Hegels System

Hegels Philosophie ist das System der absoluten Idee, die sich als absoluter Geist verwirklicht. Hegels System ist daher absoluter Idealismus. Die Idee unterscheidet sich in die beisichseiende, in die außersichseiende und in die zu­sich­kom­mende Idee, deren System sich in Logik (I), Natur (II) und Geist (III) unterteilt.

I. Logik

Die Logik und damit das System insgesamt hat das absolute Wissen, welches die Idee ist, zur Voraussetzung. In der Idee stimmen der Begriff und seine Realität immer überein. Logik als Denken des Denkens ist autark und auto­nom. Der logische, das Denken denkende Gedanke bedarf keiner äußeren, ungedanklichen Wahrnehmungen, Anschauungen oder Vorstellungen eines außer dem Denken gegebenen Gegenstandes. Die Logik ist die Selb­stän­­digkeit des Gedankens und der Ge­danke der Selbständigkeit.

Die Logik unterteilt sich in Seinslehre, Wesenslehre und Begriffslehre. Die Seinslehre behandelt den Begriff-an-sich als die Unmittelbarkeit des Gedankens; die Wesenslehre hat es mit dem Begriff-für-sich als der Vermitt­lung des Gedankens zu tun; die Begriffslehre schließlich entwickelt den Begriff-an-und-für-sich und also das Zurückgekehrtsein des Gedankens.

I.1 Seinslehre

Das Sein ist erstens außerhalb seiner bestimmt, zweitens innerhalb seiner selbstbestimmend und drittens unmit­tel­bar unbestimmt. Außerhalb seiner und gegen anderes teilt das Sein (I.1) sich vom Wesen (I.2) und vom Begriff (I.3) ab; in­ner­halb seiner bestimmt das Sein sich als Bestimmtheit (Qualität), Größe (Quantität) und Maß. Die un­mit­­­telbare Unbestimmtheit des Seins ist die allererste Bestimmtheit und bildet daher den Anfang aller Qualitäten.

I.1.1 Bestimmtheit (Qualität)

Die Unbestimmtheit (Qualitätslosigkeit) ist die Qualität des Seins im Unterschied zum bestimmten Sein, dem Dasein, in das es übergeht. Das Dasein als endliches und veränderliches Sein hebt sich auf und geht in die unendliche Beziehung des Seins auf sich selbst, das Fürsichsein, über.

I.1.1.1 Sein

Sein, das unbestimmte Unmittelbare, die reine Abstraktion, damit dasselbe wie das Nichts, seine Entgegen­setzung. Sein und Nichts sind gleich und absolut unterschieden, sie gehen ineinander über und sind beide Über­ge­gangene. Sie verschwinden ineinander, und diese Bewegung ist das Werden. Weil Sein und Nichts, die Mo­mente des Werdens, ineinander verschwinden, wird aus dem Werden das Dasein.

1.1.1.2 Dasein

Dasein ist gewordenes und daher bestimmtes (qualifiziertes) Sein. Es ist das Eins von Sein und Nichts, ihre Un­mit­telbarkeit und nicht mehr nur ihre Einheit und Mittelbarkeit wie im Werden, aber auch nicht die Unmit­tel­bar­keit und Unbestimmtheit des reinen Seins, sondern Bestimmtheit oder Qualität. Dasein als seiend bestimmt ist Realität, als nichtend bestimmt aber Negation der Realität, so daß sie sich als Etwas und Anderes, beide ein Da­sei­endes, aufeinander beziehen. Etwas und Anderes sind durch eine qualitative Grenze unterschieden und ver­einigt. Die Grenze ist das Nichtsein und das Prinzip derer, die sie begrenzt, also von Etwas und Anderem. Das Etwas ist das Andere des Anderen und jedes Andere sein eigenes Etwas. Ihre qualitative Grenze macht die Da­sei­enden endlich und veränderlich. Weil jede Grenze auch als Schranke, als Herausforderung zur Grenzüber­schreitung, sich darstellt, geht die Veränderung von Etwas in Anderes ins Unendliche fort. Diese Unendlichkeit endet am Endlichen, ist nur ein anderes Endliches oder ein Schlecht-Unendliches des bloßen Verstandes. Es ist unwahr und bloß ideell, ein Sollen des Hinausgehens über die Endlichkeit. Die wahre Unendlichkeit ist die Einsicht, daß Etwas im Übergehen in Anderes mit sich selbst zusammengeht und das Sein als Negation der Negation im Fürsichsein wiederherstellt.

I.1.1.3 Fürsichsein

Mit dem Fürsichsein ist an die Stelle der Realität die Idealität getreten, weil das Endliche enden und wahrhafte qua­litative Unendlichkeit eintreten mußte. Fürsichsein ist unendliches Sein, in einfache Unmittelbarkeit zusam­men­gesunkene Unendlichkeit, es ist Beziehung auf sich selbst: das Eins, das andere Eins aus sich ausschließt und damit Viele Eins als Seiende setzt. Dies Verhältnis der gegenseitigen Ausschließung der Vielen Eins ist ihre Beziehung, in der sie Eins sind: Repulsion und Attraktion. Damit ist die qualitative Bestimmtheit aufgehoben und in einen gleichgültigen Unterschied überführt, in die Quantität.

I.1.2 Größe (Quantität)

Qualität ist unmittelbare Bestimmtheit, Quantität hingegen gleichgültige Bestimmtheit. Zu unterscheiden ist die reine Gleichgültigkeit von der bestimmten und von der qualitativ bestimmten. Die reine Gleichgültigkeit der Bestimmtheit ist reine Quantität, die bestimmte Gleichgültigkeit der Bestimmtheit oder des Unterschieds ist Quantum, bestimmte Größe, und die qualitativ bestimmte Gleichgültigkeit ist das quantitative Verhältnis oder der Grad, dessen Seiten gleichgültige Quanta sind. Das Größenverhältnis (Grad) ist formelle Einheit von Qualität und Quantität, deren absolute Einheit aber das Maß.

I.1.2.1  Reine Quantität

Reine Quantität ist hinsichtlich der Attraktion kontinuierliche, hinsichtlich der Repulsion des Eins diskrete Größe. Raum, Zeit, Temperatur u.ä. sind Beispiele reiner Quantität; sie sind veränderlich und gleichgültig, ihre Qualität ändert sich nicht, wenn sie verändert werden.

I.1.2.2 Quantum

Das Quantum ist begrenzte Quantität und in der Zahl vollkommen bestimmt. Die Zahl hat die Eins zum Zahl­ele­ment. Diskretionsmoment der Zahl ist die Anzahl, Kontinuitätsmoment die Einheit.

I.1.2.3 Grad (Verhältnis)

Die Grenze ist mit dem Ganzen des Quantums selbst identisch; als in sich vielfach ist sie die extensive, aber als in sich einfache Bestimmtheit die intensive Größe oder der Grad. Die Grenze des Quantums ist ihm äußerlich und in anderen Größen gesetzt: unendlicher quantitativer Progreß. Im Grad sind die Seiten des quantitativen Ver­­hält­­nisses einander noch äußerlich; werden sie vereinigt, bilden sie das Maß.

I.1.3  Maß

Das Maß ist qualifiziertes Quantum, ein Quantum an einem Dasein, also einer Qualität. So hat alles ein Maß. Wird das Quantum des Daseins vermehrt oder vermindert, ohne seine Qualität zu ändern und das Maß aufzuhe­ben, liegt eine Regel vor. Das Maßlose hingegen ist die Aufhebung eines Maßes, die Qualitätsänderung durch eine Quantitätsänderung, die selber aber wieder ein Maß abgibt, und so fort. Es entsteht eine Knotenlinie von Maß­verhältnissen, bei denen im unendlichen Progreß Quantität und Qualität wechselseitig ineinander umschla­gen. Dadurch sind Qualität und Quantität als Indifferenz gesetzt. Die Unmittelbarkeit der beiden Seiten hebt sich auf. Das daraus resultierende unendliche Zusammengehen mit sich bestimmt das Sein zum Wesen, zum Sein mit sich.

I.2 Wesenslehre

Das erinnerte, das insichgegangene Sein ist das Wesen, das gewesene Sein, die Wahrheit des Seins. Das Wesen ist das Sein als Scheinen in sich selbst. Das Wesen (I.2) steht in der Mitte zwischen Sein (I.1) und Begriff (I.3), es ist der Übergang. Innerhalb seiner und gegen das Sein reflektiert das Wesen sich als Schein, als Erscheinung und als Wirklichkeit. Der Schein ist einfache Reflexion in sich, Erscheinung ist entzweite, gleichgültige Reflexion und die Wirklichkeit ist absolute Reflexion.

I.2.1 Schein

Schein ist die wesentliche Bestimmtheit des Seins und sein Unterschied zum unwesentlichen Sein. Dadurch, daß das Sein als Schein gesetzt ist, wurde es wesentlich und das unreflektierte Sein zum Unwesentlichen herab­ge­setzt. Das Sein, das sich als Schein erweist, hat sich selbst als wesentlich qualifiziert und das nichtscheinende Sein als unwesentlich abqualifiziert. Die Wesenheiten als die reinen Reflexionsformen bilden den Anfang aller wesent­li­chen Be­stim­mungen. Die Wesenheiten sind Grund der Existenz aller Dinge.

I.2.1.1     Wesenheiten

Den reinen Seinsbestimmungen Sein, Nichts und Werden entsprechen die Wesenheiten oder reinen Reflexions­be­stimmungen Selbheit (Identität), Unterschied und Grund. Selbheit ist Gleichheit mit sich, was aber eine Unter­scheidung seiner von sich voraussetzt und mit der identischen die unterschiedene Beziehung und damit den Un­ter­­schied setzt. Alles, was mit sich gleich ist und als selb scheint, hat sich von sich abgestoßen und daher unter­schieden. Identität (Selbheit) und Unterschied zeigen sich als Einheit, die zugrundegehen muß und den Grund aller Existenz offenbart. Der unmittelbare Unterschied ist die Verschiedenheit. Deren Seiten sind gleichgültig zueinander, was in einem vergleichenden Dritten sich als Identität oder Nichtidentität des äußerlichen Unter­schieds, als Gleichheit und Ungleichheit, darstellt. Gleichheit ist Beziehung unselber (nichtidentischer) Seiten des Unterschieds, Ungleichheit ist Beziehung des Ungleichen. Der wesentliche Unterschied ist die Entge­gen­setzung, in der jeder Seite nur ihr Anderes gegenübergestellt ist. Beide Seiten der Entgegensetzung – das Positive und das Negative – gehen an dem Widerspruch zugrunde, daß sie an sich dasselbe sind, indem sie für sich den Anderen und sich selber aufheben. Der Grund ist insichseiendes Wesen, seine Totalität, oder die Einheit von Iden­tität und Unterschied. Der Grund als insichseiende Vermittlung begründet die Existenz.

I.2.1.2   Existenz

In der Existenz ist der im Grund enthaltene Widerspruch in Eins gesetzt, die Vermittlung aufgehoben und die Unmittelbarkeit des wesentlichen Daseins hergestellt. Die Existenz ist eine Menge von Existierenden, die in sich und wechselseitig aufeinander reflektieren, sich relativ als Welt gegenseitiger Abhängigkeiten verhalten und einen Zusammenhang von Gründen und Begründeten, die alle Existenzen sind, bilden. Das Existierende, als Grund reflektiert, ist Ding.

I.2.1.3 Ding

Das Ding ist die Totalität aller Bestimmungen des Grundes und der Existenz, ist wesentliches Fürsichsein, ist das Haben seiner Bestimmungen als Eigenschaften. Das Sein ist seine Qualitäten, das Ding aber hat seine Eigen­schaften, denn es ist Reflexion-in-sich und als Identität frei von seinem Unterschied, den Bestim­mun­gen. Die Eigen­schaften aber als ebenso identisch und selbständig, an das Ding nicht gebunden, sind Mate­rien, sind Re­flex­io­nen-in-anderes, voneinander unterschiedene Bestimmtheiten des Dinges. Die Materie ist daher das Beste­hen des Dinges, die daseiende Dingheit, deren verschiedene Materien in Eine Materie übergehen. Die äußerli­chen Beziehungen, die die unterschiedenen Bestimmtheiten im Ding aufeinander haben, ist die Form. Dadurch zerfällt das Ding in Materie und Form, die beide die Totalität der Dingheit sind. Einerseits ist das Ding die Form, in der die Materie bestimmt und zu Eigenschaften herabgesetzt ist, zugleich aber besteht es aus Mate­rien. Das Ding ist so die wesentliche Existenz, die sich selbst aufhebt und sich als Erscheinung zeigt, weil das Wesen erscheinen muß.

