als Kraftbegriffe die drei Seelenvermögen Erkennen, Begehren und Fühlen, deren jeweilige Prüfung er in seinen drei Kritiken (der theoretischen oder reinen Vernunft, der praktischen Vernunft, der Urteilskraft) liefert und zu einer Kategorientafel als Festapriori synthetischer Urteile kommt und damit unhaltbar gewordene Kategorien der alten Metaphysik verwirft. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird Nicolai Hartmann das Kantische Festapriori durch eine Kategorialanalyse der verschiedenen Seinsstufen (physische, organische, seelische, geistige) ersetzen, wodurch er zu einem Fließapriori findet, das zwar vor aller Erfahrung, aber nicht außer der Zeit gilt. An den letzten Systementwurf des Deutschen Idealismus hingegen werden erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die 68er Theoretiker wieder anknüpfen. Aus der Rezeption des Konzepts der asiatischen Produktionsweise kommen sie (Krahl, Dutschke, Rabehl u.a.) zur Verwerfung des Sowjetismus, den Rudi Dutschke eine &#8220;allgemeine reale Staatssklaverei&#8221; genannt hat. Die 68er Theoretiker sind durch 1989 und die Folgen glänzend bestätigt worden. Darüberhinaus zeigte sich, daß allein mit dem letzten Systementwurf des Deutschen Idealismus die Formalisierung gelang, die zahlreichen Formalisierungsversuche des vorletzten, des Hegelschen Systementwurfs aber scheiterten. Nur die Formalisierung des <em>Kapitals</em> von Marx und Engels ermöglichte mir die Durchführung des <em>Systems der Sozialwissenschaften</em> (1987) bis hin zur Weltgeschichtsformel.</p>
<p>Leibniz hat die durchgehende Formalisierung des Wissens in einer Begriffsschrift (Universalcharakteristik) gefordert, die als allgemeine Charakteristik der Begriffe auch heute noch fern ihrer Verwirklichung ist, aber als besondere erstmals im 19. Jahrhundert im periodischen System der chemischen Elemente realisiert wurde, wobei das Element durch seine Massenzahl identifiziert wird. Noch nicht durchgeführt ist die Leibnizsche Begriffs-Charakteristik in der Mathematik, weil ihre Operationen nicht aus einem festgestellten Begriff der Zahl, nicht als Zahlbegriffsindizierungen entwickelt, sondern aus praktischen Problemlagen empirisch gefunden sind. Hegels Programm der Philosophie als Wissenschaft (System des Wissens) ist von Marx verwirklicht worden, und zwar in einer Wissenschaft aus dem Begriff. Solch eine Wissenschaft veröffentlichte Marx 1867 mit dem ersten Band des <em>Kapitals</em>. Hundert Jahre später konnte die <em>Kapital</em>-Formalisierung konzipiert und 1972 vorgelegt werden. In ihr schlagen sich die Bewegungen des systemerzeugenden Begriffs nur noch in den Veränderungen der Indices seines Begriffszeichens nieder.</p>
<p>Bei Marx gibt es den Elementarbegriff der Ware mit den Begriffselementen Gebrauchswert und Tauschwert; er ist die genaue Übersetzung des Rechtsbegriffes bei Hegel vom Juristischen in’s Ökonomische. Hegel gelang es in seiner berühmten <em>Rechtsphilosophie</em> (1821) noch nicht, die Formen der Reflexion des einen Rechts in ein anderes Recht zu analysieren. Wohl aber konnte Marx mit seiner Wertformenanalyse zeigen, wie die eine Ware sich in der anderen Ware reflektiert. Deswegen war <em>Das Kapital</em> formalisierbar, nicht aber die <em>Rechtsphilosophie</em>. Aber das formalisierte System der Ware konnte in ein solches des Rechts rückübersetzt werden.</p>
<p>Kant ist typisch deutscher Kraftdenker von Anfang an, schon in seiner ersten philosophischen Veröffentlichung, den <em>Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte</em> (1749). Kant thematisiert nicht die menschliche Arbeitskraft überhaupt, sondern nur ihre geistige Teilkraft, die Seelenvermögen Erkennen, Begehren und Fühlen. In der <em>Kritik der reinen Vernunft</em> (1781) unternimmt er die Prüfung &#8220;des Vernunftvermögens überhaupt, in Ansehung aller Erkenntnisse, zu denen es, unabhängig von aller Erfahrung, streben mag, mithin die Entscheidung der Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer Metaphysik überhaupt und die Bestimmung sowohl der Quellen, als des Umfanges und der Grenzen derselben, alles aber aus Prinzipien&#8221; (A XII). Hauptfrage ist ihm, &#8220;was und wie viel kann Verstand und Vernunft, frei von aller Erfahrung, erkennen und nicht, wie ist das Vermögen zu denken selbst möglich?&#8221; (A XVII). Kant hinterfragt also nicht die geistige Arbeitskraft, sondern die geistige Arbeit, das Denken oder Erkennen, hier noch zugespitzt auf Erkenntnistheorie qua Selbsterkenntnis des Erkenntnisvermögens in der reinen Selbstbetrachtung. Das Denkvermögen und sein Inventar ist dem Denken transzendental, aber nicht transzendent. Denn unsere geistige Arbeitskraft ist jenseits unserer geistigen Arbeit, aber nicht jenseits von Raum und Zeit. Sie ist uns kein Ding-an-sich, sondern unsere Kraft.</p>
<p>Den Zugang zum menschlichen Erkenntnisvermögen gewinnt Kant durch die Frage: &#8220;Wie sind synthetische Urteile a priori möglich?&#8221; (B 19) Synthetische Urteile a posteriori sind Erfahrungsurteile, sie enthalten in der Satzaussage immer eine Hinzufügung über das hinaus, was mit dem Satzgegenstand als Begriff schon vorausgesetzt worden war. Dem Wissen wird also im synthetischen Urteil ein Mehrwissen hinzugefügt, und auf das Mehrwissen kommt es an im Prozeß des Erkennens. Bei Erfahrungsurteilen &#8211; synthetischen Urteilen a posteriori &#8211; unterstellt Kant nun die Herkunft des Mehrwissens aus der Erfahrung selber, also wohl aus der geistigen Verarbeitung von Sinneseindrücken. Bei synthetischen Urteilen a priori aber kann der Wissenszuwachs allein aus dem Transzendental des Erkenntnisprozesses kommen, nämlich aus dem Erkenntnisvermögen selber. Die Differenz von Denken oder Urteilen zum Denk- oder Urteilsvermögen macht also den Wissenszuwachs aus.</p>
<p>Kant versucht eine allgemeine Theorie der geistigen Arbeitskraft und eine Wissenszuwachstheorie aus ihrem Unterschied zum geistigen Arbeitsprozeß, dem Erkenntnisvorgang. Er hat damit eine fast schon vollständige Frühfassung der Marxschen Mehrwerttheorie geliefert, die das Mehrprodukt und seinen Mehrwert in allen Arbeitsprozessen aus dem Unterschied von Arbeit und Arbeitskraft ableitet. Die Mehrwerttheorie ist also ein Sproß der synthetischen Urteile a priori. Marx als Epigone dieses Ansatzes ist bescheidener und erfolgreicher als Kant: er will keine Inventarliste und keine Kategorientafel des menschlichen Arbeitsvermögens liefern, sondern beschränkt sich auf die eine Dimension der Wertgrößendifferenz zwischen Arbeitskraft und Arbeit, letztere natürlich nicht als konkrete, sondern als abstrakte. Die Marxsche Mehrwerttheorie ist ein Zwerg, der weiter sieht als der Riese, auf dessen Schultern er steht. Dieser Theorieriese ist das Transzendentalapriori Kants.</p>
<p>Die Kerntheoreme des ersten und des letzten Systementwurfs des Deutschen Idealismus sind somit fast die selben. Das Mehrwissen ist nur der edle und ewige, der unverbrauchlich gebrauchbare Teil des Mehrprodukts. Marx ist also nicht nur Hegelianer als Dialektiker, Schellingianer als Naturtheoretiker und Fichteaner als Arbeitstheoretiker und Sozialist, sondern auch Kantianer in seiner Mehrwertlehre. Kant ist aber nicht nur Eröffner einer neuen Epoche der deutschen Denkgeschichte, sondern auch Vollender der Freiheitstheorie Luthers.</p>
<p>Luther hat Gott befreit, indem er ihn von der Werkheiligkeit erlöst und ihm die Gnadenheiligkeit anheimgestellt hat. Den Christenmenschen hat Luther von den Werken und der Fesselung an das Heil, in Erlangung wie Verfehlung, entbunden, denn der freie Gott gewährt das Heil nur freiwillig und aus Gnade. Dem Gläubigen aber bleibt sicher der Glaube, der ihn selig macht, weil er der seine ist. Bei Luther ist dieser Glaube selber nicht frei, sondern festgelegt durch die Tradition der christlichen Offenbarung. Kant hat Luthers Werk vollendet, indem er den Glauben selber befreit hat. Er mußte, sagt Kant, &#8220;das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen&#8221; (B XXX). Der Glaube bekommt also Gott, alle Dinge-an-sich, Ewigkeit und Unsterblichkeit, somit sämtliche Domänen der alten, vorkritischen Metaphysik als freies Gestaltungsfeld zugewiesen. Hier kann er nach Herzenslust spekulieren, dogmatisieren und sich das, was er glauben will, selber gestalten, es nur eben nicht als Wissen oder Wissenschaft ausgeben. Der Glaube ist als Glaube inhaltlich frei geworden, ihm fällt alles anheim, was transzendent ist. Kants neuer, wissenschaftlicher Metaphysik aber gehört das Transzendentale, also sämtliche synthetischen Urteile a priori, Erkenntnisse des Erkenntnisvermögens über sich.</p>
<p>Fichte und Schelling radikalisieren den Kantischen Ansatz, aber erweitern ihn auch. Fichte zieht die Folgerung aus der reinen Vernunft, Schelling geht in ihre Voraussetzung. Die Folge der reinen Vernunft als Erkenntnisvermögen ist der geistige Arbeitsprozeß, die Tathandlung der reinen Vernunft, ihre Voraussetzung aber die Natur, in der sie eingebettet ist in alle anderen Naturkräfte. Fichtes &#8220;Ich&#8221; wird konstituiert durch Arbeit, die in sich aber auch gegenständliche Momente vereinigt und also Arbeitsprozeß insgesamt ist. Die Handlung hat ihr Objekt zum Inhalt, das Ich aber als Form oder Begriff, und völlig zu Recht behauptet Fichte die Handlungs- oder Arbeitsprozeßgebundenheit aller Erkenntnis. Deswegen folgt nicht die Handlung der Erkenntnis, sondern die Erkenntnis der Handlung, also die geistige Arbeit ist Teil und Funktion jeder menschlichen Arbeit überhaupt, woraus der Primat der praktischen Vernunft vor der theoretischen sich ergibt. Fichte als Handlungstheoretiker gründet daher auch den Eigentumsbegriff auf das Recht auf Arbeit, genauer: auf das Recht auf ausreichendes Familieneinkommen aus einer individuell-monopolisierten Arbeit. Er verwirft den Begriff des Eigentums als eines individuell-monopolisierten Besitzes. In Fichtes <em>Geschloßnem Handelsstaat</em> von 1800 hat die deutsche Arbeiterschaft ihr nationalsozialistisches Grundprogramm, von dem der historische Nationalsozialismus nur einen stark verdünnten Aufguß verwirklicht hat. Aber auch das bis Ende des 20. Jahrhunderts in Deutschland bestehende staatliche Arbeitsvermittlungsmonopol war von Fichtes Geist.</p>
<p>Schelling stellt im <em>System des transzendentalen Idealismus</em> (1800) es als eigentliche Aufgabe des Philosophen dar, die geistige Arbeitskraft oder Intelligenz aus natürlichen polaren Grundtätigkeiten zu konstruieren: &#8220;Cartesius sagte als Physiker: gebt mir Materie und Bewegung, und ich werde euch das Universum daraus zimmern. Der Transzendentalphilosoph&#8221; (also der Denker der geistigen Arbeitskraft qua Erkenntnisvermögen) &#8220;sagt: gebt mir eine Natur von entgegengesetzten Thätigkeiten, deren eine ins Unendliche geht, die andere in dieser Unendlichkeit sich anzuschauen strebt, und ich lasse euch daraus die Intelligenz mit dem ganzen System ihrer Vorstellungen entstehen. Jede andere Wissenschaft setzt die Intelligenz schon als fertig voraus, der Philosoph betrachtet sie im Werden &#8230;&#8221; (ed. Schröter, II 427). Die &#8220;Intelligenz&#8221; ist natürlich die menschliche Arbeitskraft in ihrer idealistischen Zuspitzung als Geisteskraft. Sie ist jetzt nicht mehr, wie bei Kant, das unhinterfragte Transzendental, von dem bestenfalls eine Inventarliste anzulegen ist, sondern zeigt sich als ein durchaus Hintergehbares, das zu seiner Explikation sich nicht unbedingt auf den langen Marsch der Fichteschen Tathandlungen begeben muß, nicht auf den Fortschritt angewiesen ist. Wenn die Intelligenz oder Geisteskraft jetzt selber durch entgegengesetzte Tätigkeiten erzeugt wird, so ist dies ein naturphilosophisches Argument, das auf besondere Naturkräfte, also auf die erste Natur, zielt, deren Wirken die Kraft der zweiten Natur, also Intelligenz oder Arbeitskraft, erzeugt. Schelling hinterfragt die Menschenkraft ökologisch, die Naturkraft ist das vordenkliche Sein der Arbeitskraft und ihrer Intelligenz. Allerschönster Schelling ist auch ‘die Naturalisierung des Menschen und die Humanisierung der Natur’ durch praktisch-materielle Arbeit beim jungen Marx vor 1848, und noch beim reifen Marx heißt die Maschine ‘angeeigneter Naturprozeß’.</p>
<p>Hegel faßt in der Vorrede zur <em>Phänomenologie des Geistes</em> (1807) den Arbeitsprozeß insgesamt als Prozeß wie als Resultat gleichermaßen auf und repräsentiert in der erkenntnistheoretischen Entwicklung des Deutschen Idealismus damit die Stufe des Biologismus: &#8220;Denn die Sache ist nicht in ihrem Zwecke erschöpft, sondern in ihrer Ausführung, noch ist das Resultat das wirkliche Ganze, sondern es zusammen mit seinem Werden; der Zweck für sich ist das unlebendige Allgemeine, wie die Tendenz das bloße Treiben, das seiner Wirklichkeit noch entbehrt; und das nackte Resultat ist der Leichnam, der die Tendenz hinter sich gelassen.&#8221; Die Inhalte des Gesamtprozesses erscheinen in drei Formen, der verständigen, der dialektischen und der spekulativen, wobei die beiden letzteren die vernünftigen Formen sind. Der Verstand ist abstrakt und hält die Bestimmungen fest, unter Absehung von den anderen; die Dialektik löst die festen Bestimmungen der Begriffe auf und verwandelt sie in ihr Gegenteil, und die Spekulation betrachtet die positiv-vernünftige Einheit der festen und der fließenden Bestimmungen. Unter den verschiedenen Erkenntnisvermögen nimmt Hegel sich kein geringeres vor als dasjenige Gottes oder des absoluten Geistes, und am Arbeitsvermögen dasjenige des Weltgeistes oder des objektiven Geistes in seiner ungeheuren Arbeit der Weltgeschichte selber. Das ganze Hegelsche System ist in Logik, Natur und Geist als der reinen, der außersichseienden und der zusichkommenden Idee unterteilt, also grob gesprochen Gottes Gesamtarbeitsprozeß.</p>
<p>Im Gesamtarbeitsprozeß läßt Hegel Gott zunächst die reine Idee als Arbeitsvorstellung fassen, dann darf Gott die Idee in der Natur, der liederlichen Phase seines Daseins, materialisieren, als außersichseiende Idee in ihrem ideell-raumzeitlichen, unorganisch-materiellen und organisch-lebendigen Außereinander als Werkstücke realisieren; schließlich darf Gott die in der Natur außersichgeratene Idee wieder im Endprodukt des Geistes als zusichkommende Idee in den Unterabteilungen des subjektiven, objektiven und absoluten Geistes sich wieder beruhigen lassen. Nachdem Hegel sah, daß Gottes Werk wohlgetan war, gönnte er ihm die Sonntagsruhe.</p>
<p>Man kann die besondere Herausarbeitung der erkenntnistheoretischen Stufen auf die idealistischen Denker wie folgt verteilen: Kant erklärt die Arbeitskraft qua Erkenntnisvermögen zum unhintergehbaren Transzendental der Arbeit als Erkennen, Urteilen, Denken. Fichte propagiert die lebendige Arbeit (und folglich den Arbeiter und sein Recht auf Arbeit) als Movens und Hauptmoment des Arbeits- und Erkenntnisprozesses; seine Parole heißt: Handeln! Schelling wendet den Deutschen Idealismus ins Objektive, in die Arbeitsgegenstände und also auch an die Natur und ihre Dingbarkeiten. Kant ist der Kraftdenker, Fichte der Arbeitsdenker, Schelling der Gegenstandsdenker und Hegel der Gesamtprozeß- und Gesamtresultatsdenker. Dies alles stimmt natürlich nur für die jeweils grobe Haupttendenz.</p>
<p>Die Erkenntnistheorie kann Kant für den Pädagogismus, Fichte für den Aktionismus, Schelling für Naturalismus und Chemismus und Hegel für Biologismus, Finalismus und Infinitismus vorwiegend in Anspruch nehmen. Eine saubere und vollständige Analyse des einfach-materiellen Arbeitsprozesses findet sich erst bei Marx, er ist der Gewährsmann des erkenntnistheoretischen Mechanismus. Marx’ analytisches Urteil, daß der Arbeitsprozeß aus menschlicher Arbeit, ihrem Mittel und ihrem Gegenstand besteht und im Arbeitsprodukt erlischt, war für die Handwerkersöhne wohl zu naheliegend und für die schwäbischen Theologen wohl zu tiefliegend, um des Aussprechens für würdig befunden zu werden, bedeutete für den jüdischen Anwaltssohn aus Trier aber eine große Entdeckung, die er vielleicht als Materialismus-Beweis mißverstand. Zu Ende geführt hat sie erst die Epistemologie des 68er Theorietyps.</p>
<p>Diese Theorie ist Arbeitsprozeßlogik und kennt acht Stufen: Naturalismus, Aktionismus, Mechanismus, Chemismus, Biologismus, Finalismus, Infinitismus und Pädagogismus. Der Naturalismus ist als gedachtes Gesamt von Naturkräften der Mutterboden der Arbeitskraft als einer speziell menschlichen Naturkraft. In der Natur als Nicht-Arbeit sind Material-, Form- und Wirkursachen denkbar, aber schwer nur sind Zweckursachen in ihr vorstellbar, die wiederum in der Arbeit als Nicht-Natur (oder zweite Natur) die begründende Kategorie darstellen. Das Entstehen der Arbeitskraft unter den Naturkräften ist aus Instinkthemmung modellierbar. Der Aktionismus ist als Seinsstufe menschlicher Erkenntnis durch Zusammenarbeit, Arbeitsteilung und deren beide Formen Arbeitsfolgerung und Arbeitsbündelung kategorial beschrieben. Der Mechanismus charakterisiert sich durch Analysis und Synthesis des Arbeitsmittels, also durch Werkzeugdifferenzierung und Werkzeugzusammenfassung in der Werkzeugmaschine. Der Chemismus ist Diversifikation des Stoffes, also des Arbeitsgegenstandes in seiner Innerlichkeit, durch Analyse und Synthese chemischer Elemente, beides aber in Reaktionsprozessen als Automaten, die dem Arbeitsgegenstand immanent sind und worin das Arbeitsmittel qua Katalysator nur als aufgehobenes Moment vorhanden. Der Biologismus ist Kreislauf- und Ganzheitsprozeß, seine Arbeits- und Erkenntnisweise ist kybernetisch kategorisiert. Der Finalismus ist Resultatsdenken, Zweckrationalität und daher Vernunft im Sinne von Güterabwägung und Güterhierarchisierung vom höchsten Gut her. Der Infinitismus ist geistiger Arbeitsprozeß, seine Arbeit ist das Denken und seine Güter sind als Gedanken unverbrauchlich gebrauchbar. Der Pädagogismus schließlich produziert die menschliche Arbeitskraft selber und resümiert darin alle vorangegangenen Seinsschichten der Erkenntnis als spezielle Didaktiken, als Lehrinhaltslehren. Die Kategorialanalyse des Pädagogismus faßt die Arbeitskraft als Einheit von lebendiger Substanz und ihren zweckhaften Bewegungsmöglichkeiten, so daß der Medizin ein epistemologischer Ort als Substanzreparaturlehre zugewiesen werden kann. &#8211; Die vor-68er Erkenntnistheorie zentriert sich um den Infinitismus als Lehre vom geistigen Arbeitsprozeß, dieser ist aber nur eine spezielle Erkenntnistheorie neben zwei anderen, den Lehren vom materiellen Arbeitsprozeß (Aktionismus bis Finalismus) und vom pädagogischen Arbeitsprozeß. Die materielle Arbeit gibt das Moment der Allgemeinheit, die geistige Arbeit das der Besonderheit und die pädagogische Arbeit das Moment der Einzelheit allen Arbeitens und Erkennens. Der Pädagogismus führt das Subjekt zu seinem individuellen Transzendental, der eigenen Arbeitskraft, und vermittels dieser seiner Einzelheit kommt das Individuum zum besonderen Transzendental der menschlichen Arbeitskraft überhaupt und schlußendlich zu deren Allgemeinheit, dem generellen Transzendental der Naturkraft.</p>
<p>Betrachtet man das Hegelsche System, wie hier geschehen, in sehr distanzierter Weise als Gesamtarbeitsprozeß, dann erklärt sich auch ganz zwanglos, warum die Mathematik sowohl in der Logik unter Quantität als auch in der Natur unter Dimensionen des Raumes (Geometrie) und unter Negation der Dimensionen der Zeit (Arithmetik der ruhigen Eins oder des Endlichen) vorkommt: Die gleiche Idee ist eben zuerst eine reine (logische) und dann eine außersichseiende (natürliche). Ähnliches gilt für die Subjektivität, die in Logik und Geist, und für Mechanismus und Chemismus, die in Logik und Natur auftauchen.</p>
<p>Wegen der bisherigen Nichtformalisierbarkeit der Hegelschen Philosophie liegt es nahe, diese &#8211; wie Hermann Schmitz in seiner Untersuchung über <em>Hegels Logik</em> (1992) &#8211; als Systementwurf für gescheitert zu erklären. Man muß aber mit Schmitz Hegel zugestehen, daß er in seiner <em>Logik</em> das einpolige Sein vom zweipoligen Wesen, der Reflexion, und diese vom dreipoligen Begriff unterscheidet, der immer Einheit von Besonderheit B, Allgemeinheit A und Einzelheit E ist. Da es aber die Einzelheit ist, welche Besonderheit und Allgemeinheit jedes Begriffes zusammen- und auseinanderhält und noch von allen anderen Begriffen fernhält, ergibt sich als Struktur der Begriffe nicht nur B-A-E, sondern Einheit und Unterschied von B und A durch E: (B,A)<sub>E</sub>. Die Einzelheit gibt der Besonderheit die Gattungsmerkmale, der Allgemeinheit die Quantifizierung und der Einzelheit die Identität oder Selbheit, so daß die Bestimmung des Begriffs auch als B<sub>E</sub>-A<sub>E</sub>-E<sub>E</sub> notiert werden kann. Die Einzelheit vereinzelt sich selbst, so daß sie die Begriffsreihe (B,A)<sub>E </sub>(B,A)<sub>E’ </sub>(B,A)<sub>E’’ </sub>etc. erzeugt.</p>
<p>In Hegels <em>Rechtsphilosophie</em> § 40 erfährt dieses Begriffskonzept eine überraschende Füllung durch das Recht, das als Einheit von Besitz und Eigentum bestimmt wird, so daß sich als Rechtsbegriff (Besitz,Eigentum)<sub>Einzelheit </sub>ergibt. Die Einzelheit individuiert die Besonderheit des Besitzes und quantifiziert die Allgemeinheit des Eigentums und bestimmt beide Begriffsmomente zu einer jeweiligen Größe, faßt beide durch sich zusammen und stößt sich von sich selbst, die eine Einzelheit von jeder anderen, ab, und dies tut auch jede andere Einzelheit als die eine. So wird aus dem Recht überhaupt die Welt der Rechte:</p>
<p>(Besitz,Eigentum)<sub>Einzelheit 1</sub> , (Besitz,Eigentum)<sub>Einzelheit 2 </sub>, &#8230; , (Besitz,Eigentum)<sub>Einzelheit n</sub>.</p>
<p>Aus dieser Welt der Rechte entwickelt sich dann die Unterscheidung des einen öffentlichen Rechts von allen anderen als den Privatrechten. Dem gleichen Begriffsbildungsschema folgt die Person als durch Einzelheit zusammengefaßter Besitzer und Eigentümer. Aus der Welt der Personen ergibt sich dann ebenfalls die Differenz von öffentlicher Person zu den Privatpersonen. Weil aber der Begriffskorpus immer die durch Einzelheit zusammengefügte Besonderheit und Allgemeinheit ist, erzeugen sich die Unterschiede in der Welt der Personen wie auch der Welt der Begriffe überhaupt nur aus den anzeigenden Bewegungen der Einzelheit. In den Anzeigern r der Einzelheit E<sub>r</sub> vollzieht sich die Selbstentfaltung des Begriffs zu seinem System.</p>
<p>Marx hat den Rechtsbegriff bei Hegel abgeklont und in seinem Systementwurf als Begriff der Ware benutzt. <em>Das Kapital</em> ist eine Philosophie der Warenwelt, die aufgrund ihrer Stringenz formalisiert und zum gesellschafts- wissenschaftlichen Gesamtsystem vollendet werden konnte. Dieses System bliebe auch dann logisch konsistent, wenn man die klassische Lehre von der Wertschöpfung durch gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit fallen ließe. Denn der Systemaufbau erfolgt über die reflexionslogischen Beziehungen der Waren zueinander: über die Wertformenlehre und nicht über die Wertlehre.</p>
<p>Virtuos führt Marx den Doppelcharakter der Ware, die Einheit ihres besonderen Gebrauchswertes und ihres allgemeinen Tauschwertes, in ständigen Entzweiungen und immer neuen Vereinigungen bis zu den Produktionsfaktoren Boden, Kapital und Arbeit und den daraus abzuleitenden drei Hauptklassen der bürgerlichen Gesellschaft durch. Wie Marx selber, der ein Kulturdeutscher und ein Naturjude zugleich, ein deutscher Systemphilosoph und ein jüdischer Machtideologe war, hat sein Werk insgesamt einen scharf ausgeprägten Doppelcharakter: <em>Das Kapital</em> ist deutsch-idealistischer Systementwurf, die programmatischen Schriften sind jüdischer Messianismus. Das Wirtschaftsprogramm des <em>Kommunistischen Manifests</em> von 1848 ist ein Aufguß der Enteignungs- und Planwirtschaftsmaßnahmen, die nach <em>Genesis</em> Kap. 47, Vers 13-26 Joseph in Ägypten durchführte und die die Bolschewisten wiederholten. Marx trägt also durchaus eine große Mitschuld am Kommunismus des 20. Jahrhunderts, hat aber auch ein großes Mitverdienst am Deutschen Idealismus des 19. Jahrhunderts.</p>
<p>Aus dem <em>Kapital</em> als Systementwurf wie aus dem <em>System der Sozialwissenschaften</em> als Entwurfsausführung ergibt sich als politische Folgerung keine einzige der kommunistisch-despotischen Maßnahmen, wohl aber eine Ausführung, auf welche Weise der Staat die Wirklichkeit der sittlichen Idee ist und wie er als Handelsstaat, ob offen oder geschlossen, steuerbar bleibt. Sein Programm hat Marx selber durch sein theoretisches Werk widerlegt. Umgekehrt konnte aus der politologischen Ausführung seines politökonomischen Systementwurfs der Zusammenbruch der kommunistisch-orientalischen Despotie schon 1979 im Vorwort zur<em> Allgemeinen Theorie der Politik und des Rechts</em> vom 68er Theorieprogramm vorhergesagt werden.</p>
<p>Die Marxsche Voraussage eines Zusammenbruchs der Marktwirtschaft findet sich im <em>Kapital-Rohentwurf</em> von 1857/58 auf Seite 593 im Zusammenhang des tendentiellen Verschwindens der Arbeit aus der Produktion und daher des Tauschwertes aus den Produkten, was deren Waren-Charakter insgesamt und damit den systembauenden Begriff in Frage stellt.</p>
<p>Der Warencharakter der Produkte und die arbeitslose Produktion, asiatische Produktionsweise und orientalische Despotie in Rußland waren die Themen der 68er Theorie. Hans-Jürgen Krahl und Rudi Dutschke trugen am 5. September 1967 auf der 22. Delegiertenkonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes in Frankfurt am Main folgendes vor: &#8220;Wenn der technische Fortschritt der Maschine zwar potentiell die Arbeit abschafft, aber faktisch die Arbeiter abschafft und eine Situation eintritt, in der die Herrschenden die Massen ernähren müssen, wird die Arbeitskraft als Ware tendentiell ersetzt. &#8230;Daß am Ende der Rekonstruktion die strukturelle Arbeitslosigkeit nicht mehr im Zusammenhang mit der Funktionsbestimmung der Reservearmee analysierbar ist, ist Indiz dafür.&#8221; Schon 1965 schrieb Dutschke: &#8220;Die tendentiell völlige Arbeitslosigkeit muß für uns, für unsere Praxis der entscheidende Fixpunkt sein. Von diesem für uns ökonomischen Endziel des technologischen Prozesses her muß sich unsere Strategie konstituieren.&#8221;</p>
<p>Diese Fragen nach Anfang und Ende der auf der Ware beruhenden Wirtschaftsweise wie nach dem Umkehrverhältnis von asiatischer und germanischer Gesellschaftsformation ist Jahrzehnte später, nach dem Triumph der liberal-kapitalistischen Weltrevolution, akuter denn je. Noch Anfang 1979 notierte Dutschke: &#8220;Wie wichtig ist es zu wissen, was die Geschichte Asiens und der asiatischen Produktionsweise ist, um überhaupt den Nebel des Begriffs-Betrugs durchbrechen zu können. Allgemeine Staatssklaverei und asiatische Produktionsweise sind voneinander nicht zu trennen.&#8221; Der asiatischen Produktionsweise galt auch Dutschkes <em>Versuch, Lenin auf die Füße zu stellen</em> von 1974, seine Doktorarbeit.</p>