I.2.2      Erscheinung

Der entwickelte Schein ist die Erscheinung. Die Erscheinung ist aufgelöstes Ding, ist aus dem Schein in die Erscheinung herausgetreten, bildet daher zunächst eine unmittelbare Erscheinungswelt, aus der sich die Dialektik von Inhalt und Form herausbildet, die sich zum wesentlichen Verhältnis aufhebt.

I.2.2.1   Erscheinungswelt

Das Erscheinende existiert dergestalt, daß sein Bestehen (Materie) unmittelbar nur ein Moment der Form selber ist. In der Form hat also das Erscheinende seinen Grund, der selber ein Erscheinendes ist und so weiter, eine unendliche Vermittlung des Bestehens (Materie) durch die Form in der Welt aus Erscheinungen.

I.2.2.2 Inhalt

Die Form ist der Inhalt und gibt das Gesetz der Erscheinung. Der Inhalt hat die Form in ihm selber ganz ebenso, wie sie ihm äußerlich. Er ist die Verdoppelung der Form, die einmal als in sich reflektiert der Inhalt, andermal als nicht reflektiert die äußerliche, dem Inhalte gleichgültige Existenz ist. Das absolute Verhältnis von Inhalt und Form ist das Umschlagen beider ineinander. Inhalt und Form als Äußerlichkeit und Entgegensetzung selbstän­diger Existenzen und identische Beziehung ist das Verhältnis, worin allein die Unterschiedenen sind, was sie sind.

I.2.2.3    Verhältnis

Die Wahrheit der Erscheinung ist das wesentliche Verhältnis. Das unmittelbare Verhältnis ist das des Ganzen und der Teile: der Inhalt ist das Ganze und besteht aus den Teilen (der Form); die Teile sind voneinander verschieden und sind das Selbständige, sind aber nur Teile, insofern sie zusammengenommen das Ganze ausmachen. Das Zusammen ist aber Gegenteil und Negation des Teiles. Das Ganze, das an sich selbst die negative Beziehung auf sich ist, sich von sich abstößt und sich äußert, ist die Kraft. Deren Äußerung ist die Aufhebung der Verschiedenheit von Kraft und Äußerung und das Verhältnis setzt sich als eines von Innerem und Äußerem. Was innerlich ist, ist auch äußerlich vorhanden, und umgekehrt. Die Äußerung der Kraft setzt das Innere in Existenz. Dies Setzen als Vermitteln verschwindet in sich selbst zur Unmittelbarkeit, in der das Innere und Äußere an und für sich identisch sind. Diese Identität ist die Wirklichkeit.

I.2.3     Wirklichkeit

Wirklichkeit ist Einheit des Innern und des Äußern. Das Wirkliche äußert nur Wirkliches, manifestiert nur sich selbst und kein Anderes. Die Selbheit der Wirklichkeit, ihr wesentliches Sein, ist die Möglichkeit. Als Unter­schied zur Möglichkeit ist das Wirkliche nur das äußerlich Konkrete, das wesentliche Nichts, also ein nur Mög­liches und daher das Zufällige. Die Möglichkeit, Inneres und Äußeres, ist der bloße Zufall. Möglichkeit und Zu­fäl­ligkeit sind die Momente der Wirklichkeit. Das in-sich bestimmte Wirkliche ist der Inhalt, zusammen mit seiner äußerlichen Bestimmtheit ist er die Sache.

Die entwickelte Wirklichkeit als in Eins fallender Wechsel des Inneren und Äußeren ist die Notwendigkeit. Deren drei Momente sind Bedingung, Sache und Tätigkeit. Die Bedingung ist Vorausgesetztes, gesetzt nur relativ auf die Sache, voraus aber als zufälliger äußerlicher Umstand, der unabhängig von der Sache existiert, deswegen aber zugleich in Beziehung auf die Sache als dem Ganzen. Das Vorausgesetzte existiert als ein vollständiger Kreis von Bedingungen. Die Sache ist ebenso vorausgesetzt, aber gesetzt nur ein Inneres, voraus ein selbständiger Inhalt; die Sache erlangt äußerliche Existenz durch Verwendung ihrer Bedingungen. Die Tätigkeit ist (z.B. als Mensch) selbständig existierend, deren Möglichkeit aber von den Bedingungen und von der Sache abhängt; die Tätigkeit ist ferner nur die Bewegung, die Bedingungen in die Sache zu übersetzen, d.h. die Sache aus den Bedingungen, worin sie an sich vorhanden ist, herauszusetzen, indem die Existenz den Bedingungen genommen und der Sache gegeben wird.

Die Notwendigkeit ist das Eine mit sich identische, aber inhaltsvolle Wesen, das so in sich scheint, daß seine Unterschiede die Form selbständiger Wirklicher haben, und dies Identische ist zugleich als absolute Form die Tätigkeit des Aufhebens von Unmittelbarkeit und Vermittlung ineinander. – Das, was notwendig ist, ist in den vermittelnden Grund (Sache und Tätigkeit) und in ein unmittelbar Wirkliches und Zufälliges (Bedingung) zer­fallen. – Das Notwendige ist so vermittels seiner Umstände und ist so unvermittelt, weil es ist.

I.2.3.1 Substanz

Das Notwendige ist absolutes Verhältnis. Dessen unmittelbare Form ist das Verhältnis der Substanz und ihrer Akzidenzen. Die Substanz ist das Ganze der Akzidenzen, in denen sie ihre absolute Macht und den Reichtum alles Inhalts offenbart, der aber nichts als diese Manifestation selbst ist. Substanz ist absolute Formtätigkeit und die Macht der Notwendigkeit, und aller Inhalt nur Moment dieses Prozesses. Die Substanz als absolute Macht, die sich auf sich als nur innere Möglichkeit bezieht und sich damit als ihre Akzidenzen bestimmt, zugleich  von der damit gesetzten Äußerlichkeit sich unterscheidet, ist eigentliches oder kausales Verhältnis. Die Substanz ist von der gesetzten Äußerlichkeit zu unterscheiden und wird Ursache.

I.2.3.2  Ursache

Die Substanz, weil gegen ihr Übergehen in Akzidenzen in sich reflektiert, wird zur Ursache, die eine Wirkung her­vorbringt. Beide sind voneinander verschieden, womit die Wirkung sich als andere Substanz zeigt, die rea­gieren und auch Ursache werden kann, wodurch sie ihre Passivität ablegt und auf die ursprüngliche Sache überträgt und diese zur Wirkung macht: Wechselwirkung.

I.2.3.3    Wechselwirkung

Da jede Substanz Ursache und Wirkung ist, ist der Unterschied der Substanz und von Ursache und Wirkung leer, es ist an sich nur Eine, in ihrer Wirkung sich als Substanz aufhebende Ursache, die in diesem Wirken sich erst verselbständigt, vorhanden. Die Wechselwirkung hebt jede der gesetzten Bestimmungen auch wieder auf und verkehrt sie in ihr Gegenteil. Dieser reine Wechsel mit sich ist gesetzte Notwendigkeit, unendliche Beziehung selbständiger Wirklicher auf sich selbst. Das aber ist die Freiheit. Die Wahrheit der Notwendigkeit ist somit die Freiheit, und die Wahrheit der Substanz ist der Begriff. Der Begriff ist hiemit die Wahrheit des Seins und des Wesens, indem das Scheinen der Reflexion in sich selber zugleich selbständige Unmittelbarkeit und dieses Sein verschiedener Wirklichkeit unmittelbar nur ein Scheinen in sich selbst ist. Der Begriff hat sich als Grund des Seins und des Wesens, auf dem er gründet, erwiesen.

Das Denken der Notwendigkeit ist die Befreiung. Als für sich existierend heißt diese Befreiung Ich, als zu ihrer Totalität entwickelt freier Geist, als Empfindung  Liebe, als Genuß Seligkeit.

I.3 Begriffslehre

Der Begriff ist das Freie als fürsichseiende, substantielle Macht, er ist an und für sich bestimmt in seiner Iden­tität, und er ist Totalität, indem jedes seiner Momente das Ganze ist, das er ist. Während Seinsbestimmungen über­gehen und Wesensbestimmungen scheinen, nehmen die Begriffsbestimmungen eine Entwicklung, weil jede als das Selbe miteinander und mit dem Ganzen gesetzt ist. Die Begriffslehre unterteilt sich in den formellen oder subjektiven Begriff, in den objektiven Begriff (Zweck) und in den adäquaten Begriff (Idee), dem Subjekt-Objekt als absoluter Wahrheit.

I.3.1     Subjektiver Begriff

Die Subjektivität ist zunächst unmittelbarer Begriff, dessen Momente sich dann aber einander gleichgültig gegen­über­treten, so daß die Einheit des Begriffs nur noch äußere Beziehung seiner selbständigen Momente ist: Urteil. In der dialektischen Bewegung des Urteils setzt sich jedes Moment des Begriffs als Urteil und daher der sub­jek­tive Begriff insgesamt als Schluß. Im Schluß ist die Einheit das mittlere Urteil, dem die äußeren Urteile als selb­stän­dige Extreme gegenüberstehen. Um der Vollständigkeit des Begriffs willen geht der subjektive Begriff in die Objektivität über.

I.3.1.1     Begriff

Der Begriff als solcher enthält die Momente der Allgemeinheit, Besonderheit und Einzelnheit. Sie entsprechen Identität, Unterschied und Grund in der Wesenslehre (I.2). Der Begriff ist Allgemeinheit als freier Gleichheit mit sich selbst (konkrete Identität) in ihrer Bestimmtheit als Besonderheit, in der das Allgemeine ungetrübt sich selbst gleichbleibt, und der Begriff ist Einzelnheit, der Reflexion in sich der Bestimmtheiten der Allgemeinheit und und Besonderheit, deren negative Einheit mit sich das an und für sich Bestimmte und zugleich mit sich Identische oder Allgemeine ist. Das Allgemeine ist das mit sich Identische ausdrücklich in der Bedeutung, daß in ihm zugleich das Besondere und Einzelne enthalten sei. Das Besondere ist das Unterschiedene oder die Be­stimmt­­heit in der Bedeutung, daß es allgemein in sich und als Einzelnes sei. Das Einzelne schließlich hat die Bedeu­tung, Subjekt zu sein, das Gattung (Allgemeines) und Art (Besonderes) in sich enthalte und selber Sub-stanz sei. Dies ist die gesetzte Ungetrenntheit der Momente in ihrem Unterschied: die durchsichtige, ungetrübte Klarheit des Begriffs, in der jeder Unterschied ohne Brechung sich darstellt. – Das Moment der Einzelnheit setzt die Momente des Begriffs als Unterschiede, und dies Bestimmen des Begriffs als Setzen seiner Besonderheit ist das Urteil.

I.3.1.2   Urteil

Das Urteil ist der Begriff in seiner Besonderheit, als unterscheidende Beziehung seiner Momente. Alle Dinge sind ein Urteil, sind Einzelne, die eine Allgemeinheit sind; oder ein Allgemeines, das vereinzelt ist. Das Urteil ist die Ur-Teilung des Begriffs. Das Urteil hat die Momente Subjekt-Kopula-Prädikat. In dem abstrakten Urteil “Das Einzelne ist das Allgemeine!” ist das Prädikat in seiner Allgemeinheit die Bestimmtheit des Subjekts und damit die Besonderheit. Mit der Kopula ist die Identität von Subjekt und Prädikat gesetzt, die den gegen den Formunterschied gleichgültigen Inhalt enthält; der Inhalt ist, und er ist allgemein. Das Subjekt im Urteil ist als Ein­zelnes negative Beziehung auf sich, die alle anderen ausschließt; das Prädikat ist eine der vielen Bestimmt­heiten des Subjekts und daher enger als dieses. Umgekehrt ist das Prädikat als Allgemeines für sich bestehend und gleichgültig gegen das Subjekt und weiter als dieses. Sein bestimmter Inhalt ist allein die Subjekt-Prädikat-Identität, das Ist der Kopula. Dieser Identität wegen ist das Subjekt auch als Prädikat zu setzen, wodurch dann auch das Prädikat als Subjekt mitgesetzt ist und der Sinn der Kopula sich erfüllt und das Urteil zum Schluß sich fortbestimmt hat.

I.3.1.3      Schluß

Der Schluß ist die Wiederherstellung des Begriffs im Urteil. Der Schluß ist vernünftig, denn er ist der vollständig gesetzte Begriff. Der Schluß ist das Urteil (Konklusion) mit seinem Grunde (Prämissen). Die Prämissen sind die unmittelbaren Urteile und die Konklusion ist das mittelbare Urteil. Also ist der Schluß der Begriff einer an ihr selbst vermittelten Unmittelbarkeit: das Objekt oder der Zweck.

I.3.2 Objektiver Begriff (Zweck)

Das Objekt ist der Begriff nur an sich und daher außer ihm. Als Einheit Unterschiedener ist der objektive Begriff daher ein Zusammengesetztes, ein Aggregat. Das Wirken auf Anderes ist eine äußerliche Beziehung, deren Objekte in Unselbständigkeit Gewalt leiden wie in Selbständigkeit Widerstand leisten: Mechanismus. Das Ob­jekt als nicht gegen andere, äußere Objekte unterschieden, sondern als in sich differentes Objekt mit inneren Bestimmtheiten, die seine Natur ausmachen, ist Chemismus. Der Mechanismus setzt das Objekt außendifferent, der Chemismus prozessiert es binnendifferent und die Teleologie realisiert das Objekt oder den Zweck selbst­different: der zu erreichende Zweck ist schon Objektivität, sie ist nur zu erhalten. Allen drei Formen des objek­ti­ven oder Zweckbegriffs ist gemein, daß das Vermittelte das Unmittelbare, das Resultat das Erste oder der Grund der Tätigkeit des Hervorbringens ist. Der objektive Begriff oder der Zweck ist Grund einer durch ihn bestimmten Realität, mit ihm ist der Schluß Subjekt-Tun-Objekt-Subjekt gesetzt. Der Zweck ist also die an sich seiende Einheit des Subjektiven und Objektiven; als für sich seiend ist diese Einheit die Idee.

I.3.3     Adäquater Begriff (Idee)

Die Idee ist das Wahre an und für sich, die absolute Einheit des Begriffs und der Objektivität. Die Idee ist die Vernunft, das Subjekt-Objekt, die Einheit des Ideellen und Reellen, des Endlichen und Unendlichen, der Seele und des Leibes, die Möglichkeit, die ihre Wirklichkeit an ihr selbst hat. Die Idee ist die Wirklichkeit, die so ist, wie sie sein soll und die ihren Begriff enthält. Die Idee kann ihre Einheit unmittelbar, mittelbar oder absolut realisieren.

I.3.3.1          Idee des Lebens

Die unmittelbare Idee ist das Leben. Der Begriff ist als Seele in einem Leibe realisiert, dessen Allgemeinheit und Besonderheit sie ist, so daß der Leib alle Momente des Begriffs verwirklicht. Weil Leib und Seele trennbar sind, ist das einzelne Lebendige endlich, also sterblich. Der Tod des einzelnen Lebendigen ist das Hervorgehen des Geistigen.

I.3.3.2    Idee des Erkennens

Die Idee urteilt sich. Sie stößt sich von sich ab; sie existiert frei für sich, und sie setzt sich als äußerliches Uni­ver­sum voraus. Diese beiden Ideen sind an sich – als Leben – identisch. Der subjektiven Idee ist die objektive die vor­gefundene unmittelbare Welt und die Gewißheit, daß die objektive Welt mit ihr an sich identisch ist. Dieser Prozeß ist das Erkennen, und mit ihm wird die Einseitigkeit der subjektiven wie der objektiven Idee aufgehoben; die Subjektvität erfüllt sich mit der Objektivität als ihrem Inhalt, womit von Seiten des Subjekts das Erkennen des Wahren, von Seiten des Objekts das Wollen des Guten – die theoretische und die praktische Tätig­keit – ge­setzt ist. Die Einheit der theoretischen und der praktischen Idee ist erreicht in der Einsicht, daß die ob­jek­tive Welt so an und für sich die Idee ist, wie sie zugleich als Zweck sich setzt und durch Tätigkeit ihre Wirk­lichkeit her­vorbringt; diese Einheit ist die spekulative oder absolute Idee.

I.3.3.3 Idee des Absoluten

Die Einheit der theoretischen und praktischen Tätigkeit als subjektiver und objektiver Idee ist die absolute oder logische Idee. Für sich ist die absolute Idee die reine Form des Begriffs, die ihren Inhalt als sich selbst anschaut. Dieser Inhalt ist das System des Logischen. Als Form bleibt der Idee die Methode. Die Momente der spekula­tiven Methode sind Anfang, Fortgang und Ende. Der Anfang ist das Sein oder Unmittelbare, als Negation, Vermit­telt­sein und Vorausgesetztsein daher unmittelbar das Allgemeine. Der Fortgang ist das Negative des An­fangs, ist für eines, die Beziehung Unterschiedener oder Moment der Reflexion; im Sein ist der Fortgang Übergehen in ein Anderes, im Wesen Scheinen in dem Entgegengesetzten, im Begriff die Unterschiedenheit des Einzelnen von der Allgemeinheit. Die Sphäre des unendlichen Fortgangs löst sich in das Ende auf, das das Differente als begriffen setzt. – Die Methode ist nicht äußerliche Form, sondern Begriff des Inhalts. Die Wissen­schaft schließt damit, den Begriff ihrer selbst zu fassen, als der reinen Idee, für welche die Idee ist. Die Idee, die für sich ist, ist Anschauung, und die anschauende Idee Natur. Die absolute Freiheit der Idee aber ist, daß sie nicht bloß ins Leben übergeht, noch als endliches Erkennen dasselbe in sich scheinen läßt, sondern in der absoluten Wahrheit ihrer selbst sich entschließt, das Moment ihrer Besonderheit oder des ersten Bestimmens und Andersseins der logischen Idee, die unmittelbare Idee als ihren Widerschein, sich als Natur frei aus sich zu entlassen.

II. Natur

Natur ist das Außersichsein der Idee. Das Außersichsein ist unmittelbar als Außereinander (II.1), ist da vermittelt oder als Ent­zwei­ung das Äußere und Innere Außersichsein (II.2) und ist für sich schließlich das Ineinander (II.3) von unmittelbarem und entzweiten Außersichsein, aus dem schließlich, im Tod des Individuums, der Geist (III) als Aufhebung der Natur aufer­steht und wieder zu sich kommt. Natur ist die Geborene der Idee, die, bevor sie außer sich ist, außer sich kommen muß.

Der Natur als Äußerlichkeit der Idee tritt ihr Begriff teils als bloß Innerliches, teils als lebendiges Individuum gegenüber. Die Natur ist an sich ein lebendiges Ganzes, aber als Äußerlichkeit das tote Außereinander, das zum lebendigen Ineinander fortgeht und den Geist, ihren Endzweck, hervorbringt. Indem die Natur so in sich geht, um zu setzen, was sie an sich ist, tritt sie zunächst als bloßes Außereinander auf, das Raum und Zeit erzeugt.

II.1 Außereinander

Der Punkt, der außer sich und in Bewegung gerät und also nichts anderes war als die Ruhe selber, der Punkt, der explodiert (“Urknall”), die absolute Ruhe, die in die absolute Bewegung übergeht, ist die in der Kosmologie gän­gi­ge Vorstellung vom Anfang der Natur. In dieser Vorstellung ist das Außereinander des Punktes Viele Punkte, sind die Bewegungen der Vielen Punkte die (eindimensionalen) Linien (“Strings”), die Bewegungen der Linien sind dann die offenen Schwingungen oder auch die geschlossenen Schlaufen, die die (zweidimen­sio­na­len) Flächen herstellen, und die Bewegungen der Flächen (“Pulsationen”) erzeugen dann die Räume, also die Raum­ele­mente, die dem Raum eine körnige, diskontinuierliche Struktur gäben. Die Bewegungen der Raumelemente wären dann die Materie und ihre Teilchen, sichtbare wie unsichtbare, die zugleich als Schwingungen von Pulsa­tionen (“Raumkrüm­mun­gen”) vorzustellen sind.

Das begreifende Denken der Natur hingegen faßt zuerst die Allgemeinheit ihres Außersichseins. Dieses All­ge­meine ist das Außereinander als solches, das selber außersichseiend und daher in Nebeneinander und Nach­ein­ander zerfällt. Das Nebeneinander ist der Raum, als ganz abstrakte Allgemeinheit des Außersichseins der Natur, und das Nacheinander ist die Zeit, das angeschaute Werden der Natur.

Der Raum hat wie der Begriff drei Momente, die Dimensionen; diese sind seine gleichgültigen Verschie­den­heiten. Sein wesentlich bestimmter, qualitativer Unterschied ist die Negation des Raumes: der Punkt, das unter­schieds­lose Außersichsein. Als Negation des Raumes ist der Punkt selber räumlich, als Negation des Raumes ist der Punkt zeitlich. Der Raumpunkt hebt sich zur Linie auf, die das erste Räumlichsein des Punktes (ist). Die Ne­ga­tion dieser Negation ist die Fläche, die vom Raum negiert, zur räumlichen Totalität aufgehoben und zur um­schlie­ßenden Oberfläche wird, die einen einzelnen ganzen Raum absondert. Die Negativität, die sich als Punkt auf den Raum bezieht und in ihm ihre Bestimmungen entwickelt, ist ebenso für sich und also die Zeit. Die Zeit als angeschautes Werden ist als Nacheinander gleichgültig gegen­über dem Nebeneinander; sie ist, indem sie nicht ist, und sie ist nicht, indem sie ist. Die Zeit ist also negative Einheit des Außereinanders, die momentanen, unmittelbar sich aufhebenden Unterschiede als äußer­liche. Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit – die Dimen­sio­nen der Zeit – sind Unterschiede, die unmittelbar in die Einzelnheit der Gegenwart als Jetzt verschwinden. Das Jetzt als Einzelnheit ist ausschließend und zugleich schlechthin kontinuierlich.

Der Raum ist das Übergehen in die Zeit, diese das Zusammenfallen in die Indifferenz, in den Raum. Der in sich konkrete Punkt des Umschlagens von Raum in Zeit und von Zeit in Raum ist der Ort, die gesetzte Raum-Zeit-Identität oder das Beieinander von Nebeneinander und Nacheinander. Dies Vergehen und sich Wiederer­zeugen des Raums in Zeit und der Zeit in Raum, daß die Zeit sich räumlich als Ort setzt und diese gleichgültige Räumlichkeit unmittelbar zeitlich wird, ist die Bewegung. Bewegung heißt, dort dann oder dann dort da und nicht da zu sein. Bewegung ist Ort und Nicht-Ort oder Fortsein vom Ort. Sie ist ein Werden, dessen Widerspruch in sich zusam­menfällt und die unmittelbar identische daseiende Einheit beider, die Materie.

Die Materie hält sich gegen sich außereinander durch das Moment der Negativität, ihrer Vereinzelung: Re­pul­sion der Materie; diese Verschiedenen sind aber einunddasselbe und daher kontinuierlich: ihre Attraktion. Die Materie ist untrennbar beides; als ideelle Einzelnheit oder Mittelpunkt ist die Materie die Schwere. Die Materie hat allgemein nur einen quantitativen Unterschied und ist in verschiedenen Quanta, in Massen, besondert, die als Eins, als umschließende Oberfläche eines Ganzen, Körper sind. Der Körper erscheint im Raume und in der Zeit als deren wesentlicher Inhalt, der gegen die Form gleichgültig ist. Der Körper ist dauernd, weil in der Raum­be­stim­mung die Zeit, und er ist vergänglich, weil in der Zeitbestimmung das gleichgültige räumliche Bestehen auf­ge­hoben ist. Die Bewegung (wie die Ruhe) ist dem Körper äußerlich, folglich ist er träge. Der träge Körper äuß­er­lich in Bewegung, die daher endlich ist, gesetzt und auf einen anderen bezogen, macht momentan mit diesem Einen Körper aus, denn sie sind Massen von nur quantitativem Unterschiede, aber ebensosehr leisten sie sich Wi­der­stand, weil jeder als unmittelbares Eins vorausgesetzt ist. In der Mitteilung ihrer Bewegungen haben die trägen Körper relative Schwere, also das Gewicht einer quantitativ besonderen Masse und ihre Geschwin­dig­keit als Größe der Bewegung. Das Gewicht als intensive Größe in einem Punkt im Körper selbst konzentriert ist sein Schwerpunkt, aber schwerer Körper heißt, seinen Mittelpunkt außer sich zu haben. Stoß und Widerstand wie die gesetzte Bewegung haben ihre substantielle Grundlage in einem außer ihnen liegenden Zentrum, das den einzel­nen Körpern gemein­schaft­lich ist, worin sie ihre Ruhe finden und das für Druck und Fall sorgt. Der Fall als wesentliche Bewe­gung hat Ein Zentrum, das die Massen und Körper als aufgehoben setzt und worin die Größe dieser Bewegung bedeutungslos ist.