<p>Daß die 68er Marx-Renaissance an den deutsch-deduktiven nationalen Denkstil und damit an den Deutschen Idealismus wiederanknüpfte und ein nationalrevolutionärer Aufstand gegen die Fremdherrschaft des anglo-amerikanischen Denkens war, hat der scharfblickende norwegische Politologe Johan Galtung (<em>Leviathan</em> 3/83) erkannt; ebenso, daß der deutsch-systematische Denkstil zwar die großartigste, aber auch die gefährlichste Denkungsart ist. Galtung nennt ihn den &#8220;teutonischen Denkstil&#8221;, der immer frage: Wie können Sie dies ableiten?, während der nipponische Stil früge: Wer ist Ihr Meister? Gegen den &#8220;sachsonischen&#8221; Denkstil, der in UK-Version nach der Dokumentier- und in US-Version nach der Operationalisierbarkeit frage, habe das deutsche 68 &#8220;eine Unabhängigkeitsbewegung&#8221; (aaO 325) des teutonischen Denkstils begonnen. Uneingeschränkt gilt dies nur für die Nationalrevolutionäre im SDS, nicht aber für die Internationalisten, Nazi-Kindern zumeist, die sich in der Frankfurter Schule jüdische Ersatzväter suchten und zu den nützlichen Idioten des nachzionistischen Diaspora-Nationalismus wurden. Denn der Internationalismus ist natürlicherweise nur der Nationalismus eines internationalen Volkes.</p>
<p>Hans-Jürgen Krahl hat in den Schulungen vom Winter 1969/70 festgestellt, daß &#8220;die Warenform des Produkts alle Elemente der Hegelschen Wesenlogik enthält&#8221;; ferner habe die Schulökonomie die Differenz von Wesen und Erscheinung und also den Marxschen Satz vom Tauschwert (Wertform) als der Erscheinungsform des Wertes nicht verstanden, habe nicht den Inbegriff der Kritik, nicht die Notwendigkeit von Gesellschaftswissenschaft, &#8220;weder Verdinglichung noch falsches Bewußtsein, Fetischisierung und Mystifikation begriffen&#8221; (<em>Konstitution und Klassenkampf</em>, 1971, S.373). Schon im Adorno-Seminar vom Wintersemester 1966/67 hat Krahl &#8220;Zur Wesenslogik der Marxschen Warenanalyse&#8221; referiert und damit den Ansatz sowohl der Wertformendebatte als auch der Staatsdeduktionsdebatte in der ersten Hälfte der 70er Jahre geliefert. Wie Nicolai Hartmann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Deutschen Idealismus an seinem ersten Systementwurf wiederaufnahm, so haben Krahl und die Nationalrevolutionäre im SDS den Deutschen Idealismus an seinem letzten Systementwurf wieder angepackt und für den Rest des Jahrhunderts seine Entwicklung bestimmt.</p>
<p>Diese Entwicklung aufzuhalten hat Werner Becker 1972 in seiner <em>Kritik der Marxschen Wertlehre</em> versucht. Er ging richtig davon aus, daß Marx, indem er den Begriff der Ware als einen Gegensatz auffaßt, die politische Ökonomie dialektisiert und so mit der objektiven Wertlehre als einziger Basistheorie auskommt. &#8220;Er genügt damit theoretischen Ansprüchen, denen in der Neuzeit lediglich noch philosophische Systeme von der Art derjenigen der deutschen Idealisten &#8230; nachzukommen vermochten.&#8221; (148) Becker will den Gegensatz in der Ware als subjektiven Widersinn der Marxschen Argumentation nachweisen und den entdialektisierten System-Leichnam als Apologie des Kapitalismus geltenlassen: &#8220;Ohne diesen Gegensatz-Begriff kommt es weder zum vielbeschworenen ‘Fetischcharakter der Ware’ noch zur Deduktion der Geldform, und &#8211; was das Wichtigste ist &#8211; ohne ihn kommt die Marxsche Lehre von der Entstehung des Mehrwerts in den Rang einer gigantischen ökonomischen Rechtfertigungstheorie des kapitalistischen Profits&#8221; (7). Die Entdialektisierung versucht Becker zu bewerkstelligen, indem er an der Formulierung &#8220;x Ware A = y Ware B&#8221;, die eine Warengleichung und damit einen Warenaustausch beschreibt und die Marx zum Ausgangspunkt für die Wertformanalyse nimmt, bemängelt, daß sie offensichtlich keine Wertform ist, was stimmt. Sie sei &#8220;Wertgleichung im Rahmen der einfachen Wertform&#8221; (52), womit Marx eine bedeutungsdifferente Beschreibung eines identischen ökonomischen Sachverhaltes geben wolle und somit einen Theoriewiderspruch in einen Gegenstandswiderspruch verfälsche. Weil Becker ohne Begriffsformalisierung an Marxens Theorie herangeht, kann er nicht sehen, daß Wertgleichung, Wertformen, Güterunselbheit und Gütergleichheit als Güterrealtausch die Bedingungen jedes Warenaustausches sind. Beckers Angriff zielt auf das wirkliche Zentrum der Marxschen Theorie und ist folglich von gerader und ehrenwerter Art, scheitert aber mit der analytischen Weichheit seiner verbalsprachlichen Waffen an der Härte der angegriffenen Theorie.</p>
<p>Die Marxsche Warenanalyse liefert tatsächlich die alltägliche Wesenslogik aller warenproduzierenden Gemeinschaften, also aller Marktwirtschaften. Das Wesen, das erscheint, ist das Allgemeine, das sich besondert, und das Abstrakte, das sich konkretisiert. Die eine Einzelheit des Wesens ist aber auch die allgemeine Einzelheit, die in der anderen, besonderen Einzelheit in die Erscheinung tritt. In der Wesenslogik der Warenanalyse ist aber der Wert das Wesen und das Allgemeine und der Gebrauchswert die Erscheinung und das Besondere. Die Einheit von Wesen und Erscheinung ist die Erscheinungsform, oder kürzer: Wesen mit Schein ist Erscheinung. Sie ist das Eine als das Andere, ist gedoppelte Einzelheit und damit Reflexion. Als Reflexion zweier Waren ist die Erscheinungsform der Tauschwert im unanalysierten und die Wertform im analysierten Zustand.</p>
<p>An der Ungeklärtheit dieser Wesenslogik der Ware ist die Alte Linke schon mit Karl Kautsky (<em>Karl Marx’ ökonomische Lehren, </em>1892) theoretisch gescheitert und 1933 dann politisch. Mit der Thematisierung der Warenanalyse und ihrer Wesenslogik betrat 1968 die Neue Linke, die auch nicht mehr die Industriearbeiterschaft, sondern gut idealistisch sich selber als revolutionäres Subjekt einsetzte, die philosophisch-politische Bühne, um sogleich das Ende der Warenproduktion und der Kapitalverwertung ins Auge zu fassen, was ja in der Tat eintreten wird, sobald die arbeitslose Produktion der vollautomatischen Fabrik vorherrscht. Die Neue Linke hat 1968 mit dem ersten Aufstand für das Reich der Freiheit in der Geschichte des Deutschen Idealismus Epoche gemacht. In der sozialen Realität aber ging alles im kapitalistischen Schweinsgalopp weiter, aus Besitzbürgern wurden Arbeitsbesitzer und aus entbürgerlichten Bürgern arbeitslose Arbeiter, Güterproduktion wird weiterhin in Warenproduktion, Eigenwirtschaft in Marktwirtschaft verwandelt, der Kapitalismus siegt sich seinem logischen Ende entgegen. Die ruckweise Umkehr dieser Entwicklungsrichtung, die Verwandlung von Waren- in Güterproduktion, von Marktwirtschaft in Eigenwirtschaft, wird Begleiterscheinung sowohl der faschistischen oder gar kommunistischen Konterrevolution als auch der Nationalrevolution sein, die Volksherrschaft und Volkswirtschaft wiederherstellt.</p>
<p>Die Gefährdung von Ware und Markt durch den Sieg der Marktwirtschaft selber scheint auch Recht und Person, also das Politische, zu bedrohen. In der Tat läßt sich von Marxens Programmatik angefangen über Schopenhauers Mitleidsethik, Nietzsches Willen zur Macht und die ganze phänomenologische Bewegung bis hin zur Fundamentalontologie ein Verlust des Politischen, eine ausschließliche Untersuchung von Naturalformen der menschlichen Existenz und eine Vernachlässigung ihrer Verkehrsformen, beobachten. Max Webers legal-rationale Herrschaft ist so unpolitisch wie Carl Schmitts Freund-Feind-Unterscheidung. Jürgen Habermas mit seiner Normentheorie, die auf eine Selbstjudaisierung des deutschen Denkens hinausläuft, und Niklas Luhmann mit seiner Differenztheorie gehören zur großen Schar der Naturalien-Philosophen des 20. Jahrhunderts, deren Extremisten der Wahrhaftigkeit die Gewaltapostel einerseits und die Pornographen andrerseits sind. Thomas Manns Josephsroman ist so reaktionär und freiheitsfeindlich wie es alle mit der kommunistischen Despotie sympathisierenden westlichen Schriftsteller zusammengenommen waren.</p>
<p>Aber die Ware wird mit der überfälligen Unterordnung der Marktwirtschaft unter die Eigenwirtschaften der Völker ebensowenig verschwinden wie Recht und Pflicht, wie Person, Politik und Freiheit. Die ehernen Gehäuse der großen Techno- und Bürokratien wie überhaupt die ‘große Industrie’ sind heute schon technisch, organisatorisch und politisch obsolet. Den Hausindustrien, den teil- bis vollautomatisierten Miniaturfabriken der Kleinbauern und Kleinbürger, den Hausindustriekomplexen und -netzen der neu sich in Stand setzenden Familien-, Sippen-, Stammes- und Volksgemeinschaften wird die Zukunft gehören. Die materielle Produktion als Reich der Notwendigkeit darf nicht aufhören, auch dann nicht, wenn sie absolut unprofitabel geworden ist, aber das Reich der Freiheit wird wachsen.</p>
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		<title>Der Sinn einer konservativen  Revolution</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 1998 23:14:33 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Konservativismus]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Henning Eichberg schrieb vor einiger Zeit in der Zeitschrift &#8220;Wir selbst&#8221; über den &#8220;Unsinn der Konservativen Revolution&#8221;, wobei er richtig feststellte, daß diese Wortmontage in der begrifflosen Verwendungsweise, die heute üblich ist, &#8220;keinen Erkenntnisgewinn&#8221; bringe und nur wieder einmal ermögliche, von Volk und Nation zu schweigen. Er verwies dabei auch auf das Rehabilitierungsziel, das Armin Mohler 1950 mit der Wiedereinführung des Namens &#8220;Konservative Revolution&#8221; für die breite literarische Strömung der Zwischenkriegszeit verfolgte. Eichberg selbst schloß sich der richtigeren Bezeichnung &#8220;Neuer Nationalismus&#8221; an, die schon Eigenbezeichnung gewesen war, von Stefan Breuer 1993 in seinem Buch &#8220;Anatomie der Konservativen Revolution&#8221; wieder in Vorschlag gebracht und vom &#8220;Verfassungsschutzbericht Hamburg 1995&#8243; (S.54) übernommen wurde.</p>
<p>Die ideengeschichtliche Bezeichnung &#8220;Konservative Revolution&#8221; ist andrerseits nicht unsinniger als jeder andere Name für eine Geschichtsepoche: Unter Karl dem Großen und Otto dem Großen ist ebensowenig das römische Imperium wieder auferstanden wie in der Renaissance die Antike wiedergeboren wurde oder im Absolutismus irgendetwas absolut war; auch die traurigen Ereignisse von 1789 ff. waren keine Revolution, sondern eine bornierte Standesrevolte, die bald in Terror und Größenwahn umschlug.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Der Konservativismus</strong></p>
<p>Wie der politische Sozialismus so ist auch der politische Konservativismus in Deutschland im Jahre 1848 in die geschichtliche Erscheinung getreten. Der 1848 in Berlin gegründete Verein zur Wahrung der Interessen des Grundbesitzes, der sein Sprachrohr in der Kreuzzeitung (&#8220;Neue Preußische Zeitung&#8221;) hatte, war die erste konservative Partei in Deutschland, &#8211; ganz ebenso, wie die Arbeitervereine die erste soziale Partei und die Kapitalbesitzervereine die erste liberale Partei waren. Die drei politisch-ideologischen Hauptströmungen der parlamentarischen Systeme &#8211; Konservativismus, Liberalismus und Sozialismus &#8211; haben sich also im historischen wie im systematischen Sinne an den drei Hauptfaktoren der ökonomischen Produktion kristallisiert: an Boden, Kapital und Arbeit. Daher gilt das Gebot: Vom Konservativismus soll schweigen, wer von Immobilien nicht reden mag. Denn eine konservative Reform des Gemeinwesens ist, vor allem anderen, eine <em>Bodenreform</em>. Also bedeutet eine politisch-konservative Revolution eine Bodenrechtsrevolution. Konservative Revolutionen haben also immer dort Sinn, wo Revolutionen des Bodenrechts sinnvoll sind.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Die Revolution</strong></p>
<p>Leider Gottes sind unsere zahlreichen Autoren über, für und gegen die &#8220;Konservative Revolution&#8221; allesamt folgsame Schüler des Mephisto, denen schnell ein Wort sich einstellt, wo ihnen der Begriff fehlt. Und sie haben nicht nur keinen Begriff des Konservativismus, sondern erst recht keinen der Revolution. Daher hier ein Merksatz aus dem &#8220;ABC der politischen Begriffe&#8221; (Staatsbriefe 6/94): <em>Revolutionen sind Umkehrung eines wesentlichen Verhältnisses im Gemeinwesen, so daß ein neues und höherrangiges Verhältnis wesen- bestimmend wird. </em></p>
<p>Beispiele für erfolgreiche und alltäglich gewordene Revolutionen sind etwa die Findung des Geldes durch Umkehrung der totalen Wertform in die allgemeine Wertform oder auch die Erfindung des Kapitals durch Umkehrung der Umlaufmittelfunktion des Geldes in seine Umlaufzweckfunktion.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Klassengegensätze</strong></p>
<p>Weil der Konservativismus historisch und systematisch am Produktionsfaktor Boden sich festmacht und also eine Klasse der bürgerlichen Gesellschaft bezeichnet, ist er sinnvoll verwendbar nur gemeinsam mit seinen beiden Gegenklassen des Liberalismus und des Sozialismus, die sich an den Produktionsfaktoren Kapital und Arbeit verorten. Allerdings fixiert sich die Unterscheidung Konservativismus-Liberalismus-Sozialismus nicht an den Produktionsfaktoren überhaupt, sondern nur an ihren Verteilungsfaktoren. Ein Gemeinwesen von freien Grundeigentümern, die auf eigner Scholle mit eigner Kraft und eignen Mitteln arbeiten, also Mittelstand weil im Stande ihrer Mittel sind, mag zwar konservativ, liberal und sozial genannt werden, den bürgerlich-gesellschaftlichen und parlamentarischen Klassengegensatz von Konservativismus, Liberalismus und Sozialismus gibt es in solch einem mittelständischen Gemeinwesen nicht.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Der Verteilungskampf</strong></p>
<p>Konservativismus existiert also nur in den Zeiten relativer Monopolisierung von Grund und Boden in den Händen einer konservativen Klasse, so daß bodenlose oder bodenarme Gegenklassen zur Erhaltung ihres Lebens oder ihres eigenen Produktionsfaktors den Mangel durch Erwerb am Faktormarkt gegen Hergabe eines von ihnen relativ monopolisierten Gegenfaktors (wie Arbeit oder Kapital) ausgleichen müssen.</p>
<p>Die Konservativen sind also Angehörige einer Klasse, die im Verteilungsschema der bürgerlichen Gesellschaft ständig liberalistische und sozialistische Faktorgüter in sich aufnehmen, auch, um ihren Zustand als Konservative zu erhalten. Der Konservative muß also <em>Klassenkämpfer</em> sein und Klassenkampfverbände &#8211; konservative Parteien und Grundeigentümerverbände &#8211; bilden, um den Verteilungskampf mit den Verbänden der Liberalisten, Sozialisten und Konsumisten zu bestehen.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Die Veräußerbarkeit</strong></p>
<p>Konservative Revolution ist nicht weniger sinnvoll als liberale oder soziale Revolution. Revolutionen von Produktionsverteilungsfaktoren sind Umkehrungen von Verhältnissen der Verteilung von Produktionsfaktoren. Verteilungsfaktoren ist wesentlich, daß sie von ihren Besitzern an ihre Nichtbesitzer verteilt werden. Der Faktor als noch zu verteilender ist veräußerlich, als bereits verteilter ist er unveräußerlich &#8211; weil produktiv &#8211; geworden. Revolutionen auf dem Verteilungskampfplatz der bürgerlichen Gesellschaft sind <em>Umkehrungen zwischen Ver- und Unveräußerbarkeit</em> und der Minimal- und Maximalgrößen beider. Grundmuster aller Revolutionen in diesem Sektor des Gemeinwesens ist, daß die Verteilungsfaktoren gänzlich oder teilweise veräußerlich oder unveräußerlich sein sollen, damit jeder Klassen- bzw. Volksgenosse allezeit ein Konservativist, ein Liberalist oder ein Sozialist werden oder bleiben kann.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Volksrevolutionen im neuen Reich</strong></p>
<p>Revolutionen im Verteilungsschema de bürgerlichen Gesellschaft sind also: <em>Veräußerbarkeits-, Unveräußerbarkeits-, Klassen- und Volksrevolutionen</em> in allen vier Faktoren, so daß die bürgerliche Verfassung eines Volkes sechzehn gesellschaftliche Revolutionsarten kennt.</p>
<p>Die Geschichte bietet eine Fülle empirischer Belege, einer sei nur herausgegriffen: Die Unveräußerlichkeit der Person seit Beginn des Mittelalters im 5. Jahrhundert war eine sozialistische Volksrevolution, die den Totalverkauf der Arbeitskraft und damit die Selbstversklavung unmöglich machte. Auf dieser sozialistischen Volksrevolution beruht also das christliche Abendland.</p>
<p>Das für das Vierte Reich geplante <em>Grundrecht</em> (Art. 3,1 RVerfE) ist die <strong>Konservative Volksrevolution</strong> der Unveräußerbarkeit von Mindestgrundstücken, das <em>Recht auf Arbeit</em> (Art. 15,3 RVerfE) die <strong>Sozialistische Volksrevolution</strong> der Veräußerbarkeit von Mindestarbeitskraft. Der weltweite freie Kapitalverkehr hingegen ist eine völkerzerstörende <strong>Liberale Klassenrevolution</strong>, sie ist die kapitalistische Weltrevolution der Gegenwart.</p>
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		<title>Das Reich der Freiheit</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 1998 23:08:23 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Kampfschriften]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Kapitalismus geht seinem Ende entgegen. Sein endgültiger Tod wird das Reich der Freiheit sein. In den vielen Verwertungskrisen des Kapitals, die alle noch nicht die Endkrise des Kapitalismus waren, sind zahllose Kapitalien untergegangen und ist gesellschaftliche Kapitalmasse vernichtet worden. Das Kapital ist verkleinert und verjüngt wiederauferstanden, um auf der Grundlage entwerteter Kapitalien und ...


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Kapitalismus geht seinem Ende entgegen. Sein endgültiger Tod wird das Reich der Freiheit sein. In den vielen Verwertungskrisen des Kapitals, die alle noch nicht die Endkrise des Kapitalismus waren, sind zahllose Kapitalien untergegangen und ist gesellschaftliche Kapitalmasse vernichtet worden. Das Kapital ist verkleinert und verjüngt wiederauferstanden, um auf der Grundlage entwerteter Kapitalien und gekräftigter Profitrate einen neuen Zyklus von Kapitalwachstum (Akkumulation) zu eröffnen. Kapital ist der Prozeß des sich selbst verwertenden Wertes. Der Wert aller Waren &#8211; ob ihrer Naturalform nach nun Arbeitskräfte, Produktionsmittel oder Konsumtionsmittel &#8211; ist die in ihnen vergegenständlichte Zeit gesellschaftlich notwendiger Arbeit. Verschwindet die Arbeit aus der Produktion, dann geht der Wert der Waren gegen Null und das Kapital verdampft, weil der Verwertungsprozeß mangels Wertmasse bedeutungslos wird.</p>
<p>Ein Fabrikant für Rechnerprogramme beschreibt diesen Vorgang gesprächsweise wie folgt: &#8220;Der Wert des eigentlichen Herstellungsprozesses eines Produktes geht immer weiter gegen Null. Wertvoll sind einzig Ideen und Know-how. Diese Entwicklung beginnt jetzt erst, ihre Auswirkungen werden dramatisch sein.&#8221; (<em>Spiegel</em> 1/98,139) &#8211; Natürlich wird die Arbeit und damit der Wert nicht nur aus der materiellen Herstellung sondern ebenso aus der Ideenproduktion verschwinden. Die Aufsteiger und Gewinner des industriegeschichlichen Augenblicks werden die Verlierer von morgen sein, wenn die Ideenproduktion automatisiert ist und damit weitgehend arbeitsfrei und wertlos geworden sein wird.</p>
<p>Als Resultat der industriellen Entwicklung unter kapitalistischer Form ergibt sich ein zunehmender Widerspruch zwischen Reichtum und Wert. Ersterer wächst und letzterer schwindet. Karl Marx schrieb schon 1858 dazu in den <em>Grundrissen</em>: &#8220;Das Kapital ist selbst der prozessierende Widerspruch dadurch, daß es die Arbeitszeit auf ein Minimum zu reduzieren stört, während es andrerseits die Arbeitszeit als einziges Maß und Quelle des Reichtums setzt. Es vermindert die Arbeitszeit daher in der Form der notwendigen&#8221; (lohnproduzierenden), &#8220;um sie zu vermehren in der Form der überflüssigen&#8221; (profitproduzierenden); &#8220;setzt daher die überflüssige in wachsendem Maß als Bedingung &#8230; für die notwendige. Nach der einen Seite ruft es also alle Mächte der Wissenschaft und der Natur, wie der gesellschaftlichen Kombination und des gesellschaftlichen Verkehrs ins Leben, um die Schöpfung des Reichtums unabhängig (relativ) zu machen von der auf sie angewandten Arbeitszeit. Nach der andren Seite will es diese so geschaffnen riesigen Gesellschaftskräfte messen an der Arbeitszeit, und sie einbannen in die Grenzen, die erheischt sind, um den schon geschaffnen Wert als Wert zu erhalten.&#8221; (593)</p>
<p>Nachdem die technische Anwendung der Naturwissenschaften die arbeitsreiche Produktion in eine arbeitslose verwandelt und ihren Wert gegen Null hat schrumpfen lassen, ist der Mensch vom Arbeiter in der Produktion zu ihrem Danebensteher geworden. &#8220;In dieser Umwandlung ist es weder die unmittelbare Arbeit, die der Mensch selbst verrichtet, noch die Zeit, die er arbeitet, sondern die Aneignung seiner eignen allgemeinen Produktivkraft, sein Verständnis der Natur und die Beherrschung derselben durch sein Dasein als Gesellschaftskörper &#8211; in einem Wort die Entwicklung des gesellschaftlichen Individuums, die als der große Grundpfeiler der Produktion und des Reichtums erscheint.&#8221; (aaO)</p>
<p>Der Einzelne und sein Sonderinteresse, das sich als Subjekt der bürgerlichen Gesellschaft begreift, wie die Gemeinschaft in ihrem Allgemein- und Gesamtbelang, die sich als Körper in der Gesellschaft aller anderen Gemeinschaften (Völker) weiß und folglich als Gemeinwesen handelt, &#8211; diese sozialwissenschaftliche Einsicht in das Einzelne, das Besondere und das Allgemeine und deren Gesamtheit wird zur produktiven Hauptbedingung, daß die Gemeinwesen als aktionsfähige Gemeinschaften wie als Gesellschaften der Transaktionsfähigkeit den naturwissenschaftlichen Produktionsapparat sich aneignen und entwickeln können. Bedingung dieser produktiven Aneignung der Naturwissenschaften ist das sozialwissenschaftliche Selbstbewußtsein des Gemeinwesens in den Sparten Gemeinschaftskunde, Gesellschafts- wissenschaft und Gemeinwesenlehre. Das System der Sozialwissenschaften wird somit Hauptbedingung der produktiven Handhabung des angeeigneten Naturprozesses, also der in Systemen vollautomatischer Fabriken verdinglichten Naturwissenschaft.</p>
<p>&#8220;Sobald die Arbeit&#8221;, fährt Marx fort, &#8220;in unmittelbarer Form aufgehört hat, die große Quelle des Reichtums zu sein, hört und muß aufhören die Arbeitszeit sein Maß zu sein&#8230;. Die Surplusarbeit der Masse hat aufgehört Bedingung für die Entwicklung des allgemeinen Reichtums zu sein, ebenso wie die Nichtarbeit der Wenigen für die Entwicklung der allgemeinen Mächte des menschlichen Kopfes. Damit bricht die auf dem Tauschwert ruhnde Produktion zusammen&#8230;.&#8221; (aaO) Selbst der unmittelbare materielle Produktionsprozeß verliere jetzt seinen notwendig-notdürftigen Charakter. Ihn zu minimieren werde zur Bedingung der freien und allseitigen Entwicklung der Individuen, um für ihre künstlerische und wissenschaftliche Ausbildung Zeit und Mittel zu gewinnen.</p>
<p>Dieser nachkapitalistischen Perspektive ist das Reich der Freiheit keine Drohung, sondern eine Verheißung. In ihr ist nicht mehr Arbeit und Wert und nicht mehr die Akkumulation von Mehrarbeit und Mehrwert im kapitalistischen Verwertungsprozeß das eindimensionale Ziel, sondern die multidimensionale Entwicklung von Fähigkeiten der menschlichen Arbeitskraft &#8211; als individueller wie als kollektiver &#8211; als Zweck gesetzt. Damit haben sich die Kräfte des Gemeinwesens als echter Selbstzweck und somit als das Leben bestimmt. Gemeinschaftliches, gesellschaftliches und gemeinwesentliches (die beiden ersteren reflektierendes) Leben machen danach die menschliche Daseinsweise im Reiche der Freiheit aus.</p>
<p>&#8220;Das Reich der Freiheit&#8221;, so führt der späte Marx im dritten Band des <em>Kapitals</em> aus, &#8220;beginnt in der Tat erst da, wo das Arbeiten, das durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, aufhört; es liegt also der Natur der Sache nach jenseits der Sphäre der eigentlichen materiellen Produktion.&#8221; (MEW 25,828) Die materielle Produktion ist nicht auf Naturnotwendigkeit beschränkt, sondern ein Reich geschichtlich gebildeter und erweiterter technischer Notwendigkeiten. &#8220;Die Freiheit in diesem Gebiet kann nur darin bestehn, daß&#8230;die assoziierten Produzenten diesen ihren Stoffwechsel mit der Natur rationell regeln, unter ihre gemeinschaftliche Kontrolle&#8221; (die Marx auch als Vergesellschaftung tituliert) &#8220;bringen, statt von ihm als von einer blinden Macht beherrscht zu werden; ihn mit dem geringsten Kraftaufwand und unter den ihrer menschlichen Natur würdigsten und adäquatesten Bedingungen vollziehn. Aber es bleibt dies immer ein Reich der Notwendigkeit. Jenseits desselben beginnt die menschliche Kraftentwicklung, die sich als Selbstzweck gilt, das wahre Reich der Freiheit, das aber nur auf jenem Reich der Notwendigkeit als seiner Basis aufblühn kann. Die Verkürzung des Arbeitstags ist die Grundbedingung.&#8221; (aaO)</p>
<p>Die Freizeit des Arbeiters, die aus der Verkürzung des Arbeitstages folgt, steht am Anfang und am Ende der kapitalistischen Epoche. Der Normalarbeitstag des zünftigen Handwerkers im Hochmittelalter war acht Stunden, ansonsten gab es den blauen Montag und zahlreiche arbeitsfreie Kirchenfeiertage. Weil es viel Freizeit gab, konnte die mittelalterliche Hochkultur entstehen. Nur weil der Gesamtarbeitstag des Handwerkers (und als Voraussetzung auch der des Bauern) über seinem notwendigen Arbeitstag lag, worin er seinen Lohn erarbeitete, konnte eine Mehrarbeit geleistet werden, sich in einem Mehrprodukt vergegenständlichen und einen Mehrwert am Markt preislich realisieren, was die Grundlage der hochkulturellen Bedürfnisse und somit Nachfrage nach halb- und vollkünstlerischer Handwerksarbeit schuf. Aber die mögliche Mehrarbeit konnte ebenso als Freizeit, als eigentliches Luxusgut, konsumiert werden. Und das wurde sie auch.</p>
<p>Geraten die Handwerker in die Abhängigkeit vom Kapital, dann wird ihre Freizeit wieder zur Arbeitszeit und zur Grundlage des Profits. Und wenn das Kapital in seinem Drange, die Mehrarbeit als unbezahlte Arbeit, die eigentlich zur Arbeitszeit umdefinierte Freizeit ist, immer mehr auf Kosten der notwendigen Arbeit, worin der Lohn erarbeitet wird, auszudehnen, die ganze industrielle arbeitsersetzende Entwicklung bis zu dem logischen Ende der arbeitslosen Produktion in der vollautomatischen Fabrik vorantreibt, bricht der Kapitalismus als Selbstverwertung des Wertes zusammen, weil der Wert von Arbeitskräften, Produktionsmitteln und Produkten gegen Null geht und ihre Warenform sich auflöst. Damit hat der Kapitalismus sich selbst getötet und die an den Verwertungsprozeß gefesselte Produktion ist befreit.</p>