Die Gravitation ist der wahrhafte und bestimmte Begriff der materiellen Körperlichkeit, der zur Idee reali­siert ist. Die allgemeine Körperlichkeit urteilt sich wesentlich in besondere Körper und schließt sich zum Mo­mente der Einzelnheit als erscheinendes Dasein in der Bewegung zusammen, die so unmittelbar ein System meh­re­rer Körper ist: absolute Mechanik (“Sonnensystem”). Die Körper, die den Begriff der Schwere frei für sich rea­li­sieren, haben zur Bestimmung ihrer Natur die Momente ihres Begriffs: einer ist das allgemeine Zentrum (“Son­ne”), dem die zentrumslose Einzelnheit als gleichfalls selbständige Körperlichkeit (“Monde”, “Kometen”) als anderes Extrem entgegensteht. Die besonderen Körper aber sind Zentra für sich (“Planeten”), die sich auf den all­ge­meinen Körper als ihre wesentliche Einheit beziehen. Der Zentralkörper ist der allgemeine Körper der Schwere, die das Wesen der Materie ausmacht. Die wesentliche Einheit der besonderen Körper ist der allge­meine Körper der Schwere, die in ihm sich in sich versenkt und damit sich selbst findet (“Kernfusion”). Das ge­fun­dene Wesen, das Selbst der Materie ist das Licht. Die Schwere als Wesen der körperlichen Materie sinkt zu­sam­men in das Selbst der Materie, in das Licht, die unkörperliche Materie, das Absolut-Leichte der absoluten Bewegung mit der absoluten Größe (“Lichtgeschwindigkeit”). Die Bewegungen der körperlichen Materie hin­ge­gen unterliegen der Relativität, wobei der eine oder der andere träge Körper als Bezugssystem zu setzten ist (“In­er­­tial­system”).

Unter den freien physischen Körpern der Himmelsmechanik ist die Sonne die Individuation des elementari­schen Lichts, die Monde und Kometen die Körper der Entgegensetzung oder Entzweiung von Starrheit und Auf­lös­ung, die Erde oder Planeten überhaupt das Himmelselement des konkreten Unterschieds, der Aufgeschlos­sen­heit für Besonderungen. Diese Himmelselemente von abstrakter Einheit, Gegensatz und konkreter Einheit wie­der­holen sich irdisch in Elementklassen des Äußeren und des Inneren Außersichseins, also in physikalischen Ele­men­ten (“Aggregatzuständen”) und in chemischen Elementen (“Stoffarten”).

II.2 Äußeres und Inneres

Das Äußere und Innere Außersichsein enthält die Reflexionen der Natur, ihre wesentlichen Setzungen oder die philosophischen Bestimmungen in Physik und Chemie. Das Äußere Außersichsein hat es mit den Körpern als innerlich gegebenen zu tun, die aufeinander zu beziehen und die jeder für sich teilbar sind dergestalt, daß die Geteilten innerlich gegeben und äußerlich aufeinander beziehbar bleiben. Das Innere Außersichsein hat es mit den Stoffen als äußerlich gegeben zu tun, die sich ineinander beziehen und die jeder für sich so teilbar sind, daß die geteilten Stoffe innerlich unverändert-veränderlich und innerlich aufeinander beziehbar bleiben. Die Materie als Körper ist also äußerlich bezieh- und veränderbar, die Materie als Stoff ist beides innerlich und in eins, weil jede stoff­liche Beziehung zugleich eine stoffliche Veränderung ist. Körperliche wie stoffliche Materie kann elementarisch gefaßt werden und die Momente des Begriffs darstellen: die abstrakt-unmittelbare Allgemeinheit, die Beson­de­rung oder den Gegensatz (Entzweiung) und die Vereinzelung als konkret Allgemeines. Als physika­li­sche Elemente sind dies traditionell Luft, Feuer/Wasser und Erde; als chemische Elemente Stickstoff, Sauer­stoff/Wasserstoff und Kohlenstoff, also anorganische, reaktive und organische Chemie.

Die Elemente im empirischen Sinne hinsichtlich ihrer Einfachheit sind im Äußeren Außersichsein die Ele­men­tarteilchen, im Inneren Außersichsein das nach der Schwere der Atomkerne geordnete periodische System der chemischen Elemente, von denen man sagen könnte, sie bestehen nur aus Atomen und nicht mehr aus Mole­külen, wenn man von der kernchemischen Synthese aller Atome jenseits von Wasserstoff und Helium absieht. Die Atom-Hypothese vom unteilbaren Teilchen ist sowohl durch die Atom-Physik wie durch die Kern-Chemie widerlegt worden und philosophisch in dem wesentlichen Verhältnis von Teil und Ganzem aufgehoben: Jedes Teil ist ein Ganzes, und umgekehrt. (Der heutigen naturwissenschaftlichen Vorstellung erscheinen zwar nicht mehr die Atome, dafür aber die sog. Elementarteilchen – Elektronen, Positronen oder Photonen – als unteil­bar, welche Vorstellung aber wieder hinfällig würde, wenn die sog. Stringtheorie demonstriert werden könnte.) Materien sind immer körperlich und daher Teilchen, wenn sie als äußerlich gezeigt werden können, etwa als Strahl oder Geschoß, als lokale Schwingung einer Wellenbewegung oder als Größe einer Möglichkeit, d.h. als materiali­sier­bares Energiequantum. Materien sind immer stofflich und qualifizierte Quanten, wenn und insoweit sie als innerlich aufzufassen sind. Energie ist das quantifizierte Dasein der Materie. Stoff ist das im Maß gebun­dene Dasein der Energie.

Der physikalische Prozeß ist die Spannung Entgegengesetzer und das Aufheben derselben zur Indifferenz. Körperlichkeit und damit das Äußere Außersichsein der miteinander prozessierenden Materien bleibt Wesen der Physik. Der chemische Prozeß hingegen ist durch Stofflichkeit und damit Innerlichkeit der miteinander prozes­sie­renden Materien gekennzeichnet, bei deren Reaktion in Analyse wie Synthese sind die Resultate Stoffe, die erst aus dem Prozeß hervorgehen, von ihm gesetzt werden als das Innere des Außersichseins. Im chemischen Re­ak­tionsprozeß stehen Stoffe am Anfang und andere Stoffe am Ende. Weil im chemischen Prozeß, der Reaktion, Anfang und Ende sich voneinander unterscheiden, ist dieser Prozeß endlich und daher vom Leben abgehalten. Der unendliche, sich selbst anfachende und unterhaltende Prozeß hingegen ist das Ineinander des Außersich­seins, der lebendige Organismus.

II.3 Ineinander

Das Ineinander des unmittelbaren und des entzweiten Außersichseins enthält die Begriffe der Natur, ihre Selbst­be­stimmungen und ihre Freiheit. Im Organismus als unendlichem, sich selbst befeuernden und aufrechter­halten­den Prozeß ist die Natur zur unmittelbaren Idee gekommen, zum Leben. Allgemeines Bild des Lebens, seine Gestalt, ist der geologische Organismus, seine besondere formelle Subjektivität der vegetabilische und die einzelne konkrete Subjektivität der animalische Organismus. Das Leben als nur unmittelbare Idee ist Nicht-Leben: Erdreich; als formell-individuell, außersichseiend in seine Glieder zerfallend, ist das Leben Pflanzen­reich; erst als Tierreich, worin der Organismus in solche Unterschiede entwickelt ist, die wesentlich nur als seine Glieder existeren, ist er Subjekt, konkret Einzelner.

Der Erdkörper ist das allgemeine System der individuellen Körper in ihren besonderen Reichen. In der Pflanze sind objektiver Organismus und die Subjektivität noch unmittelbar identisch; der Teil – die Knospe, der Zweig usf. – ist auch die ganze Pflanze, weswegen die Differenz der organischen Teile nur eine oberflächliche Metamorphose ist, und der eine Teil kann leicht in die Funktion des anderen übergehen.

Bei der Pflanze fallen die Prozesse der Gestaltung und der Reproduktion des einzelnen Exemplars mit dem Gat­­tungsprozeß zusammen. Er ist ein ununterbrochenes Hervorbringen neuer Exemplare. Die Pflanze ist weder räumlich noch zeitlich selbst­bestimmend, sie wählt sich nicht ihren Ort und nicht die Zeit der Nahrungs­auf­nahme, in beides ist sie ununter­brochen verstrickt. Der vegetabilische Organismus ernährt sich nicht von einzel­nen anorgani­schen Körpern, sondern von den allgemeinen Elementen. Die Pflanze wird von dem Licht als ihrem äußerlichen Selbst angezogen und gebiert ihr Licht als eigenes Selbst in der Blüte. Die pflanzlichen Organismen bringen es nicht zum Verhältnis der Individuen als solcher, sondern nur zu einem Unterschied. Weil aber an sich der pflanzliche Prozeß die mit sich zusammengegangene Individualität darstellt und die Teile auch vorüberge­hende Momente sind, ist der pflanzli­che Organismus an sich aufgehoben und geht in den animalischen Prozeß als den wahrhaften Organismus über.

Bei dem Tier stimmt die äußere Gestaltung mit dem Begriff überein, worin die Teile zu Gliedern idealisiert sind und die Subjektivität das durchdringende Eine des Ganzen ist. Der tierische Organismus bezieht sich nur auf sich selbst und schließt sich mit sich zusammen. Er bestimmt seinen Raum und seine Zeit. Die Prozesse der Gestaltung, der Assimilation (Re­pro­duktion) und der Gattung sind folglich räumlich und zeitlich unterschieden. Der Instinkt ist unbewußtes prak­ti­sches Verhalten der Tiere als Zwecktätigkeit und damit objek­tiver Begriff. Im Gattungsprozeß, beginnend mit der Gemeinschaft der Geschlechter, realisiert sich die Allge­mein­heit (Gattung) in ihrer Besonderheit (Art) als Einzelnheit (Exemplar).

Das einzelne Tier ist der Allgemeinheit unangemessen. Das ist seine ursprüngliche Krankheit und der ange­bo­rene Keim des Todes. Das animalische Individuum vollstreckt sein Schicksal, indem es sein Leben zur prozeß­losen Ge­wohn­heit abstumpft und sich selbst tötet. Damit ist das letzte Außersichsein der Idee – die Natur in der Gestalt des animalischen Indivi­duums – aufgehoben und zu sich gekommen, zum Geist. Das Ineinander von un­mit­telbarem und entzweitem Außersichsein, der Begriff der Natur in seinen Momenten von Kosmologie, Phy­sik/Chemie und Biologie, hat den Geist, die ihm gemäße Realität, gefunden und nun kann die Idee wieder zu sich kommen.