<p>Die zunehmende Abwürgung der Produktion durch die schrumpfende Wertschöpfung (oder mit Marx gesprochen: die Fesselung der Produktivkräfte durch obsolete Produktionsverhältnisse) ist statistisch aufweisbar, wenn das Produktivitätswachstum der Arbeit nicht mehr im vollen Umfang als Steigerung des Produktausstoßes erscheint. An dem raschen Anstieg der Produktion (wie nach 1933 in Deutschland) erkennt man eine Revolution gegen das Kapital, im Verfall der Produktion (wie nach 1917 in Rußland) verrät sich eine (asiatische) Konterrevolution gegen das Kapital. Die Revolution konnte nur besiegt werden durch eine auf Vernichtung gerichtete Kriegsallianz des Kapitals mit der asiatischen Konterrevolution. Siegestrophäe dieser bemerkenswerten Allianz aus kapitalistischer Plutokratie und kommunistischer Despotie war &#8211; aus systematischen und nicht bloß aus historischen Gründen &#8211; die Demontage der Produktion bis hin zu der Vertreibung der Produzenten vom Grund und Boden ihrer Produktion und sogar der millionenfachen Massakrierung der Produzenten selber (wie in Deutschland 1945). Der Zerfall des konterrevolutionären Bündnisses in seine beiden Hälften, die kapitalistische und die antikapitalistische, ermöglicht dann aus Gründen der weltgeschichtlichen Rivalität eine begrenzte Entwicklung der Produktion (in Deutschland ab 1948). Der Wegfall der Rivalität führte in der vereinigten Besatzungszone BRDDR allein 1993-97 zu einer Schrumpfung der Produktion von 4,2 Prozent. Die Fesseln, die der Wert dem Reichtum anlegt, sind wieder schmerzhaft spürbar geworden.</p>
<p>Richard Wagner, der 1848er Kampfgenosse des Karl Marx, trägt in seinem musikdramatischen Werk eine andere Fassung der Sage von dem Reiche der Freiheit vor: Die Gralserzählung. Der Gral ist ein Kelch oder heiliges Gefäß, das eine unversiegbare himmliche Kraft enthält, aus der die Gralsritter ihre irdische Interventionsmacht periodisch speisen. Der Inhalt des Grals ist also ein ganz besonderes Gut, das unverbrauchlich gebrauchbar ist. Was die Gralsritter zu sich nehmen ist ein Schluck aus der Pulle der Vollkommenheit, sie trinken von dem Geiste Gottes selber. Dieser Rohstoff ergibt aber, menschlicher Denkarbeit unterworfen, die Gedanken, welche ihrerseits als Denkmittel oder Begriffe, als Denkgegenstände oder Probleme, als Ideen oder Tatgedanken dienen oder zu denkersetzenden Gedankensystemen, Theorien also, zusammengesetzt werden können. Die Theorien vollbringen die Wunder, und der Kelch, worin sie ausgegoren werden, ist die Hirnschale des Menschen. Dieser Kelch geht nur an wenigen nicht vorüber. Vor 30 Jahren trug Krahl den Gral.</p>
<p>&#8220;Alle Mythologie&#8221;, schreibt Marx in den <em>Grundrissen</em>, &#8220;überwindet und beherrscht und gestaltet die Naturkräfte in der Einbildung und durch die Einbildung; verschwindet also mit der wirklichen Herrschaft über dieselben.&#8221; (30) Die Volksphantasie bearbeitet aber nicht nur die Natural-, sondern auch die Verkehrsformen, und tat sie dies bei den Griechen vorwiegend als unbewußte Kunstvorstellung, so arbeitet die Volksphantasie bei den germanischen Völkern als bewußte Wissenschaftsfiktion. Mit deren Verwirklichung als Natur- und Sozialwissenschaft verschwindet nur ein alter Mythos, aber nicht der Mythos überhaupt. Der Mythos ist vorgestellte Technik und imaginierte Gemeinschaft, und die reale Technik und verwirklichte Gemeinschaft ist nachgestellter Mythos. Ohne den Neuen Mythos wird es weder die Neue Technik noch die Neue Genossenschaft, also eine erneuerte Volksgemeinschaft, geben.</p>
<p>Das Reich der Notwendigkeit ist in jeder Nation der von dem selbstbewußten Volk zielsicher geführte und mit minimiertem Arbeitsaufwand in Gang gehaltene Produktionsprozeß der materiellen Güter. Jede Nation, die als Volksgemeinschaft zusammenhält, als Gesellschaftssubjekt sicher transagiert und als Gemeinwesen, in sich reflektiert, in Erscheinung tritt, wird auf der Grundlage solch eines Reiches der Notwendigkeit ein Reich der Freiheit erobern. Dies kann aber auch der Raum des Lasters und damit neuer Sklaverei der Triebe werden, in Freizeit und Spiel verplempert. Dann fällt der Mensch in seiner freien Zeit aus seinem Wesen, der Arbeit, heraus, und wenn er die Arbeit verliert, fällt er auch aus der Erkenntnis. Nur wenn die Arbeit das erste Lebensbedürfnis aller Menschen wird (was sie bei den Deutschen schon immer war), gereicht die Fülle der freien Zeit ihnen zum Segen. Die Arbeit kann nur Spaß machen, wenn sie kein Spaß ist, und nur als Werkverwirklichung bringt sie den Menschen individuelle und kollektive Selbstverwirklichung. &#8220;Wirklich freie Arbeiten, z.B. Komponieren ist grade zugleich verdammtester Ernst, intensivste Anstrengung.&#8221; (<em>Grundrisse,</em> 505)</p>
<p>Längst nicht alle Arbeit im Reiche der Freiheit muß freie Arbeit des Einzelnen sein. Als solche gilt dem Herkommen nach das Kunstschaffen (wohlweislich aber nicht das Kunstdarstellen), das religiöse Tun und das Philosophieren, also die drei Hauptäußerungen des absoluten Geistes. Zu den einzelfreien Arbeiten sollte man noch die Taten der weltgeschichtlichen Individuen im Bereich des objektiven Geistes hinzuzählen, also neben den Staatsdenkern und sonstigen geistigen Führern auch die schöpferischen Staatslenker und die gesellschaftspolitischen Führer. Die freie Arbeit dieser Wenigen, die schon immer ihr Eigenreich der Schaffensfreiheit sich erobert haben, wird auch im kommenden Reiche der Freiheit keine Schwierigkeit bereiten, sondern die Organisation des Reiches der Freiheit für die Vielen ist die Herausforderung an das Gemeinwesen der Zukunft.</p>
<p>Ist die notwendige Arbeit für die Vielen minimiert, muß ausreichend freie Arbeit für sie organisiert werden, damit alle am Reiche der Freiheit teilhaben können. Solche gewaltig-freien Volksgemeinschaftsaufgaben waren in der Vergangenheit z.B. die kirchlich-ritterliche Hochkultur im Alten Reich auf Basis der feudalen Mehrarbeit der deutschen Bauern; die bürgerlich-städtische Hochkultur auf Grundlage kommunaler Mehrarbeit der Handwerker, freien Arbeiter und Kaufleute; die wilhelminische Hochkultur dank Mehrarbeit und Erfindungsreichtum von Industriearbeitern, technisch-wissenschaftlicher Intelligenz und Mittelstand, die praktisch bis 1945 Deutschland beherrschte und im westzonalen Wirtschaftswunder eine Nachblüte erlebte.</p>
<p>Nach dem Zusammenbruch der kapitalistischen Wirtschaft und ihrer Staaten in Deutschland wird durch Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit des Deutschen Reiches die Einrichtung einer Volkswirtschaft unter gemeinschaftlicher Kontrolle aller Deutschen möglich. Sie wird &#8211; nach Minimierung des Arbeitsaufwandes in der materiellen Produktion und folglich der Gesundschrumpfung des Reiches der Notwendigkeit &#8211; das Reich der Freiheit um Großvorhaben herum organisieren, die kulturelle Anliegen aller Deutschen sind. So liegt es z.B nahe, Wiederaufforstung von Industrie- und Verkehrsbrachen zu betreiben; die Standkraft der Landesverteidigung auf die Höhe der Unüberwindbarkeit zu bringen; die zahlreichen deutschen Altstädte als Zeugen der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Hochkultur, die durch den angelsächsischen Bombenterror und den modernistischen Aufbau zerstört worden sind, zu rekonstruieren; die deutsche Wissenschaft wieder zu idealisieren und ihr die Spitzenstellung in der Welt, die sie im Wilhelminismus innehatte, zurückzuerobern; die deutsche Volksschule zu poetisieren. Vieles andere erscheint denkbar und kann organisiert werden, sobald Arbeitskräfte und Herstellungsmittel wieder freigesetzt sind.</p>
<p>Unter der Vorherrschaft des Reiches der Freiheit wird auch seine Grundlage, die notwendige materielle Produktion, eine freiere und unauffälligere Gestalt annehmen als jene der großen Industrien. Alle Familien, Sippen und Gemeinden werden bestrebt sein, einen Anteil am Reich der Notwendigkeit in ihren miniaturisierten und mikroisierten Hausindustrien und Eigenwirtschaften zu nehmen und Volk, Staat und bürgerliche Gesellschaft mit dem Nötigen zu versorgen. Nur das mit Waffen versorgte und mit automatischen Produktionsmitteln in allen seinen Gemeinschaften bewaffnete Volk hat seine produktiven und destruktiven Instrumente sowohl vergemeinschaftet als auch vergesellschaftet.</p>
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		<title>Demokratie und Patriotenverfolgung</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 1998 22:19:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DK</dc:creator>
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		<description><![CDATA[... Heimatliebe, Vaterlandsliebe (Patriotismus) und Volksliebe (Nationalismus), - das ist die aufsteigende Linie der Erscheinungen des Gottes der Liebe im Dasein der Völker. 


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Den Patriotismus der Lateiner haben die Deutschen in die Vaterlandsliebe, den Nationalismus in die Liebe zum Volk verwandelt. Nationalismus weist zurück auf <em>natus</em>, <em>nata</em>, den geborenen Sohn, die geborene Tochter, und diese verweisen auf die Natur überhaupt, das Geborene schlechthin. Nationalismus als Weltordnungsprinzip ist die gewachsene, die natürliche politische Ordnung aus Gemeinschaften der Geborenen einer je selbigen Art. Nationalismus ist also Volksliebe, oder genauer gesagt: völkische Eigenliebe. Den Nationalismus komplettiert der Patriotismus und so tritt der völkischen Eigenliebe die Vaterlandsliebe zur Seite. Wird die Geburt der Nationen eher mit den Müttern, den Völkern und den Muttersprachen verbunden, so der Patriotismus mit dem legitimen Land der Väter, ihrem völkerrechtlichen Besitz und Eigentum, also ihren Gebietshoheiten und Gebietssouveränitäten. Das Land der Väter meines Volkes, mein Vaterland, reicht von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt. Die Heimat hingegen ist wieder ein eher weibliches Wesen. Die Heimat ist jene Landschaft, in der wir unsere Kindheit verbrachten und in der wir die Welt zu sehen und die Sprache der Natur und der Menschen zu verstehen lernten. Die Heimat lehrte uns die Liebe zum Ländle und seinen Leutchen und befähigte uns später auch zum Einhausen in andere Gegenden des Vaterlandes. Heimatliebe, Vaterlandsliebe (Patriotismus) und Volksliebe (Nationalismus), &#8211; das ist die aufsteigende Linie der Erscheinungen des Gottes der Liebe im Dasein der Völker. </p>
<p>Patriotismus oder Vaterlandsliebe blühten in Deutschland lange vor Nationalismus oder Volksliebe. Der Patriotismus entfaltete im 19. Jahrhundert im Windschatten des voranstürmenden Nationalismus seine schönsten Blüten. Der Nationalismus aber ist Volksliebe, und sie ist die Mutter der eigenständigen demokratischen Bewegung in Deutschland, die im Befreiungskrieg von 1813, im nationalrevolutionären Einigungsversuch von 1848 und in der Reichsgründung von 1871 ihre geschichtlichen Höhepunkte erlebte. </p>
<p>Das Große der Bismarckschen Reichsverfassung ist, daß in ihr demokratische und monarchische Überlieferungen vereint sind und der ewige Bund der deutschen Fürsten zum Wohle des deutschen Volkes geschmiedet ist. Ein Volk ohne Eigenliebe kann nicht über sich herrschen und ist somit demokratieunfähig. Als die Westmächte Deutschland nach der Niederlage im 1. Weltkrieg zwangen, die Monarchie abzuschaffen und ein parlamentarisches Regime zu errichten, trugen sie den Haß in das deutsche Volk hinein und machten die Demokratie unmöglich. Denn weil zumindest der Kaiser aus dem Volksbegriff der Weimarer Lizenzdemokraten ausgeschlossen wurde, war man in den vordemokratischen Volksbegriff zurückgefallen, der nur die Unteren und nicht auch die Oberen meinte. Nationalismus und Demokratismus waren in Deutschland plötzlich nicht mehr engste Freunde, sondern schärfste Feinde. Die verfassungsgebende Versammlung von Weimar war die Vollstreckerin des Siegerwillens und etablierte das parlamentarische System mit dem Parteienstaat als seiner schnell faulenden Frucht. </p>
<p>Der Patriotismus wurde in den politischen Bürgerkrieg zwischen Parteienstaat und völkischer Eigenliebe, die jetzt selber als antiparlamentarische Partei antreten mußte, hineingezogen. Denn der Patriotismus steht hinter dem Nationalismus. Die Vaterlandsliebe ist buchstäblich der Boden, auf dem die völkische Eigenliebe gedeiht. Als nach dem 8. Mai 1945 die Zerstörung des deutschen Vaterlandes durch die raumfremden Siegermächte geschichtlich einmalige Ausmaße erreichte, setzte auch prompt eine Zerstörung des deutschen Volkes von bislang noch ungeklärtem Umfang ein (mindestens sechs Millionen Tote nach dem Waffenstillstand). Mit der Gründung zweier Teilungsstaaten wurde 1949 versucht, einen Teilgebietspatriotismus zu begründen, der sich im Falle von BRD und DDR anfangs auf das Gebiet dieser zwei Teilungsstaaten bezog, nur jeweils vom Ökonomie-System der unmittelbaren Besatzungsmacht her betrachtet. Später dann beschränkte sich der Teilungspatriotismus auf das eigene Teilgebiet des deutschen Vaterlandes, was beim österreichischen Staatsvertrag von 1955 die Teilungsgewinnler von vornherein so konzipiert hatten. Aber die Geschichte hat mit der mitteldeutschen Einigungsbewegung von 1989 und dem Anschluß der DDR an die BRD einen ersten Strich durch die separatistische Rechnung gemacht, und sie wird mit dem Anschluß der BRD an die BRÖ einen zweiten Strich machen und mit dem Anschluß Großösterreichs an die deutsche Schweiz einen dritten Strich. </p>
<p>In der offenen Patriotenverfolgung der Gegenwart ist die Politpathologie der Zerteilungsstaaten des Deutschen Reiches zur schamlosen Offenkundigkeit gediehen. Vaterlandsverräterei und Volkszerstörung war aber von Anfang an das Daseinsprinzip der von den Besatzungsmächten unter Bruch aller zwingenden Normen des allgemeinen Völkerrechts eingerichteten Teilungsstaaten. Daher stellt die Verfolgung der Patrioten und die Verteufelung der Nationalisten in Deutschland (Österreich und Altreich einschließlich Vertreibungs- und Annektionsgebieten) eine Selbstoffenbarung des inneren Wesens der Nach-45er-Staaten dar. Und die Ausdehnung dieser Verfolgung auf die Schweiz, auf die italienische und die französische Republik, auf die skandinavischen und die Benelux-Länder zeigt, daß es &#8211; unabhängig von Staatsgrenzen &#8211; um die Zerstörung des deutschen Volkes als ganzem und wohl auch um die Zersetzung des germanischen Menschenschlages überhaupt geht. </p>
<p>Wer Patriotismus und Nationalismus unterdrückt und die Träger und Verbreiter dieser Gesinnung verfolgt, hat von vornherein den Boden zubetoniert, auf dem Demokratie im ursprünglichen Sinne &#8211; als Selbstbeherrschung eines Volkes &#8211; erst wachsen könnte. Die meisten der sog. westlichen Demokratien waren aber niemals Demokratien im genannten ursprünglichen Sinne und konnten es auch niemals sein, weil ihre Staatsgebiete nicht nach dem Prinzip Ein-Volk-ein-Staat zugeschnitten sind. Ihnen mangelt also die Voraussetzung der Demokratie: ein Volk. Stattdessen haben sie bloße Bevölkerungen aus unterschiedlichen Völkerschaften oder gar Rassen, &#8211; oder sind sowieso alt und brüchig gewordene Völkergefängnisse wie z.B. Frankreich und Großbritannien.</p>
<p>Unter den verschiedenen Demokratie-Theorien wie in anderen sozialwissenschaftlichen Disziplinen auch zeigt es sich aber, daß nicht das naiv-ursprüngliche Verständnis die Wirklichkeit richtig beschreibt, sondern das zynisch-abgebrühte. Demokratie heute ist politischer Kapitalismus, und sonst nichts. Demokratie als politischer Kapitalismus gehorcht folgender formalen Definition: <em>Herrschaft über allerlei Volks mit dessen vertraglicher Zustimmung</em>. Diese Herrschaftsform erzeugt den Gegensatz von Demokraten und Demokratisierten. Das allerlei Volks &#8211; Arbeits-, Dienst-, Kriegs-, Verwaltungs- oder Unterhaltungsvolk &#8211; kann weltweit und aus beliebigen Völkern rekrutiert werden. Sollte das allerlei Volks zur internationalen Solidarität der Demokratisierten aufrufen und gegen die Demokraten, politische wie ökonomische Kapitalisten, Front machen, kann die gefährdete Demokratie der zynischen Art immer noch völkische oder rassische Kämpfe unter dem demokratisierten Volks (oder: Volx) entfachen und dann die Rassismus-Keule schwingen und bis zur Patriotenverfolgung steigern. Es ist leicht vorherzusagen, daß die Patriotenverfolgung sich weltweit gegen alle natürlichen Völker ausdehnen wird, wenn der Spuk der Zyniker-Demokraten, die immer auch Pornokraten sind, nicht bald beseitigt wird. Dieser Hexensabbat findet erst dann sein Ende, wenn die vor Ekel und Entsetzen gelähmten Völker ihre je eigene Souveränität im Geistigen, Politischen und Wirtschaftlichen wiederherstellen und die Klassendiktatur des global nomadisierenden Finanzkapitals zerbrechen. </p>
<p>Wo leben wir eigentlich? Gibt es die BRD wirklich? Oder ist sie nur ein böser Traum? War nicht bis vor kurzem ein Gebilde namens DDR eine von den ganz besonders realen Realitäten in Deutschland?! &#8211; In den teilpatriotischen Anfangszeiten ließ die BRD verlauten, sie sei nur die Rechtsvertretung des Deutschen Reiches, solange das noch handlungsunfähig ist. Also war das Reich nicht tot, aber auch nicht lebendig; es war rechtsfähig, aber nicht geschäftsfähig. Offensichtlich war das Deutsche Reich entweder in der Irrenanstalt der Geschichte gelandet, oder es lag auf der Intensivstation des historischen Spitals im Koma! War der &#8220;Bund&#8221; der Wiedergänger des Reiches?</p>
<p>Die BRD ist das Wachkoma des Dritten Reiches. Die berühmtesten zwölf Jahre der deutschen Geschichte sind nur die Zeit der Handlungsfähigkeit des Dritten Reiches, die Epoche danach ist sein Koma, seine Handlungsunfähigkeit. Die gesamte BRD-Politik, exemplarisch für alle Teilungsstaaten, ist geprägt durch ein Koma der Politik und durch eine Politik des Komas, also seiner Erhaltung. Jedes Koma ist ein Zustand tiefer und anhaltender Bewußtlosigkeit, ein bloßes Existieren zwischen Leben und Tod, ein Halt vor dem endgültigen Übertritt ins Schattenreich. In des Komas todesähnlichem Schlafe erstarrt die geschichtliche Zeit; Gegengeschichte verschlägt den Deutschen ihr Dichten und Denken, und es vergißt das Volk seine Helden, schämt sich der Taten der Ahnen und Blödigkeit schlägt seinen Blick auf des Reiches vergangene Herrlichkeit, auf des Reiches lebendigen Ruhm. Die Koma-Deutschen von heute sind verstört und müde, ihnen hängt der Kopf ihrer vergangenen Hochkultur von den Schultern, zu schwer für den geschwächten Volkskörper. </p>
<p>Die BRD muß untergehen, damit das Dritte Reich endlich sterben und vom Vierten Reich konstruktiv überwunden werden kann. Dann erst erlöst das Reich der Deutschen die Welt zu neuer Entfaltung, die gehemmt ist, die Stufe des Dritten Reiches überhaupt erst zu erklimmen, weil dahinter bislang der absolute Abgrund zu gähnen scheint, in den die Deutschen gestürzt worden sind. Auf dem Weg in den Untergang der Teilungsstaaten und zur Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit des Deutschen Reiches möge dem deutschen Volke neues Blutvergießen erspart bleiben. Daher ist der Wendehals einmal mehr der Hoffnungsvogel der nahenden Wendezeit. </p>
<p>Nach dem Anschluß der BRD an Österreich wird es vielleicht auch eine strafrechtliche Abwicklung des BRD-Regimes geben, wie die BRD selber es in der DDR-Abwicklung vorgemacht hat. Unter Anwendung des BRD-Rechtes auf die BRD-Verantwortlichen käme dann der Art. 25 GG zum Tragen, nach dem die Normen des allgemeinen Völkerrechts unmittelbar geltendes BRD-Recht sind, und die glaubhaften vertraglichen (aber nichtigen) Versuche, Reichsgebiet an Sieger- und Vertreiberstaaten abzutreten, gelten dann in der eigentümlichen Terminologie des amerikanisierten Völkerrechts als unverjährbare Verbrechen gegen die Menschlichkeit, auf die entweder ein Strang in Nürnberg oder doch Lebenslänglich steht. Ein weiteres Verbrechen dieser Art ist die jahrzehntelange Verletzung des Rechtes auf Arbeit und des Rechtes auf Wohnung gemäß einschlägiger Artikel der UNO-Menschenrechtskonvention, die in der BRD nach Art. 25 GG unmittelbar geltendes Recht sind. </p>
<p>Nach der strafrechtlichen Abwicklung der BRD gemäß BRD-Normen und der Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit des Deutschen Reiches kämen die Hauptverantwortlichen vor das ordentliche Reichsgericht in Leipzig und würden nach dem Strafgesetzbuch des Zweiten Reiches wegen ihrer Mitverantwortung für die Existenz von Teilungsstaaten mit Sicherheit wegen schwerem Landes- und Hochverrat zum Tode verurteilt werden und auf dem Schafott enden, wenn sie nicht rechtzeitig tätige Reue gezeigt und eine unblutige Abwicklung der Teilungsstaaten ermöglicht hätten. &#8211; Aber es kommt wohl immer anders, als man denkt. </p>
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		<title>Deutschlands Zukunft</title>
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		<pubDate>Sat, 04 May 1996 22:54:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DK</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dem deutschen Volke sollte es bald gelingen, die uneingeschränkte Hausherrengewalt in seinem Lande wiederzugewinnen, damit Deutschland Zukunft hat. Und es sollte dem deutschen Volke sehr bald gelingen, die ausländischen Eroberer hinaus und ihre inländischen Toröffner ins Gefängnis zu werfen, damit Deutschland und das deutsche Volk Zukunft haben. Ansonsten werden wir untergehen und unsere Enkel ...


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dem deutschen Volke sollte es bald gelingen, die uneingeschränkte Hausherrengewalt in seinem Lande wiederzugewinnen, damit Deutschland Zukunft hat. Und es sollte dem deutschen Volke sehr bald gelingen, die ausländischen Eroberer hinaus und ihre inländischen Toröffner ins Gefängnis zu werfen, damit Deutschland und das deutsche Volk Zukunft haben. Ansonsten werden wir untergehen und unsere Enkel in Bitternis und unter Tränen das trockene Brot der internationalen Knechtschaft essen, mit Orientalen und Negern als Aufsehern über sich.</p>
<p>Läuft die demographische Entwicklung so weiter wie bisher, dann werden im Jahre 2030 nur noch die Hälfte der Einwohner hierzulande Deutsche sein. Es gehört also keine Prophetengabe dazu, Rassenkämpfe amerikanischen Musters und Volkstumskriege balkanischer Machart für Deutschland vorauszusagen. Sollte es aber keine Kämpfe geben, weil aus den germanischen Stämmen Europas kein neuer Karl Martell ersteht und die europäischen Völker nicht aufstehen, dann bedeutet das eben einen kampflosen Sieg nichteuropäischer Rassen über einen Gegner, der zu keiner ernsthaften Gegenwehr fähig ist. Und wer bereit sein sollte, diese Entwicklung notfalls mit einem Bürgerkrieg zu stoppen, der muß nun allmählich seine Proskriptionslisten erstellen und abarbeiten. Aber auch nach einem für uns siegreichen Rassenkampf kommt dann immer noch der Klassenkampf. Dieser Kampf geht gegen die Diktatur des global nomadisierenden Finanzkapitals, er geht für die Einordnung aller Klassen, auch der deutschen Kapitalistenklasse und der deutschen Arbeiterklasse, in die bürgerliche Gesellschaft und die Unterordnung der deutschen Gesellschaft unter den deutschen Staat, wodurch die deutsche Gesellschaft erst wieder bürgerlich und damit anständig wird. Denn anständig lebt nur, wer sich einem Stande angeschlossen und sich selbst also in Stand gesetzt hat. Die heute so gerühmten &#8220;global players&#8221; sind randalierende Autonome im Weltmaßstab. Sie wird man nach und nach aus den meisten Staaten ausschließen und mit Demonstrationsverbot belegen in dem Maße, wie die reellen Nationen ihre volkswirtschaftliche Souveränität zurückerobern.</p>
<p>Trotz drängender Gefahr wollen wir uns nun etwas Zeit nehmen, um über Zukunft im allgemeinen und Deutschlands Zukunft im besonderen zu philosophieren unter der optimistischen Annahme, Deutschland und die Deutschen hätten eine Zukunft. Für den denkerischen Hausgebrauch seien mehrere Zukünfte unterschieden, erstens die unmittelbare, zweitens die mittelbare und drittens die langmittelbare Zukunft. Ich nenne diese drei Zukünfte 1. Anwart, 2. Zuwart und 3. Kunft.</p>
<p>Die <em>Anwart</em> ist die unmittelbar auf die Gegenwart einprasselnde Zukunft, die sich sozusagen ständig vergegenwärtigende Zukunft. Die Anwart ist die unmittelbare Zukunft als das Ankommende. Die <em>Zuwart</em> ist die mittelbar bevorstehende Zukunft, die erwartete Ankunft des Neuen, das aber noch nicht gegenwärtig als unverarbeitetes Neues, noch nicht schon als Anwartschaft ständig in unserer Gegenwart ankommt und worauf wir also noch warten. Diese Zuwart als mittelbare (oder mittelfristige) Zukunft ist uns vor allem als die neuen Mittel, die noch zu gewärtigen sind, gegenwärtig, aber, anders als die Anwart, ist die Zuwart ein Noch-nicht-Ankommendes. Die Zuwart ist das Warten auf das bald Kommende. Die <em>Kunft</em> schlußendlich ist ein futuristischer Zeitmodus, der voraussichtlich eintritt, sobald die jetzige Anwart sich in völlige Gegenwart und die Zuwart sich in die Anwart verwandelt hat. Dann ist aus der jetzt ferneren Zukunft die Ankunft geworden, die sich zur Kunft vollendet hat: das Hier und Jetzt einer untergegangenen und vergangenen, weil eingetretenen Zukunft. Und diese Kunft der heute noch ferneren Zukunft wird sich dann wieder unterscheiden wie heute schon alles Gegenwärtige in die <em>Abkunft</em>, die <em>Herkunft</em> und die <em>Einkunft</em> des künftig-gegenwärtigen, des kunftwärtigen Zustandes Deutschlands.</p>
<p>Ich will daher die Lageanalyse der deutschen Zukunft &#8211; vorausgesetzt, wir haben sie uns erkämpft &#8211; unter dem Gesichtspunkt dieser drei Zukunftsarten betrachten und zum Schluß einen Zukunftswegweiser für die Deutsche Nationalbewegung zur Diskussion stellen.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>I.</strong></p>
<p>Was gegenwärtig an Zukunft auf Deutschland einprasselt, ist zweierlei. Erstens die Vollendung der Kapitalherrschaft einschließlich dazugehöriger Vollendungskrisen, die die Reste aller überlieferten Werte und Sitten zerstören, wogegen es auch Widerstand gibt, der aber notwendiges Moment des Überwundenwerdens und folglich Ausdruck der Vollendung des Kapitals ist. Zweitens wird die Kapitalherrschaft in ihrer Vollendung absolut. Alle staatlichen Regeln, Normen und Einschränkungen der Kapital-Freiheit, insofern sie aus der unvollkommenen Jugend und dem noch mangelnden Selbstbewußtsein unreiferer Epochen der Kapital-Geschichte herstammen, werden jetzt beiseite geräumt. Die Freihandelsdoktrin ist herrschende Lehre geworden und mit der These von der Gobalisierung der Märkte und Herstellungsräume wird die Unterordnung des Staates unter das Kapital verlangt.</p>