III.   Geist

Der Geist hat für uns die Natur zu seiner Voraussetzung, deren Wahrheit, und damit deren absolut Erstes er ist. In dieser Wahrheit ist die Natur verschwunden, und der Geist hat sich als die zu ihrem Fürsichsein gelangte Idee ergeben, deren Objekt ebensowohl als das Subjekt der Begriff ist. Der Geist ist als fürsichseiende Idee das Zu­rück­kommen aus der Natur, aus dem Dasein der Idee. Das Wesen des Geistes ist deswegen formell die Freiheit, die absolute Negativität des Begriffes als Identität mit sich. Deshalb kann der Geist von allem Äußer­lichen ab­stra­hieren. Die Bestimmtheit des Geistes ist das Offenbaren, die Manifestation, nicht von Etwas, sondern sein Inhalt ist dieses Offenbaren selbst. Seine Möglichkeit ist daher unmittelbar unendliche, absolute Wirklichkeit. Das Offenbare des Geistes ist Setzen der Natur als seiner Welt; ein Setzen, das als Reflexion zugleich Voraus­setzen der Welt als selbständiger Natur ist. – Der Geist in der Form der Beziehung auf sich selbst ist subjektiver Geist (III.1), in der Form der Realität als einer von ihm hervorgebrachten Welt ist er objektiver Geist (III.2), und in an und für sich seiender Einheit der Objektivität des Geistes und seines Begriffs, die sich ewig hervorbringt, ist er der absolute Geist (III.3). Subjektiver und objektiver Geist sind endlich, der absolute Geist aber ist die unendliche Idee. Die Bestimmungen des endlichen Geistes sind die Stufen seiner Befreiung, in deren absoluter Wahr­heit das Vorfinden einer Welt als einer vorausgesetzten, das Erzeugen derselben als eines von ihm Gesetz­ten und die Befreiung von ihr und in ihr eins und dasselbe sind. Der Geist ist das an sich Ewige; er vollbringt in sich selbst das Vernichtigen des Nichtigen und das Vereiteln des Eitlen. Das Festhalten am Endlichen, am Eitlen, ist das Böse.

III.1   Subjektiver Geist

Der subjektive Geist ist als unmittelbarer die Seele (Naturgeist), als vermittelter oder besonderter ist er Bewußt­sein und als der sich in sich bestimmende Geist ist er Geist(subjekt). In der Seele erwacht das Bewußtsein, das sich als Vernunft setzt, die als tätiges Subjekt sich zur Objektivität, zum Bewußtsein ihres Begriffs, befreit.

III.1.1 Anthropologie (Seele)

Der Geist ist zuerst einfache Allgemeinheit, in der er Seele ist, aber noch nicht Geist. Die Seele ist die allge­meine Immaterialität der Natur, deren einfaches ideelles Leben. Sie ist die Substanz, in der der Geist sich beson­dert und vereinzelt, in ihr findet der Geist allen Stoff seiner Bestimmung. Die Seele ist der Schlaf des Geistes. Un­mit­telbar ist die Seele seiende, natürliche Seele, dann für sich als fühlende Seele und schließlich als wirkliche Seele, die ihre Leiblichkeit sich eingebildet hat.

III.1.1.1      Natürliche Seele

Die allgemeine Seele ist die Weltseele, aber nicht als Subjekt, sondern nur als allgemeine Substanz. Die einzelne, aber nur seiende Seele hat Naturbestimmtheiten an ihr: planetarische Bewegungen mit dem Unterschied der Kli­mate, der Jahres- und Tageszeiten, der in der natürlichen Seele zu Stimmungen kommt. Diese unterscheiden sich durch die konkreten Unterschiede der Erde in die besonderen Naturgeister, die die Natur der geographi­schen Welt­­b teile aus­drücken und die Rassenunterschiede ausmachen. Darüberhinaus bilden sich Lokalgeister, die den sitt­lichen Charakter der Völker aussprechen, die in ihrem jeweiligen Typus beharren. Die Seele ist aber nicht nur all­ge­meine Rassenseele und besondere Volksseele, sondern auch Einzelseele; dieses individuelle Subjekt ist hier nur Vereinzelung der Naturbestimmtheit als Modus der verschiedenen Temperamente, Talente, Charaktere usw.

Die natürliche Seele der Individuen hat natürliche Qualitäten und erleidet natürliche Veränderungen, die als Entwicklungsmomente in ihr wirken. Diese Veränderungen sind der natürliche Verlauf der Lebensalter, das Ge­schlechterverhältnis und die Wechselwirkung von Erwachen und Schlaf. Das Erwachen ist das Urteil der indi­vi­du­ellen Seele, das Unterscheiden ihrer selbst von ihrer noch ununterschiedenen Allgemeinheit. Alle selbst­be­wußte und vernünftige Tätigkeit des Geistes fällt ins Wachsein. Der Schlaf ist die Rückkehr aus der Welt der Be­stimmtheiten in das allgemeine Wesen der Subjektivität, welche die Substanz jener Bestimmtheiten und deren absolute Macht ist.

Schlaf und Wachen sind wechselnde Zustände mit Progreß ins Unendliche. Die wache Seele findet die inhalt­li­chen Bestimmtheiten ihrer schlafenden Natur in sich selbst für sich, aber von sich unterschieden und in der einfachen Identität ihres Fürsichseins enthalten, – Empfindung. Die Empfindung ist die Form des dumpfen Webens des Geistes in seiner bewußt- und verstandlosen Individualität, in der alle Bestimmtheiten noch unmit­tel­bar seiner natürlichen Eigenheit angehören. Daher ist der Inhalt des Empfindens vorübergehend. Die empfin­dende Seele erinnert ihre äußere Leiblichkeit und verleiblicht ihre Innerlichkeit. Besondere Inhalte führt die empfindende Seele in besonderen Organen des Leibes aus. Das Empfinden der totalen Substantialität in sich ist die fühlende Seele.

III.1.1.2      Fühlende Seele

Die fühlende Seele ist innerliche Individualität. Als individuell ist die Seele ausschließend, sie setzt den Unter­schied in sich. In diesem Urteil ist die Seele Subjekt, ihr Objekt ist ihre Substanz, die ihr Prädikat ist. Diese Substanz ist als Inhalt ihre individuelle, von Empfindungen erfüllte Seele. Die fühlende Individualität erwacht zum Urteil in sich, wonach sie besondere Gefühle hat, zu denen sie sich als Subjekt in Beziehung setzt, sie als seine Gefühle in sich setzt: Selbstgefühl in ihrem besonderen Gefühl. Führt das besondere Gefühl zu einer be­son­deren Verleiblichung, liegt Krankheit vor. Sie ist das Beharren in einer Besonderheit des Selbstgefühls und damit Verrücktheit.

III.1.1.3     Wirkliche Seele

Die Seele ist als Identität des Inneren mit dem ihm unterworfenen Äußeren wirklich. Die Seele hat an ihrer Leiblichkeit ihre freie Gestalt, in der sie sich fühlt und sich zu fühlen gibt. Die Seele, die ihr Sein sich entge­gen­setzt und als ihriges bestimmt hat, hat die Bedeutung der Seele, der Unmittelbarkeit des Geistes, verloren und erwacht zum Ich, zum Denken und Subjekt. Als Subjekt seines Urteils schließt die wirkliche Seele die natürliche Totalität seiner Bestimmungen als eine ihm äußere Welt, als ein Objekt, von sich aus und bezieht sich darauf so, daß es in dieser äußeren Welt unmittelbar in sich reflektiert ist. So wird das Subjekt zum Bewußtsein.

III.1.2   Phänomenologie des Geistes (Bewußtsein)

Bewußtsein ist Reflexion oder Erscheinung des Geistes. Ich ist die unendliche Beziehung des Geistes auf sich als subjektive, als Gewißheit seiner selbst. Die reine abstrakte Freiheit für sich entläßt ihre Bestimmtheit, das Naturleben der Seele, als ebenso frei, als selbständiges Objekt, aus sich, und von diesem als ihm äußern ist es, daß Ich zunächst weiß, und ist so Bewußtsein. Ich ist es selbst und greift über das Objekt als ein an sich aufge­hobenes über, ist Eine Seite des Verhältnisses und das ganze Verhältnis; – das Licht, das sich und noch Anderes manifestiert.

Ich, das Subjekt des Bewußtseins, ist Denken, die logische Fortbestimmung des Objekts ist das in Subjekt und Objekt Identische, ihr absoluter Zusammenhang, dasjenige, wonach das Objekt das Seinige des Subjekts ist.  Es ist das Ziel des Geistes als Bewußtsein, die Gewißheit seiner selbst zur Wahrheit zu erheben. Dies vollzieht sich als Bewußtsein überhaupt, das einen Gegenstand hat, als Selbstbewußtsein, für das Ich der Gegenstand, und als Vernunft, die Einheit des Bewußtseins und Selbstbewußtseins: der Begriff des Geistes.

III.1.2.1   Bewußtsein als solches

Das unmittelbare Bewußtsein hat von seinem Gegenstand als unmittelbar einzelnen eine einfache Gewißheit und ist daher sinnliches Bewußtsein (hier-jetzt-dieses). Das Sinnliche als Etwas wird ein Anderes, als Reflexion des Etwas in sich ist es das Ding von vielen Eigenschaften und mannigfaltigen Prädikaten. Durch diese logischen Bestimmungen geht das Bewußtsein über die Sinnlichkeit hinaus und will den Gegenstand als vermittelten in seiner Wahrheit nehmen, der sich jetzt als Verbindung sinnlicher und gedanklicher Bestimmungen zeigt, als Wahr­nehmung, für die die Identität des Bewußtseins mit dem Gegenstand nicht mehr abstrakt, sondern be­stimmt ist, also nicht mehr Gewißheit, sondern Wissen.

Die nächste Wahrheit des Wahrnehmens ist, daß der Gegenstand vielmehr Erscheinung und seine Reflexion-in-sich ein dagegen für sich seiendes Inneres und Allgemeines ist. Das Bewußtsein dieses Gegenstandes ist der Verstand. Jenes Innere ist die aufgehobene Mannigfaltigkeit des Sinnlichen und enthält also die Mannigfaltigkeit als inneren einfachen Unterschied, der im Wechsel der Erscheinungen mit sich identisch bleibt (Gesetze der Erscheinung). So ist der innere Unterschied einer, der keiner ist. Ich hat als urteilend einen Gegenstand, der nicht von ihm unterschieden ist: sich selbst, – Selbstbewußtsein.

III.1.2.2   Selbstbewußtsein

Das abstrakte Selbstbewußtsein ist die erste Negation des Bewußtseins, daher auch behaftet mit einem äußer­li­chen Objekt. Es ist somit zugleich die vorhergehende Stufe, Bewußtsein, und ist der Widerspruch seiner als Selbst­bewußtseins und seiner als Bewußtseins. Das Selbstbewußtsein hat den Trieb, sich zu realisieren, also die Ge­gen­stände aufzuheben und sich gleichzusetzen und gleichzeitig sich selbst zu entäußern und Gegenständ­lich­keit zu geben. Das Bestimmtwerden des Selbstbewußtseins ist Selbstbestimmen, und umgekehrt. Das Selbst­be­wußt­sein in seiner Unmittelbarkeit ist Einzelnes und ist Begierde, insofern es auf andere Dinge wirkt, seine Be­gierde an ihnen befriedigt, sie damit zerstört und also selbstsüchtig handelt, sich praktisch betätigt, wohin­gegen das eigentliche Bewußtsein theoretisch ist. In der Befriedigung erzeugt sich die Begierde neu, so entsteht eine Identität des Selbstbewußtseins mit seinem Gegenstande und es wird ein Selbstbewußtsein für ein Selbstbe­wußt­sein, das einzelne ist im besonderen Selbstbewußtsein aufgehoben, unmittelbar ein anderes für ein anderes.

Damit beginnt der Kampf um Anerkennung. Das anerkennende Selbstbewußtsein entzweit sich in Herr und Knecht, in das Selbst und in das Bewußtsein jeweils beider Selbstbewußtseine. An die Stelle der selbstsüchtigen Begierde der einzelnen Selbstbewußtseine tritt die Gemeinsamkeit der besonderen Selbstbewußtseine von Herr und Knecht bezüglich der Bedürfnisse und ihrer Befriedigung, so daß die Extreme von Selbstständigkeit und Unselbständigkeit sich zusammenschließen. Der Knecht arbeitet sich im Dienste des Herrn seinen Einzel- und Eigenwillen ab, hebt die innere Unmittelbarkeit der Begierde auf und macht in dieser Entäußerung (der Furcht des Herrn) den Anfang der Weisheit und wird allgemein.

Das allgemeine Selbstbewußtsein weiß sich im anderen Selbst, jedes als freie Einzelnheit und absolute Selb­ständigkeit vermöge der Negation seiner Unmittelbarkeit als der Begierde. Es unterscheidet sich nicht vom Anderen, verwirklicht reelle Allgemeinheit als Gegenseitigkeit, die sich wechselseitig anerkennen als sich Aner­kennende. Dies objektiv-allgemeine Selbstbewußtsein ist die Vernunft.