<p>Solange das Kapital sich noch schwach fühlte, forderte und erhielt es den Schutz der Nation vor der internationalen Konkurrenz. Jetzt, auf der Höhe seiner Macht, will es &#8211; wie einst der Kommunismus in seiner hochgemuten Jugend &#8211; den Staat absterben lassen und die Nation erscheint dem Kapital als borniert, als Reststörfaktor bei der Globalisierung der Produktionsprozesse und der Märkte.</p>
<p>Ein sicheres Zeichen, daß die Kapitalherrschaft auf ihrem Gipfel steht, ist die Kapitalisierung der Infrastruktur, also der allgemeinen Produktionsbedingungen wie Verkehr, Nachrichtenwesen usw., sowie des öffentlichen Dienstes. Betreffs Infrastruktur schrieb Karl Marx schon 1858: &#8220;Die höchste Entwicklung des Kapitals ist, wenn die allgemeinen Bedingungen des gesellschaftlichen Produktionsprozesses nicht aus dem Abzug der gesellschaftlichen Revenu hergestellt werden, den Staatssteuern &#8230;, sondern aus dem Kapital als Kapital.&#8221; (Grundrisse S. 431) Die Produktion der allgemeinen Produktionsbedingung aller Kapitale ist also besondere Anlagesphäre großer Kapitalgesellschaften geworden. Auf diesen Triumph des Kapitals würde die geforderte Privatisierung der Staatsdienste (Polizei, Justiz, Armee usw.) die Krone aufsetzen, es wäre die offizielle Übertragung der Souveränität vom Volk auf das Kapital. In der akademischen Diskussion ist das schon etabliert, wir brauchen nicht mehr lange zuzuwarten, bis es Versuche seiner praktischen Verwirklichung geben wird.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>II.</strong></p>
<p>Steht anwärtig die Privatisierung der Infrastruktur im Vordergrund des deutschen Erwartungshorizontes, so ist die Privatisierung des Staates ein zuwärtiger Hintergrund. Die Subventionierung technischer Großprojekte (AKW, Airbus, Transrapid usw.) läßt dem Steuerstaat keinen finanziellen Spielraum mehr. Bislang noch tobte der Kampf um den Staatshaushalt zwischen sozialer und kapitaler Subsidie. Erstere soll nun weitgehend abgebaut werden, um letztere fortsetzen zu können. Also: Die hochtechnischen Kapitalgesellschaften verletzen am schlagendsten ihre freihändlerische Ideologie vom schlanken, subventionsfreien Staat, der, anders als bei den Liberalen des 19. Jahrhunderts, nicht einmal mehr Nachtwächterstaat sein darf, denn der Nachtwächter soll jetzt auch nicht mehr Beamter sein, sondern Unternehmer werden.</p>
<p>Die mittelbare Zukunft Deutschlands &#8211; seine Zuwart &#8211; ist also die Krönung der Kapitalherrschaft im Kapital-Absolutismus durch Privatisierung des Staatsapparates, nachdem die zentralen Infrastrukturbetriebe Post und Bahn in Kapitalgesellschaften verwandelt sind. Natürlich steht jeder geschichtliche Vorgang unter dem Vorbehalt der Kontingenz: Es kann so kommen, aber auch anders, z.B. durch einen Aufstand des deutschen Volkes, falls es sich nicht auch noch die letzten Reste von Staatlichkeit nehmen lassen will und das verschleuderte Volksvermögen wieder unter seine Kontrolle bringt. Geht hingegen alles weiter seinen kapitalistischen Gang, dann wird der Kapitalismus das Opfer seines eigenen Triumphes, der sich weltwirtschaftlich in der absoluten Konkurrenz und im puren Freihandel wie in der globalen Herstellungsfreiheit manifestiert. Nicht mehr nationale Industrien produzieren in innervölkischer gesellschaftlicher Arbeitsteilung für einen aus verschiedenen Volkswirtschaften bestehenden Weltmarkt, sondern ein Globalbetrieb in globalbetrieblicher Arbeitsteilung für einen weltlos gewordenen Globaleinheitsmarkt, also für den Marktkommunismus.</p>
<p>Die Kapitalisierung der Infrastruktur ist also die Anwart, die Privatisierung des Staatsapparates aber die Zuwart Deutschlands, seine mittelbare Zukunft.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>III. </strong></p>
<p>Die Kunft, die langmittelbare fernere Zukunft also, die Deutschland und der übrigen kapitalistischen Welt zu künden ist, lautet: Wer den Gipfel seiner Lebensgeschichte erreicht hat, kann im weiteren Fortgang seines Daseins nur noch absteigen. Der werdende Kapitalismus suchte den Schutz der Nation aus Jugendschwäche, der souveräne Kapitalismus wirft ihn im vollen Bewußtsein seiner Stärke ab, der absteigende Kapitalismus hingegen denkt an Altersrente und Pflegeversicherung. Und während wir gegenwärtig in den leitenden Wirtschaftsartikeln uns noch an der reinen Lehre des Freihandels und der globalen Faktormobilität erfreuen können, lesen wir in den politischen Schlagzeilen schon den unerhörten Begriff &#8220;Importverbot&#8221;, den es nach der reinen Lehre gar nicht mehr geben dürfte.</p>
<p>Marx drückt diesen Sachverhalt so aus: &#8220;Solange das Kapital schwach ist, sucht es selbst noch nach den Krücken vergangner oder mit seinem Erscheinen vergehnder Produktionsweisen. Sobald es sich stark fühlt, wirft es die Krücken weg, und bewegt sich seinen eignen Gesetzen gemäß. Sobald es anfängt sich selbst als Schranke der Entwicklung zu fühlen und gewußt zu werden, nimmt es zu Formen Zuflucht, die, indem sie die Herrschaft des Kapitals zu vollenden scheinen, durch Züglung der freien Konkurrenz, zugleich die Ankündiger seiner Auflösung und der Auflösung der auf ihm beruhenden Produktionsweise sind.&#8221; (Grundrisse S.544f.) Noch gilt nur das Land als frei, das sich der freien Konkurrenz des Weltmarktes öffnet und jedes Wirtschaftssubjekt auf jedes andere losläßt, aber schon schwankt der Glaube an die alleinseligmachende Kraft des globalen Wettbewerbs. &#8220;Sobald übrigens&#8221;, schreibt Marx dazu, &#8220;die Illusion über die Konkurrenz als die angebliche absolute Form der freien Individualität verschwindet, ist dies ein Beweis, daß die Bedingungen der Konkurrenz, d.h. der auf das Kapital gegründeten Produktion, schon als Schranken gefühlt und gedacht werden, und es daher schon sind und mehr und mehr werden.&#8221; (Grundrisse S.545) Und daß die Ideologen der Konkurrenz diese als &#8220;das Ende der Weltgeschichte&#8221; (ibd.) ansehen würden, hat Marx auch schon prophezeiht.</p>
<p>Warum der Kapitalismus in Deutschland keine große Zukunft, sondern nur noch eine Kunft hat, an der vor allem die Niederkunft mit einer nachkapitalistischen Wirtschaftsweise von Belang ist, möchte ich nun mit einigen Erinnerungen an das Wesen des Kapitals, seine Krisen und ihre Zyklen, erläutern.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>IV.</strong></p>
<p>Das Kapital verändert durch seinen Trieb nach mehr Mehrwert, also nach Mehrwertwachstum, seine innere Zusammensetzung: Der Anteil des Sachkapitals steigt im Verhältnis zum Humankapital. Dies Verhältnis ist die organische Zusammensetzung des Kapitals, ihr Steigen bewirkt die <em>Tendenz zum Fall der Allgemeinen Profitrate</em>. Dem tendenziellen Fall der Profitrate wirken die Steigerung der Mehrwerts und die Senkung der Löhne und der Produktionsmittelpreise entgegen. Setzt die Tendenz zum Fall der Profitrate sich plötzlich durch, tritt die Krise ein. (Die Schwerkraft bewirkt eine Tendenz zum Fall der Flugzeuge auf die Erde. Die Auftriebskräfte an den Flügeln wirken dieser Tendenz entgegen. Setzt die Tendenz der Gravitation sich plötzlich durch, erfolgt Absturz.)</p>
<p>Wird also die Tendenz zum Fall der Profitrate akut, tritt die Krise ein. Sie ist die Anpassung des Gesamtvorganges der kapitalistischen Produktion an die gestiegene Produktivität. Krisenursache ist hierbei der Widerspruch zwischen der Ausdehnbarkeit der Produktion und der Konsumbeschränkung der Massen, d.h. zwischen Produktionsbedingung und Realisierungsschranke des Mehrwerts. Die Krise selber ist der akute Fall der Profitrate. Die Krisenwirkung zeigt sich in der Entwertung des konstanten und variablen Kapitals, also in der Kapitalvernichtung, die wieder Platz geschaffen hat für neues Kapitalwachstum.</p>
<p>Oder genauer: Steigende Maschine-Mensch-Relation steigert die Arbeitswirkung und bringt den gesellschaftlichen Grundumsatz ins Ungleichgewicht, was zum Wertverfall des Jahresprodukts, zum tatsächlichen Fall der Allgemeinen Profitrate, zur Rückverwandlung von Kapital in Geld (Schatzbildung), zum Rückgang der Produktion, zur Senkung der Beschäftigungsrate und zum Wertverfall von Produktionsmitteln und Arbeitskräften führt (Vernichtung konstanten und variablen Kapitals); letzteres läßt die Allgemeine Profitrate wieder steigen, Geld sich wieder in Kapital verwandeln, führt zur Fusion von Unternehmen und zur Erhöhung des Mindestkapitaleinsatzes; nach dem Abklingen der Krisenwirkungen können die Krisenursachen wieder wirken.</p>
<p>Der Kapitalismus lebt von seinen Krisen. In ihnen verjüngt er sich durch Kapitalvernichtung. Eine kapitalistische Krise ist der Absturz der Masse und der Aufschwung der Profitabilität des Kapitals. Von diesem allgemeinen Krisenkreislauf des Kapitals überhaupt sind zu unterscheiden Weltwirtschaftskrisen, die in einem Weltsystem mehrerer funktionierender Nationalökonomien ausbrechen, die, anders als eine Globalökonomie, miteinander Welthandel treiben können und folglich statt eines globalen Einheitsmarktes einen wirklichen Weltmarkt begründen. Eine Krise der Weltwirtschaftsmärkte bricht aus, wenn die globalen Erträge und Erlöse nachhaltig fallen. Die Weltkrise zeigt ihre Wirkung im Rückgang des Welthandels und im Schrumpfen der Faktorumsätze in den nationalen Verteilungsschemata. Die Faktorgüter strömen jetzt vorwiegend aus dem Verteilungsschema in die Ausgleichsfonds, d.h. in den Staatshaushalt und in die Vermögen der Privaten.</p>
<p>Die Weltmarktwirtschaftskrise reduziert die weltgesellschaftliche Arbeitsteilung. In der Krise der Weltmarktwirtschaft findet generell Importsubstitution (Einfuhrersatz) statt: eine Verringerung der gesellschaftlichen und weltgesellschaftlichen zu Gunsten der betrieblichen und binnenwirtschaftlichen Arbeitsteilung. Die Marktwirtschaft schrumpft, und die Eigenwirtschaft wächst. Der <em>komparative Kostenvorteil</em> des auswärtigen wie des Binnenhandels nimmt ab. Eigenfaktoren wachsen auf Kosten der Verteilungsfaktoren. Die Krise der Weltmärkte ist daher keine Wirtschaftskrise, sondern eine Krise der Marktwirtschaft und eine Blüte der Eigenwirtschaft, eine Wiederaneignung der umfassenden Fähigkeit der Gesamtarbeitskraft eines jeden Volkes und die Wiedergewinnung seiner nationalökonomischen Souveränität.</p>
<p>Resultat einer Krise der Weltmarktwirtschaft ist die Vertiefung und Verfeinerung der binnen- und eigenwirtschaftlichen Struktur der Nationalökonomien und ihrer Wirtschaftssubjekte. Die Weltmarktkrise faßt die globalen Faktorströme zu periodischen Bewegungen zusammen. <em>Krise</em> heißt Konjunktur des Privatvermögens,<em> Konjunktur</em> heißt Krise des Privatvermögens. Die Konjunktur spart an den Eigenfaktoren und legt in den Verteilungsfaktoren an, das Umgekehrte tut die Krise. Der Krisenzyklus ist somit ein An- und Abschwellen der Faktorströme in den nationalen Verteilungsschemata und zwischen ihnen.</p>
<p>Nach der Krise der Weltmarktwirtschaft haben sich mit der Neuformierung der Binnen- und Eigenwirtschaften die Ausgangsbedingungen für die weltgesellschaftliche Arbeitsteilung neu formiert. Auch die neuen Produkte der Wachstumsbranchen haben in der Regel einen krisenbedingten Entwicklungssprung getan: die Produktzyklen sind weitergerückt, der neue Faktorströmungszyklus ist auch ein Strom technischer Neuerungen.</p>
<p>Die erste Ursache der Weltmarktwirtschaftskrise ist nicht welt-, sondern allgemeinökonomischer Natur: akuter Fall der durchschnittlichen Profitrate. Die besonderen weltökonomischen Erscheinungsformen der Krise sind Folgen aus der Mobilität der Faktoren: des Kapitals, der Arbeitskraft, des Immobilfaktors und des Produktfaktors. Neben den Kapital- und Produktströmen verursacht besonders die globale Mobilität der Immobilien Migrantenströme von Immobilienkonsumenten, die die Umwelt schwer belasten. Produktströme in unvorbereitete Volkswirtschaften sprengen deren Infrastruktur, Arbeitsmigranten zerstören die Sozialstruktur und die nationalen Soziotope, die globalen Kapitalströme vernichten die letzten Biotope und verwandeln sie in Kapitalertragsressourcen. Die Konjunktur der Weltwirtschaftsmärkte ist die Hauptursache der ökologischen Krise wie ihres Kerns, der ethnischen Krise. Die geregelten Klassen- und Verbändekämpfe innerhalb der nationalen Verteilungsschemata entarten zu völkischen und rassischen Kämpfen, nachdem der Arbeitskräfteimport, verstärkt durch eine immigrationistische Propaganda kapitalistischer Ideologen, zum Zerfall der nationalen Arbeiterklasse und ihres Klassenbewußtseins geführt hat.</p>
<p>Emigration der Immigration und Remigration der Emigration, Kapitalrückfluß des Kapitalabflusses und Kapitalausfluß des Kapitaleinflusses sowie Exporterübrigung durch Importsubstitution sind eigenwirtschaftliche Heilungsmethoden der Weltkrise der Marktwirtschaft. Ebenso dienen Reparaturen an der nationalen Sozialstruktur, am vaterländischen Biotop und am völkischen Soziotop, die markt- und weltmarktwirtschaftlichen Zerstörungen der Volkswirtschaften zu beseitigen. Die Erfahrung mehrerer Weltkrisen wird die klugen Völker lehren, sich zunehmend aus internationalen Abhängigkeiten zu befreien und die Marktwirtschaft strenger Hegung zu unterwerfen, so daß sie volks- und eigenwirtschaftlichen Belangen dienstbar bleibt. Die gehegte und den Volkswirtschaften untergeordnete Marktwirtschaft wird künftig mehr als wirtschaftliches Züchtigungsmittel gegen die Trägheit allzu gemütlich-traulicher Ordnungen der Volkswirtschaften dienen, auch als gesellschaftliche Immunisierungstechnik der Nationalkulturen gegen die Weltzivilisation. <em>Die Weltzivilisation ist die Barbarei</em>.<em> </em>Die Aufrichtung nationaler Hochkulturen ist der Königsweg zur Kultivierung der Weltzivilisation. Dann erst ist die Höllenfahrt der Wirtschaftsgesellschaft beendet.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>V.</strong></p>