III.1.2.3   Vernunft

Die Einheit des Bewußtsein und Selbstbewußtseins, die an und für sich seiende Allgemeinheit und Objektivität des Selbstbewußtseins, ist die Vernunft. Als Vernunft hat das Selbstbewußtsein die Gewißheit, daß seine Bestim­mun­gen ebensosehr gegenständlich als seine eigenen Gedanken sind. Diese Identität ist die absolute Substanz und die Wahrheit als Wissen. Diese wissende Wahrheit ist der Geist.

III.1.3    Psychologie (Geist)

Der Geist ist die Wahrheit der Seele und des Bewußtseins. Wie das Bewußtsein zu seinem Gegenstande die vor­herige Stufe der Seele hat, so macht der Geist das Bewußtsein zu seinem Gegenstand. Seine Produktionen sind nach der Vernunft sowohl an sich seiende als auch seinige, also freie. Der Weg des Geistes ist daher erstens, theo­re­tischer Geist zu sein und das Vernünftige, die unmittelbare Bestimmtheit, als die seinige zu setzten, und damit zweitens zum Willen, zum praktischen Geist zu werden, der den Inhalt nur als seinigen hat und unmit­telbar will; befreit der Geist nun seine Willensbestimmung von ihrer Subjektivität, so wird er drittens freier Geist, der die gedoppelte Einseitigkeit aufgehoben hat.

III.1.3.1 Theoretischer Geist

Die Intelligenz findet sich bestimmt. Sie muß die Vernunft finden und sich aneignen. Diese Tätigkeit ist Erken­nen. Der Geist als Intelligenz findet 1) in sich den ganzen Stoff seines Wissens, 2) Aufmerksamkeit und tätige Erinnerung, und 3) die Erinnerung in sich als Versenkung in das Außersichsein: Anschauung. Die erinnerte An­schau­ung ist die Vorstellung. Die etwas anderes als sie selbst vorstellende Anschauung ist das Zeichen und die selbständige Vorstellung, die damit verbunden wurde, seine Bedeutung. Die Intelligenz als vernünftiges Tun pro­du­ziert Anschauung, sie ist Zeichen machende Phantasie. Der Name als Verknüpfung der von der Intelligenz produzierten Anschauung und seiner Bedeutung ist der Inhalt des Gedächtnisses. Der Name ist die in der Vor­stel­lung vorhandene Sache. Das Seiende als Name bedarf der Bedeutung, die im Gedächtnis niedergelegt ist,  das den Übergang in die Tätigkeit des Gedankens macht, welcher keine Bedeutung mehr hat, weil seine Innerlichkeit selbst seiend und Subjekt/Objekt ununterschieden. Die Intelligenz ist das Denken, sie weiß, daß, was gedacht ist, ist, und daß, was ist, nur ist, wenn es Gedanke ist. Die Intelligenz, die weiß, daß sie den Inhalt bestimmt, der ebenso seiend als ihrig, ist Wille.

III.1.3.2    Praktischer Geist

Der Geist als Wille weiß, daß er in sich beschließt und aus sich erfüllt. Als Wille tritt der Geist in Wirklichkeit, gibt sich selbst den Inhalt und realisiert ihn: praktischer Geist. Weil im Menschen nur Eine Vernunft im Gefühl, im Wollen und im Denken ist, tritt der praktische Geist zunächst als praktisches Gefühl, als Trieb und Willkür und als Glückseligkeit auf.

III.1.3.3   Freier Geist

Der wirkliche freie Wille ist die Einheit des theoretischen und praktischen Geistes. Er ist die durch sich gesetzte unmittelbare Einzelnheit, die ebenso zur allgemeinen Bestimmung, der Freiheit selbst, gereinigt ist. Der Geist, der sich als frei weiß und sich als diesen seinen Gegenstand will, ist an sich die Idee, die nur im Willen erscheint, seinen Inhalt als Dasein, das als Dasein der Idee Wirklichkeit ist, zu setzen, – objektiver Geist.

III.2 Objektiver Geist

Der freie Wille, der sich auf eine äußerliche vorgefundene Objektivität bezieht, seien es Naturdinge, Bedürf­nisse, Seelen- oder Bewußtseinszustände und das Verhältnis einzelner Willen, – diese alle sind äußerliches Mate­rial für das Dasein des Willens, der dadurch objektiver Geist ist. Die Zwecktätigkeit dieses Willens ist Freiheit, die sich zur Form von Notwendigkeit gestaltet. Das Dasein des freien Willens ist das Recht, das alle Bestim­mungen der Freiheit umfaßt und dasselbe ist wie die Pflicht. Dem Begriff nach ist ein Recht an einer Sache nicht bloß Besitz, sondern als Besitz einer Person ist es Eigentum, rechtlicher Besitz, und es ist Pflicht, Sachen als Eigentum zu besitzen.

Der freie Wille ist zunächst unmittelbar als einzelner die Person, ihr Dasein das Eigentum und sie also Person des abstrakten Rechts; sodann ist die Person in sich reflektiert und besondert das Recht des subjektiven Willens, also Moralität; schließlich ist der Wille substantiell die seinem Begriffe gemäße Totalität der Notwen­digkeit, die Sittlichkeit, das Recht des gemeinschaftlichen und einzelnen Willens gleichermaßen.

III.2.1 Recht

Der Geist des unmittelbaren, abstrakten Rechts ist die Person, die ihre Freiheit in der äußerlichen Sache sieht, sie als Willenloses ohne Recht zur äußerlichen Sphäre ihrer Freiheit macht, zum Besitz. Dadurch, daß Ich seinen persönlichen Willen in die Sache legt, ist der Besitz Eigentum, der als Besitz Mittel, als Dasein der Persön­lich­keit aber Zweck ist. Die Willkür ist die zufällige Seite am Willen, so daß Ich seinen Willen in die Sache legen und aus ihr herausziehen kann. Geschieht dieses Hineinlegen und Herausziehen des Willens aus der Sache zwischen zwei Personen und ihren Sachen wechselseitig, liegt Vertrag vor, ob als Schenkung (eine Sache) oder als Tausch (zwei Sachen). Beim Vertrage ist das Wort die Tat und Sache, weil der Wille hier nicht als mora­li­scher (ob es ernstlich oder betrügerisch gemeint sei) in Betracht kommt, sondern nur Wille über eine äußerliche Sache ist.

Der Vertrag als der Willkür entsprungene Übereinkunft über eine zufällige Sache läßt ein Verhältnis von Recht gegen Unrecht entstehen, weil mehrere Rechtsgründe auftreten und nur einer das Recht-an-sich gegen den Schein des Rechts sein kann: bürgerlicher Rechtstreit. Wird der Schein des Rechts gegen das Recht-an-sich gewollt, liegt böser Wille und das Unrecht des Betruges vor. Stellt der besondere Wille sich nicht nur gegen das Recht-an-sich, sondern auch gegen dessen Anerkennung und den Schein des Rechts, ist er gewalttätig-böser Wille, der ein Verbrechen begeht. Diese Handlung ist als Rechtsverletzung an und für sich nichtig. Als vernünf­ti­ger Wille hat der Verbrecher mit seiner Handlung aber eine für ihn allein gültige Norm aufgestellt, nach deren Maßgabe er behandelt wird und ihm sein Recht widerfährt. Der Vollzug des Rechts an dem Verbrecher durch den Geschädigten oder seinen Beauftragten ist die Rache, der Vollzug durch eine allgemeine Instanz ist die Strafe. Weil sich nun der Unterschied von Recht und subjektivem Willen ergeben hat, ist letzterer nicht mehr unmittelbar Herr des Rechts, sondern kann sich nur in sich selbst als Dasein des vernüftigen Willens auffassen und ist so die Moralität.

III.2.2 Moralität

Das freie Individuum, im unmittelbaren Recht nur Person, ist nun als Subjekt bestimmt, in sich reflektierter Wille. Der Wille ist jetzt der seinige, unterschieden von dem Dasein der Freiheit in einer äußerlichen Sache. Der Wille ist jetzt besonderer. Er ist moralisch frei, insofern er das, was er will, innerlich als seiniges gesetzt und gewollt hat. Seine Handlung ist die tätliche Äußerung dessen, was er gewußt und gewollt hat: Vorsatz. Das Subjekt trägt keine Schuld an seiner Tat, dem Inbegriff aller durch das Subjekt bewirkten Veränderungen. Le­dig­lich seine Handlung, dasjenige an seiner Tat, das in seinem Wissen und Willen lag und sein Vorsatz war, ist seine Schuld.

Der Vorsatz betrifft nur das unmittelbare Dasein des Moralischen, also der innerlichen Willensbestimmtheit. Die Absicht hingegen ist das Substantielle und der Zweck, die Form der Handlung, die ihre wesentlichen, die Einzelheiten in sich befassenden Bestimmungen gewußt und gewollt hat. Ebenso hat das Subjekt das Recht, daß die Besonderheit des Inhalts der Handlung seine Bedüfnisse und Interessen enthalte und sein Wohl ausmache. Absicht und Wohl können aber in Widersprüchliches gesetzt werden, so daß sich Absicht und Wohl in die Frage nach Gut und Böse verwandelt.

Das Gesetz, der Inhalt des allgemeinen, an und für sich seienden Willens, ist das an und für sich Gute, daher der absolute Endzweck der Welt und die Pflicht für das Subjekt, welches die Einsicht in das Gute haben, das­selbe sich zur Absicht machen und durch seine Tätigkeit hervorbringen soll. Das Gute ist das an ihm selbst bestimmte Allgemeine des Willens und schließt so die Besonderheit in sich. Aber weil das Bestimmen des Guten unbestimmt ist, gibt es mancherlei Gutes und vielerlei Pflichten, deren Verschiedenheit sie in Kollision bringt. Zugleich sollen sie um der Einheit des Guten willen in Übereinstimmung stehen und zugleich jede, obgleich besonders, als Pflicht und als Gut absolut sein. Das Subjekt soll beschließen, was um sein Interesse und Wohl willen ihm wesentlicher Zweck und darum Pflicht ist, die mit dem Allgemeinen harmonieren soll. Das Subjekt ist aber fähig, sich das Allgemeine selbst zu einem Besondern und damit zu einem Scheine zu machen. Das Gute ist so als ein Zufälliges für das Subjekt gesetzt, welches sich hienach zu einem dem Guten Entgegengesetzten entschließen, böse sein kann.

Das Gewissen ist der Wille des Guten, der als dieses rein Subjektive das nicht Objektive, nicht Allgemeine ist, über das das Subjekt sich in seiner Einzelnheit entscheidend weiß. Das Böse ist aber dieses selbe Wissen seiner Einzelnheit als des Entscheidenden, insofern es gegen das Gute sich als sein Interesse entscheidet. Das Böse als Reflexion der Subjektivität in sich gegen das Objektive und Allgemeine, das ihr nur Schein ist, ist das­selbe, was die gute Gesinnung des abstrakten Guten, welche der Subjektivität die Bestimmung desselben vor­behält. Das Resultat dieses Scheinens des Guten und Bösen ineinander ist, daß dieser Stand­punkt des Verhält­nis­ses und des Sollens beider gegeneinander verlassen und zur Sittlichkeit übergegangen wird.

III.2.3 Sittlichkeit

Die Sittlichkeit ist die Vollendung des objektiven Geistes, die Wahrheit des subjektiven und objektiven Geistes selbst. Die Einseitigkeiten beider sind aufgehoben, subjektive und objektive Freiheit sind als unmittelbar-allge­meine Wirklichkeit und somit als Sitte gegeben. Die frei sich wissende Substanz, in welcher das absolute Sollen ebensosehr Sein ist, hat als Geist eines Volkes Wirklichkeit. Die abstrakte Diremtion dieses Geistes ist die Ver­ein­zelung in Personen, von deren Selbständigkeit er die innere Macht und Notwendigkeit ist. Die Person aber weiß als denkende Intelligenz die Substanz als ihr eigenes Wesen, hört in dieser Gesinnung auf, Akzidens derselben zu sein; so vollbringt sie ohne die wählende Reflexion ihre Pflicht als das Ihrige und als Seiendes und hat in dieser Notwendigkeit sich selbst und ihre wirkliche Freiheit.