<p>Nicht nur eine gewöhnliche, zyklisch wiederkehrende kapitalistische Wirtschaftskrise, sondern eine Krise der Kapitalwirtschaft, die als Weltkrise der Marktwirtschaft überhaupt erschien, haben wir in Deutschland 1929-33 erlebt und gemeistert: Das kapitalistisch-liberalistische System wurde durch eine nachkapitalistische Ordnung ersetzt und damit die Vorhersage von Marx und Engels eingelöst, wonach das industriell und sozial höchstentwickelte Land als erstes den Kapitalismus überwinden würde. Diese nachkapitalistische Ordnung war zur Hauptsache eine Volksgemeinschaftswirtschaft mit gebändigter bürgerlicher Gesellschaft, allerdings um den Preis einer diktierenden Demokratie, womit auch die Vorhersage der Diktatur des Proletariats sich in gewissen Teilen erfüllt hat. Die zweite antikapitalistische Revolution in Deutschland, die mit dem Sieg eines nationalrevolutionären Befreiungskampfes einhergehen muß, wird sich mit einer geringeren Dosis zur Remedur des deutschen Gemeinwesens begnügen können. Es wird reichen, die deutsche Volkswirtschaft wiederherzustellen dergestalt, daß die Gesellschaft durch ihre Bürgerlichkeit und diese durch den parteifreien und klassenlosen Staat gesichert ist, welches die Diktatur erübrigen wird.</p>
<p>Der künftige deutsche Staat muß klassenlos sein, damit die Klassen der bürgerlichen Gesellschaft den Raum und die Sicherheit haben, ihre Kämpfe auszutragen. Mit der doppelten Entartung der Parlamente &#8211; Vertretungen der bürgerlichen Gesellschaft &#8211; zum Parlamentarismus (= parlamentarische Regierungsbildung) und zum Parteienstaat (= politische Klasse) verlieren die bürgerlichen Gesellschaftsklassen ihre Vertretung im Parlament und es entsteht die entbürgerlichte klassenlose Gesellschaft gegenüber dem Klassenstaat, der zum Kollektivbesitz der politischen Klasse verstümmelt wurde.</p>
<p>Die Durchsetzung des globalen Einheitsmarktes wird ein globales Einheitselend erzeugen, demgegenüber die Lage der arbeitenden Klasse im englischen Frühkapitalismus ziemlich behaglich war. Wenn die Globalisierung durchgesetzt ist, wird die erste allgemeinkapitalistische Krise gleich eine Globalkrise sein, die nicht mehr die Reaktionsmöglichkeiten funktionierender Volkswirtschaften in der Weltwirtschaftskrise als Auswege bereithält. Folge wird sein der Wirtschaftskannibalismus, den wir bei der Plattmachung der DDR-Industrie erlebt haben und der sich jetzt auch in der sprungweisen Entindustrialisierung der Westzone zeigt. Die politische Höllenfahrt hat begonnen, das Interregnum ist eröffnet. Vom BRD-System gehen seine Randfiguren, die nationalen Parteien, als erste zugrunde. Die ehemaligen linken und grünen Feinde des Systems glänzen heute als seine feurigsten Verteidiger. Pazifisten sind in globalinterventionistische Bellizisten umgeschlagen. Und jener kleine Trupp in der Deutschen Nationalbewegung, der tatsächlich die Systemfrage stellt und die Neuordnung der deutschen Volkswirtschaft unter deutscher Volksherrschaft als Alternative zum abgestumpften Systemfunktionalismus entwickelt hat, tritt auch nicht mit revolutionären Aktionen hervor. Denn die Aufgabe der Revolutionäre ist es nicht, eine Revolution anzufachen oder auch nur das System zu stürzen, sondern den revolutionären historischen Prozeß, der durch die Unfähigkeit des Systems allmählich in Gang kommt, zu begreifen, zu beschreiben und dann durch Errichtung der neuen Ordnung zu beenden, wenn er sich entfaltet und ausgereizt hat. Die Revolutionäre treten zum Schluß auf und beenden die Revolution.</p>
<p>Weil dies so ist, hat die nationale Revolution viel Zeit im Verhältnis zum antinationalen System, für das &#8211; weil unreformierbar &#8211; alles zu spät ist. Das nationale Lager und insbesondere sein rechter Flügel und seine zur Denkträgheit neigende konservative Masse hat daher sowohl die Zeit als auch die Pflicht, zu lernen, was eine Revolution im allgemeinen und was die nationale Revolution der Deutschen im besonderen bedeutet. Das nationale Lager muß jetzt lernen, lernen und nochmals lernen: Metaphysik, Erkenntnistheorie, Zeichenphilosophie, Geschichtsphilosophie, Nationalgeschichte, National- ökonomie, Nationalpolitik, Nationalpsychologie, Gesellschaftswissenschaft, Gemeinschaftskunde. Wer die Macht ergreifen will, um durch die Neuordnung der deutschen Nation ein Beispiel zu geben für ein reelles Völkerrechtssubjekt, der muß sich durch seine Wortergreifung qualifizieren. Das Wort ergreift, wer glaubt, etwas sagen zu müssen. Und eine Wortergreifung führt nur dann zum Erfolg, zur Erhörung durch den Souverän, wenn sie beachtenswert Neues zu Gehör bringt. Von der erfolgreichen Wortergreifung zur wirklichen Machtergreifung ist der Weg nicht mehr weit. Unerreichbar weit aber ist der Weg bis zur Wortergreifung für eine Nationalbewegung, die ungeschult bleibt. Wer ungeschulte Leute in den politischen Kampf schickt, der handelt nicht bloß verantwortungslos, sondern kriminell, &#8211; vergleichbar einem General, der Rekruten ohne Grundausbildung in die Schlacht kommandierte. Wer ungeschult ist, wer nicht über ein logisch-zwingendes, abgerundetes nationales Weltbild verfügt, an dem geht die historische Chance der Wort- und Machtergreifung vorüber. Andere Kräfte werden die Gelegenheit nutzen.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Gebt mir einige Hundertschaften idealistischer deutscher Feuerköpfe zur Schulung &#8211; ich werde mit ihnen die BRD aus den Angeln heben!</p>
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		<title>Der Putsch und andere Extreme</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 1995 09:44:45 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Putsche, Extreme, Radikale, &#8211; das sind keine Unfälle des politischen Lebens, sondern gewöhnliche Äußerungen, Organe und Zustände eines politischen Körpers. Wie jedes Leben und seine Normalität selber können sie zur Erstarrung, zur Krankheit und zum vorzeitigen Tod des Organismus führen. Jeder Körper, so auch der politische, hat seine Extremitäten. Bisweilen ist er von außen aufgeputscht oder putscht sich selber auf. Betrachtet man den politischen Körper als einen Baum, der, falls gediegen, in einem homogenen Volksboden wurzelt, so hat dieser politische Baum nicht nur eine Mitte, nicht nur einen Stamm, sondern auch Extreme und Radikale. Aufgeputschtheit oder Abgeputschtheit sind also Zustände des politischen Gesamtkörpers, Stamm, Extreme und Radikale aber seine Teile. Äste, Zweige und Abzweige sind gewissermaßen die Extremitäten oder Luftwurzeln unseres politischen Baumes, die Wurzeln aber seine Radikalitäten, also die Bodenverzweigungen oder Tiefenextreme.</p>
<p>Der Putsch ist eine Gesamterregung, die ihren Ursprung im existenzbedrohenden Versagen lebenswichtiger Funktionen des politischen Körpers hat, welches von innen oder von außen herrühren kann. Der Putsch ist ein Streß; der erfolgreiche Putsch ist ein Streßabbau; er kompensiert dieses Versagen, indem noch gesunde Teile des politischen Körpers die Aufgaben der unfähigen Teile mit übernehmen. Am bekanntesten ist der Militärputsch, bei dem die äußere Sicherheitsreserve eines Staates zur Wiederherstellung der inneren Sicherheit oder insgesamt als Ersatzrnacht für eine unfähige Exekutive aufgeboten wird. Putschfähige Kräfte können miteinander in Streit geraten, wie etwa in Italien, wo der Erfolg des Fernsehputsches durch putschende Staatsanwälte und Untersuchungsrichter streitig gemacht wurde.</p>
<p>Eine der geläufigsten politischen Unterscheidungen ist die zwischen links und rechts. Links und Rechts überhaupt sind vor allem politischen Gebrauch lageanalytische Raumbeschreibungskategorien, die immer konkret und subjektbezogen bleiben, weil die Seite, die für mich die Linke, für mein Gegenüber die Rechte ist, und umgekehrt. Die rechte Hand handelt richtig, gesteuert von der linken Hirnhälfte, die linke Hand handelt linkisch, gesteuert von der rechten Hirnhälfte. Die politische Rechte verteidigt ihr gutes Recht, die politische Linke fordert ihr Recht, d.h. sie hat es nicht. Rechts ist der politische Realismus, links die politische Einbildungskraft. Beide können ausarten: die Rechte in die Phantasielosigkeit, die Linke in die Phantasterei.</p>
<p>Die Unterscheidung von links und rechts hat nur dann einen konkret-subjektiven Sinn, wenn der politische Körper nicht nur als Baum, sondern gleichermaßen als Leviathan, als Mensch aus Menschen mit vorwärtig-raumsehendem Gesichtssinn, gedacht wird.</p>
<p>Der Leviathan erst kann innerlich-partikular und schließlich äußerlich und als ganzer in politische Bewegung geraten.</p>
<p>Politische Bewegungen können in ihre Richtung, zu ihrem Weg und ihrem Ziel nur leicht geneigt (-al), dazu durchaus fähig (-abel) oder absolut entschlossen sein und es zu einem System (-ismus) ausgearbeitet haben. Kombinieren wir somit nach der Art soziologischer Kreuztabellen die politischen Kürzel &#8220;putsch&#8221;, &#8220;radi(x)&#8221; und &#8220;extrem&#8221; mit den Bewegungsgrößen &#8220;-al&#8221;, &#8220;-abel&#8221; und &#8220;-ismus&#8221;, so erhalten wir folgende Tafel der politischen Bewegungszustände: 1. putschale, radikale und extremale Bewegungen, 2. putschable, radikable und extremable Kräfte sowie 3. Putschismus, Radikalismus und Extremismus als Weg- und Zielsysteme. Durch eine Links-Rechts-Unterscheidung ist diese Tafel auf achtzehn Kategorien zu verdoppeln.</p>
<p>Die politische Linke kann Rechte fordern, die politische Rechte kann Rechte bewahren. Beide können dies auf friedliche und auf räuberische Weise tun. Eine politische Linke wird zur Raublinken und geht in Bürgerkriegsstellung, wenn sie die wohlerworbenen Rechte der politischen Rechten für sich verlangt, also enteignen will. Sie ist dann linksreaktionär und die politische Rechte absolut im Recht. Die politische Rechte geht in Bürgerkriegsstellung und wird rechtsreaktionär, wenn sie den Rechtlosen und rechtlich Minderbemittelten das Recht nimmt, neue Rechte zu verlangen und zu bilden.</p>
<p>Diese Rechte wird zum Räuber an der Rechtsfähigkeit. Wenn beim Leviathan die Linke nicht weiß, was die Rechte tut, ist er unfähig zu koordinierter Handlung. Unterscheidung wie Bezogenheit von Linker und Rechter ist also Bedingung gerichteter politischer Bewegungen und der Handlungsfähigkeit des Gemeinwesens, jede Entfachung eines Kampfes zwischen der Linken und der Rechten aber ist das Gemeinverbrechen schlechthin.</p>
<p>In Großwestdeutschland ist vieles putschal, aber nichts putschabel, obgleich das GG mit der politischen Richtlinienkompetenz des Kanzlers und dem Verfassungsgericht einen konstitutionellen Putschismus bereithält. Die Richtlinienkompetenz des Kanzlers steht über der Gesetzgebungskompetenz des Parlaments, vor dem er, einmal gewählt, durch das Institut des konstruktiven Mißtrauensvotums ziemlich sicher ist. Das Verfassungsgericht kann anläßlich jeder beliebigen Verfassungsbeschwerde die verfassungsgebende Gewalt des deutschen Volkes per Superlegalitätsentscheid wiederherstellen und auch die eigene konstitutionelle Existenz dem Souverän anheimstellen. Den grundgesetzlichen Putschismus zu bedienen erforderte als Amtsträger allerdings putschable Persönlichkeiten, also geschichtsmächtige Individuen.</p>
<p>In der Weimarer Republik waren der Reichspräsident (durch das Notverordnungsrecht) und der Reichstag (durch das unbeschränkte Recht auf Verfassungsänderung) putschfähig, und gemeinsam haben sie diese Fähigkeit durch das Ermächtigungsgesetz vom 23.3.33 unter Beweis gestellt. Ein Ermächtigungsgesetz, das die Gesetzgebungskompetenz vom Parlament auf die Regierung überträgt, ist überflüssig, wenn die politische Richtlinienkompetenz beim Regierungschef liegt. Umgekehrt unterliegt dann das Parlament einer ausführenden Gesetzgebungspflicht für jene politischen Richtlinien, deren Naturalform gesetzlicher Normierung bedarf. Denn die politische Kompetenz darf die Setzung und Auswirkung von Rechten vorschreiben, also die politischen Bewegungslinien bestimmen. Die Gesetzgebung dagegen ist überhaupt keine politische, sondern bloß eine technische Kompetenz.</p>
<p>Das Ganze ist das Wahre. Jede Herrschaft eines Teils und jede Regierung einer Partei ist ein politisch Unwahres. Das Unwahre, welches die Teile und die Parteien sind, wird zur Lüge und zur bösen Herrschaft, nicht erst, wenn ein Teil sich als das wahre Ganze behauptet (Einparteiherrschaft), sondern auch dann, wenn die Summe aller Teile sich als das Wahre ausgibt (Parteienstaat). Beide Formen der Herrschaft sind Totalitarismus. Totalitarismus ist Sonderputschismus, worin das Besondere das Allgemeine unterjocht. Kein funktionstüchtiges Teil der Staatsmaschine erfüllt zeitweilig die Aufgaben eines funktionsuntüchtig gewordenen Teiles mit, sondern die Partikularen kegeln gegen die Totalität.</p>
<p>Nötig wäre, den verfassungsgemäßen Putschismus gegen den Verfassungsstreich der Parteien einzusetzen. Nötig wäre der Staatsstreich gegen den Parteienputsch.</p>
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