Die Substanz ist die absolute Einheit der Einzelnheit und Allgemeinheit der Freiheit. Die Wirklichkeit und Tätigkeit jedes Einzelnen, für sich zu sein und zu sorgen, ist durch das vorausgesetzte Ganze bedingt und schafft ein allgemeines Produkt: das Vertrauen, die wahrhafte, sittliche Gesinnung der Individuen, die aus dem Wissen von der Identität aller ihrer Interessen mit dem Ganzen resultiert. Das Subjekt, das als sittliche Persönlichkeit von dem substantiellen Leben durchdrungen ist, ist die Tugend. – Die sittliche Substanz ist natürlicher, relativer und wirklicher Geist, also Familie, bürgerliche Gesellschaft und Staatsverfassung.

III.2.3.1    Familie

Der sittliche Geist enthält das natürliche Moment des Individuums in seiner natürlichen Allgemeinheit, der Gattung, und zwar als Geschlechtsverhältnis, als Einigkeit der Liebe und als Zutrauen. Die Familie ist empfindender Geist. Im Gattungsverhältnis verbinden sich die Geschlechter zum sittlichen Verhältnis der Ehe als Einer Person. Das Eigentum der Familie als Einer Person ist ebenfalls ein sittliches, weil die Gemeinschaft dadurch ihre Individuen erhält und die Kinder zu selbständigen Personen erzieht. Mit der Selbständigkeit treten die Kinder aus der Familie aus und in die bürgerliche Gesellschaft über. Die Familie stirbt schon vor dem Tod der Ehegatten ab, wenn rechtliche Beziehungen in sie eindringen.

III.2.3.2 Bürgerliche Gesellschaft

Die Familie ist eine Person, die bürgerliche Gesellschaft besondert sich in viele Personen, in Familien oder Einzelne, die für sich sind. Die sittliche Sustanz verwandelt sich dadurch in den vermittelnden Zusammenhang von selbständigen Extremen und deren besonderen Interessen. Die Totalität dieses Zusammenhangs ist der äußere Staat (Not- und Verstandesstaat als Äußeres der bürgerlichen Gesellschaft). Die bürgerliche Gesellschaft unterteilt sich weiter in System der Bedürfnisse (Arbeitsteilung und Ständeunterschied), in Rechtspflege und in Polizei und Korporation.

III.2.3.3  Staat

Der Staat ist die selbstbewußte sittliche Substanz, er ist gewußte Allgemeinheit. Der Staat ist die Vereinigung des Prinzips der Familie und der bürgerlichen Gesellschaft. Der Staat ist zunächst seine innere Gestaltung, also inneres Staatsrecht (Verfassung); sodann ist der Staat besonderes Individuum im Verhältnis zu anderen beson­deren Individuen, also äußeres Staatsrecht (Außenpolitik); und schließlich ist er nur Moment in der Ent­wicklung der allgemeinen Idee des Geistes in seiner Wirklichkeit, also die Weltgeschichte.

Als inneres Staatsrecht ist der Staat Verfassung. Er hat als sein Werk die Beziehung auf das Extrem der Einzelnheit, auf die Menge der Staatsbürger, sie erstens als Personen zu erhalten, ihr Recht zur Wirklichkeit zu machen, ihr Wohl nach der allgemeinen Seite hin zu befördern, die Familie zu schützen und die bürgerliche Gesellschaft zu leiten, und zweitens sie aus der Selbstzentriertheit in das Leben der allgemeinen Substanz zurückzuführen, als freie Macht jenen ihr untergeordneten Sphären Abbruch zu tun und sie in substantieller Immanenz zu erhalten. Die Verfassung ist die Gliederung der Staatsmacht, sie ist die existierende Gerechtigkeit als die Wirklichkeit der Freiheit, sie geht von dem einen Begriff des Staates aus und produziert ihn fortlaufend als ihr Resultat. Die Garantie einer Verfassung liegt in dem Geiste des gesamten Volkes, des Selbstbewußtseins seiner Vernunft, die als Prinzip der Verfassung zugrunde liegt. Die Verfassung setzt jenes Bewußtsein des Geistes voraus, und umgekehrt der Geist die Verfassung. Deswegen ist die Aufgabe, eine Verfassung zu machen dieselbe, wie den Geist eines Volkes zu machen.

Die fortlaufende Hervorbringung des Staates und seiner Verfassung ist die Regierung, sie ist selbst ihr allgemeiner Teil, und die einzelnen Teile sind die Familien, die besonderen Teile die bürgerliche Gesellschaft und ihre Stände. Die Regierung ist 1) die Subjektivität, die fürstliche Regierungsgewalt, die als wirkliche Indivi­dualität Wille Eines beschließenden Individuums ist, Monarchie. Die monarchische Verfassung ist die Verfas­sung der entwickelten Vernunft; alle anderen Verfassungen gehören niedrigeren Stufen der Vernunft an. 2) In der besonderen Regierungsgewalt tut sich Teilung des Staatsgeschäfts auf, die zur Verteilung an besondere Behör­den führt, die etwa administrative, polizeiliche und richterliche Gewalt ausüben. 3) Die ständische Behörde be­trifft eine Teilnahme aller solcher, welche der bürgerlichen Gesellschaft angehören und insofern Privatpersonen sind, an der Regierungsgewalt, und zwar an der Gesetzgebung, also dem Allgemeinen der Interessen.

Der Staat hat endlich die Seite, die unmittelbare Wirklichkeit eines einzelnen und natürlich bestimmten Volkes zu sein. Als einzelnes Individuum ist er ausschließend gegen andere ebensolche Individuen. In ihrem Ver­­hält­nisse zueinander hat Willkür und Zufall statt, weil das Allgemeine des Rechts um der autonomischen Tota­­lität dieser Personen willen zwischen ihnen nur sein soll, nicht wirklich ist. Diese Unabhängigkeit macht den Streit zwischen ihnen zum Kriegszustand, für den der allgemeine Stand den Stand der Tapferkeit bildet. Der Kriegs­­zustand opfert für die Erhaltung der allgemeinen Substanz das natürliche und besondere Dasein, das Leben und den Besitz.

Durch den Zustand des Krieges wird die Selbständigkeit der Staaten auf das Spiel gesetzt und nach Einer Seite die gegenseitig Anerkennung der freien Völkerindividuen bewirkt und durch Friedens-Vergleiche festge­setzt. Das äußere Staatsrecht beruht teils auf diesen Traktaten, teils auf dem sog. Völkerrechte, dessen allge­meines Prinzip das vorausgesetzte Anerkanntsein der Staaten ist und daher die sonst ungebundenen Hand­lun­gen gegeneinander so beschränkt, daß die Möglichkeit des Friedens bleibt. Es unterscheidet auch Privatper­sonen vom Staate und beruht überhaupt auf den Sitten.

Weltgeschichte. Der bestimmte Volkgeist hat seiner Naturalform nach ein besonderes Prinzip und eine Ge­schichte innerhalb seiner. Als beschränkter Geist ist seine Selbständigkeit ein Untergeordnetes; er geht in die all­ge­meine Weltgeschichte über, deren Begebenheiten die Dialektik der besonderen Völkergeister, das Weltge­richt, darstellt. Diese Bewegung ist der Weg der Befreiung der geistigen Substanz, die Tat, wodurch der absolute End­zweck der Welt sich in ihr vollführt, der nur erst an sich seiende Geist sich zur Offenbarung und Wirklichkeit seines Wesens bringt und zum äußerlich allgemeinen, zum Weltgeist, wird. Jeder Volksgeist füllt nur eine Stufe dieser Entwicklung aus. Diese Befreiung des Geistes ist das höchste und absolute Recht, und ein besonderes Volk ist der Bezwinger der jeweiligen Entwicklungsstufe des allgemeinen Geistes. Dieses Volk wird dann welt­be­herrschend und sein Volksgeist erweist sich als regierender Weltgeist. Dies erscheint als Werk Einzelner, der welthisto­ri­schen Individuen, die ihre Persönlichkeit aus Eigensinn der geschichtlichen Arbeit aufopfern, mit dem Ruhm als Lohn.

Der denkende Geist der Weltgeschichte, indem er die Beschränktheiten der besonderen Volksgeister und seine eigene Weltlichkeit abstreift, erfaßt seine konkrete Allgemeinheit und erhebt sich zum Wissen des abso­luten Geistes, worin die wissende Vernunft frei für sich und die Notwendigkeit, Natur und Geschichte nur seiner Offenbarung dienend und Gefäße seiner Ehre sind.

III.3    Absoluter Geist

Der Begriff des Geistes hat seine Realität im Geiste. Subjektiver und objektiver Geist sind der Weg, auf dem die Seite der Realität sich ausbildet. Der absolute Geist ist ewig in sich seiende als in sich zurückkehrende und zu­rück­gekehrte Identität, die Eine und allgemeine Substanz als geistige. Diese höchste Sphäre, die Religion, ist ebenso vom Subjekt ausgehend und in demselben sich befindend als objektiv vom absoluten Geist ausgehend zu betrachten, der als Geist in seiner Gemeinde ist. Das subjektive Bewußtsein des absoluten Geistes ist der Glaube in dem Zeugns des Geistes als die Gewißheit von der objektiven Wahrheit. Der Glaube ist in der Andacht, dem impliziten oder expliziten Kultus, in den Prozeß übergegangen, den Gegensatz zur geistigen Befreiung aufzu­heben und die Versöhnung, die Wirklichkeit des Geistes, zu gewinnen.

III.3.1  Kunst

Das Kunstwerk ist natürliche Unmittelbarkeit, ein äußerlich gemeines Dasein, und es ist die konkrete Anschau­ung des an sich absoluten Geistes als des Ideals. Die konkrete Gestalt des Kunstwerkes ist aus dem subjektiven Geist geboren, ihre natürliche Unmittelbarkeit ist nur Zeichen der Idee, zu deren Ausdruck die Gestalt verklärt ist: Schönheit. Die Form der Unmittelbarkeit ist zugleich Inhaltsbestimmtheit. Der angeschaute Gott hat bei seiner geistigen Bestimmung noch die natürliche in sich. Die Gemeinde ist zwar eine sittliche, weil sie ihr Wesen als geistiges weiß, aber behaftet mit anschaulicher Unmittelbarkeit ist die Freiheit des Subjekts nur Sitte, nicht die unendliche Reflexion in sich, nicht die subjektive Innerlichkeit des Gewissens. Ihre weitere Entwicklung ist die Andacht und der Kultus der Religion der schönen Künste.

Die Kunst findet unter den Gestalten der Natur, die sie voraussetzt, die menschliche Leiblichkeit als vollen­de­ten anschaubaren Ausdruck des Geistes, der aber für den absoluten Geist unzulänglich bleibt. Darum ist der Geist der schönen Kunst ein beschränkter Volksgeist, der in der weiteren Bestimmung seines inneren Reichtums in eine unbestimmte Vielgötterei zerfallen muß.

Das künstlerische Subjekt ist das Genie, das allein fähig ist, den Ausdruck Gottes, die Schönheit im äußeren Material, darzustellen, aber dies verbietet eigentlich jedes Zeichen subjektiver Besonderheit des Künstlers im Kunstwerk, was sich erfüllt, wenn die Begeisterung, das unfreie Pathos des Produzierens, vom Künstler Besitz ergreift. Aber ebenso ist das Kunstwerk ein Werk der freien Willkür und der Künstler der Meister Gottes. Die Versöhnung von  Mensch und Gott macht so den Anfang, in sich sicher und heiter, ohne die Tiefe und ohne das Bewußtsein seines Gegensatzes zum an und für sich seienden Wesen. Jenseits der in solcher Versöhnung gesche­henen Vollendung der Schönheit in der klassischen Kunst liegt die Kunst der Erhabenheit, die symbolische, worin die der Idee angemessene Gestaltung noch nicht gefunden ist. In der symbolischen Kunst geht der Ge­danke über die Gestalt hinaus und ringt mit ihr, verhält sich zu ihr negativ. Die unendliche Form ist noch nicht erreicht, noch nicht als freier Geist gewußt und sich bewußt. Der Inhalt ist nur als der abstrakte Gott des reinen Denkens oder ein Streben nach demselben, das sich rastlos und unversöhnt in allen Gestaltungen herumwirft, indem es sein Ziel nicht finden kann.

Die andere Weise der Unangemessenheit der Idee und der Gestaltung ist, daß die unendliche Form, die Sub­jek­tivität das Innerste ist und sich in sich nur findend, hiemit im Geistigen allein seine adäquate Gestalt sich gebend, gewußt wird. So gibt die – romantische – Kunst es auf, ihn als solchen in der äußeren Gestalt und durch die Schönheit zu zeigen; sie stellt ihn nur zur Erscheinung sich herablassend und das Göttliche als Innigkeit in der Äußerlichkeit dar. Die schöne Kunst (wie deren eigentümliche Religion) hat ihre Zukunft in der wahrhaften Religion. Die Anschauung, das unmittelbare, an Sinnlichkeit gebundene Wissen geht in das sich in sich vermit­telnde Wissen über, also in ein Dasein, das selbst das Wissen ist, in das Offenbaren. Dies geschieht so, daß der Inhalt der Idee die Bestimmung der freien Intelligenz zum Prinzip hat und als absoluter Geist für den Geist ist.

Exkurs zur Ästhetik: Die Essenz aller Künste ist die ihnen erreichbare Vollkommenheit, also der Geist. Die nütz­­lichen Künste haben ihre Wahrheit im ob­jek­tiven Geist ihrer Werke: den Gütern oder nütz­lichen Dingen, den Erzeugnissen und Er­kennt­­nissen. Das Wesen der schönen Künste ist die sinnliche Er­scheinung des ab­soluten Geistes. Das Kunst­schöne ist die den ästhetischen Machwerken des Menschen er­reic­h­­bare Vollkom­men­heit, das Naturschöne hin­gegen die Vollendung eines Naturvorganges. Schönheit ist Scheinen der Wahr­heit durch das Material des Werkes. Weil die Schönheit als Er­scheinung der Wahrheit nur im Reich der Sinne sich offenbart, beginnt die Philosophie des Kunst­schönen (Ästhetik) mit einer Kritik der Sinne.

Von den fünf Sinnen (Geschmack, Geruch, Gefühl, Gehör, Gesicht) und ihren Sinnes­or­ga­nen (Zunge, Nase, Haut, Ohr, Auge) sind die praktischen Sinne, die ihre Gegenstände ent­weder wie der Geschmack aktiv zer­setzen,  ihre Selbstzersetzung wie der Geruch passiv wahr­nehmen oder aber doch wie das Gefühl nicht unbe­rührt lassen, nicht kunstfähig. Kunstfähig sind allein die theoretischen Sinne Gehör und Gesicht. Nötig ist ferner die Annahme eines sechsten, inneres Sinnes, nämlich des Vorstellungsvermögens als dem Sinnorgan. Das Kunst­schöne entsteht somit im Reich des inneren Sinnes und der beiden theoretischen Sinne, deren Wahr­­nehmungsweisen den Gegenstand unverändert lassen.

Die Kunst setzt das Hören und Sehen in Vorstellungen um und macht aus kunstfähigen Sin­nes­wahr­neh­mungen inneren Sinn. Die so erzeugte geistige Vorstellung ist der Inhalt, der tätige Quell, der sich unter Ver­brauch seines spezifischen Rohmaterials – der Sinneswahrnehmungen und Eindrücke – seine Form schafft. Die Form, die sich der Inhalt schafft, ist das Material seines Ausdrucks. Inhalt und Form zusammen, also die geistige Vorstellung und ihr Aus­drucks­­material, bilden den Gehalt des Kunstwerkes. Der Inhalt ist das Ideelle, die Form das Materielle am Kunstwerk.

Die Kunstformen oder Stile entsprechen den großen Geschichtsformen der asiatischen, antiken und germa­ni­schen Welt. Die asiatische Welt bringt den strengen Stil, die Symbolik, hervor, die antike Welt den idealen Stil, die Klassik, und die germanische Welt den gefälligen Stil, die Romantik. Weil jedes Kunstwerk den Inhalt zur Form und somit die Idee zur sinn­lich-materiellen Darstellung bringen muß, kann man die Kunst­stile, die zugleich historische Stile sind, auch nach dem Grade der Übereinstimmung von Form und Inhalt, also nach dem Errei­chen oder Verfehlen des Kunstideals unterscheiden, so daß die Symbolik sich als ange­streb­tes Ideal, die Klassik als erreichtes Ideal und die Romantik als überschrittenes Ideal erscheint.

Die fünf Künste unterscheiden sich nach den drei bildenden Künsten (Architektur, Skulptur, Malerei), der tönenden Kunst (Musik) und der redenden Kunst (Poesie). Die fünf Künste – Baukunst, Bildhauerkunst, Mal­kunst, Tonsetzkunst und Dichtkunst – sind auch nach ihrer Stil­prägekraft zu unterscheiden: die Architektur ist die symbolische Kunst, weil für den strengen Stil der asiatischen Welt prägend, die Skulptur ist die klassische Kunst der antiken Welt und Malerei, Musik und Poesie sind die stilprägenden romantischen Künste der germa­nischen Welt.

Die fünf schönen Künste sind Stufen der fortlaufenden Abstraktion von der sinnlich gege­benen Natur, wo­durch ihre besonderen Dimensionen entstehen, worein die geistige Vor­stellung oder der Inhalt sich ein­formt. Der Anfang der Kunst, die Architektur, ist die Negation der Natur, die einen abstrakten Raum der Bau­werke zum Resultat hat (archi­tek­tonische Dimension). Die Skulptur ist die Negation des ab­strakten Raumes durch den Verzicht auf Symbolisch-Kolossales und realisiert den natür­lichen Raum (plastische Dimension) mit dem Menschen als Maß der Dinge. Malerei negiert den natürlichen Raum mit dem Ver­zicht auf die dritte Dimen­sion und bewegt sich erstmals in einem rein imaginären Raum (malerische Di­men­sion). Die Musik schließ­lich negiert den Raum auch als imaginären gänzlich durch den Punkt, der nur in der Zeit ausdehnbar ist. Ihr Mate­rial ist die abstrakte Zeit (musikalische Dimension), die wiederum von der Poesie negiert wird. Anstelle der bloßen Töne erfüllt die Poesie die Zeit mit inhaltsvoller schöner Rede, gestaltet eine natürliche Zeit als Rede­zeit. Resultat jeder ästhetischen Rede ist eine imaginierte Raum­zeit, die poetische Dimension. Die Voll­endung der Kunst ist die Dichtung, ihr sinnliches Material wird vom Sinn­organ, d.h. dem Vorstel­lungs­vermögen oder der Phantasie, dem inneren Sinn bereitgestellt. – Aller Kunstgenuß bedarf dreier Rezeptions­organe in zwei Rezep­tionsstufen. Auf der ersten Rezeptionsstufe er­fas­sen die theoretischen Sinne das Kunst­werk, um es auf der zweiten Rezeptionsstufe, dem inneren Sinn, im Vor­stellungs­vermögen als Phantasie­pro­dukt sich bereitzu­stellen, es also wahrzunehmen. Auf der ersten Rezeptionsstufe erfaßt das Auge die drei bild­en­den Künste, das Ohr die tönende Kunst und beide theo­re­ti­schen Sinnesorgane zusammen die redende Kunst. Ohne das Sinn­organ der zweiten Rezeptionsstufe bleibt aber der Blick blind und der Ton stumm.

III.3.2 Religion

Geist ist das Offenbaren seiner. Die wahrhafte Religion ist von Gott geoffenbart, ihr Inhalt, der absolute Geist, nicht als Anschauung oder Begriff, sondern als Vorstellung. In ihr ist der Geist selbstbestimmend und sich selbst manifestierend; er ist Geist für den Geist. Als geoffenbarte Religion hat der absolute Geist die Unmittelbarkeit und Sinnlichkeit der Gestalt aufgehoben und ist für das subjektive Wissen Vorstellung. Die Momente seines Inhalts haben daher einerseits Selbständigkeit und sind andrerseits aufeinander folgende Erscheinungen, ein Zu­sam­menhang des Geschehens nach endlichen Reflexionsbestimmungen. In dem Glauben an den Einen Geist sind solche endlichen Vorstellungsweisen auch aufgehoben. Die Momente des Begriffs geben die Sphären der Tri­ni­tät ab: 1) Allgemeinheit des reinen Gedankens, des Schöpfers von Himmel und Erde, der nur sich selbst als seinen Sohn erzeugt; 2) Besonderheit, Herabsetzung der Allgemeinheit zum Vorausgesetzten, Erschaffung der Erscheinung der konkreten Natur und des mit ihr im Verhältnis stehenden endlichen Geistes; 3) Einzelnheit, der Subjektivität und des Begriffs, als des in seinen identischen Grund zurückgekehrten Gegensatzes der Allgemein­heit und Besonderheit. In diesem Kreislauf expliziert die Vorstellung ihre Gestalten; in ihrem zeitlichen Ausein­an­dertreten und äußerlichen Aufeinanderfolgen, in dem Zusammenschließen des Geistes mit sich selbst, nimmt die Vorstellung sich nicht nur zur Einfachheit des Glaubens und der Gefühlsandacht zusammen, sondern auch zum Denken als untrennbarem Zusammenhang des allgemeinen, einfachen und ewigen Geistes in sich selbst. In dieser Form ist die Wahrheit der Gegenstand der Philosophie.

III.3.3    Philosophie

Die Philosophie ist die Einheit der Kunst und Religion, der äußerlichen Anschauungsweise und der inneren To­ta­lität. Die geistige Anschauung vereint mit dem selbstbewußten Denken ist der Begriff der Kunst und Reli­gion. Die Philosophie bestimmt sich zu einem Erkennen von der Notwendigkeit des Inhalts der absoluten Vor­stel­lung, der einerseits unmittelbare Anschauung und ihre Poesie, die voraussetzende Vorstellung, der objek­tiven und äuß­­er­lichen Offenbarung, andrerseits das Identifizieren des Glaubens mit der Voraussetzung. Dies Erkennen ist so das Anerkennen dieses Inhalts und seiner Form und Befreiung von der Einseitigkeit der Formen und Er­he­bung derselben in die absolute Form, die sich selbst zum Inhalte bestimmt, indem sie am Schluß ihren eigenen Begriff erfaßt, also nur auf ihr Wissen zurücksieht.

Dieser Begriff der Philosophie ist die sich denkende Idee, die wissende Wahrheit, das Logische mit der Bedeutung, daß es die in seiner Wirklichkeit bewährte Allgemeinheit ist. Die Wissenschaft ist in ihren Anfang zurückgegangen; das Logische ist ihr Resultat als das Geistige, das sich aus dem voraussetzenden Urteile, aus der Erscheinung erhoben hat. Die erste Erscheinung ist der Schluß, der das Logische als Ausgangspunkt und die Natur zur Mitte hat, die den Geist mit dem Ausgang zusammenschließt. Es gibt aber drei Schlüsse,

1) Logik  -  Natur  -  Geist,

2) Natur  -  Geist   -  Logik,

3) Geist   -  Logik  -  Natur,

von denen der erste an sich die Idee ist, die Natur nur Durchgangspunkt und der Begriff die äußerliche Form des Übergehens, die Wissenschaft die des Ganges der Notwendigkeit hat. Der zweite Schluß hat den Stand­punkt des Geistes als des Vermittelnden des Prozesses, der die Natur voraussetzt und mit dem Logischen zusammen­schließt; es ist der Schluß der geistigen Reflexion in der Idee; die Wissenschaft erscheint als ein subjektives Er­ken­nen, dessen Zweck die Freiheit und es selbst der Weg ist. Der dritte Schluß ist die Idee der Philosophie, welche die sich wissende Vernunft, das Absolut-Allgemeine zu ihrer Mitte hat, die sich in Geist und Natur ent­zweit, sie zum subjektiven und objektiven Extrem macht. Das Sich-Urteilen der Idee in die beiden Erschei­nun­gen bestimmt diese als ihre Manifestationen. Es ist die Natur der Sache, der Begriff, die sich fortbewegt und entwickelt. Darin ist Tätigkeit des Erkennens und für sich seiende Idee, die sich ewig als absoluter Geist betätigt, erzeugt und genießt.

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